Die unsichtbare Macht in uns

Möge die Macht mit uns sein!
Wenn wir Appetit auf etwas haben und wenn uns etwas gut schmeckt, dann braucht das unser Körper. Aber gilt das auch für Nutella, überbackenen Käse und gegrilltes Steak? Die Antwort auf diese Frage haben Sie als Leserin oder Leser bei WEILAND-WISSEN sicherlich schon. Viel interessanter finde ich die Frage: Inwieweit bestimmen wir selbst, mit unserem freien Willen, was wir essen. Können wir das überhaupt beeinflussen, sind wir unseren Instinkten unterlegen oder gar ganz anderen Mächten? Gibt es wie in den Kinofilmen „Star Wars“ eine dunkle und eine helle Seite dieser Macht?

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Weltherrschaft in grün
Vor rund 3 Milliarden Jahren explodierte das Leben förmlich auf unserer Erde. Im Schutz des Wassers entstanden purpurfarbene Bakterien, die dem Ozean seine Farbe gaben. Damals war es nicht der blaue Planet, sondern der Purpurplanet. Erde_purpur_zu_blauTiefer unter der Wasseroberfläche, nutzte eine andere Bakterienart das übriggebliebene Lichtspektrum. Das Ergebnis: Sie waren grün. Aber nicht nur die Farbe unterschied diese Newcomer, genannt Cyanobakterien. Sie hatten eine Eigenschaft entwickelt, welche sie von 0 auf 100 an die Spitze der Weltherrschaft bringen sollten – bis heute: Sie wandelten unter Verbrauch von Kohlendioxyd und Wasser, beides reichlich vorhanden, Licht in biochemische Energie um. Als „Abfallprodukt“ dieser biochemischen Reaktion wurde Sauerstoff frei. Der Sauerstoff in der obersten Schicht der Erdatmosphäre reagierte mit der energiereichen Sonnenstrahlung zu Ozon und bildete somit einen wirksamen Schutz vor den UV-Strahlen. Nur aufgrund dieser sogenannten Photosynthese in den kleinen grünen Ur-Bakterien entstand eine Sauerstoffatmosphäre, Leben auf dem Land von der Amphibie über den Dinosaurier, die Insekten und Vögeln, bis hin zum Menschen. Natürlich waren sie auch die Vorfahren der Pflanzen, die noch heute mit den bakterienähnlichen Chloroplasten den grünen Blattfarbstoff Chlorophyll zur Gewinnung von Sauerstoff und Herstellung von Zucker nutzen. Es waren diese unscheinbaren, mit menschlichem Auge nicht wahrnehmbaren Wesenheiten, welche dem ganzen Planeten grünes Leben einhauchten und ihn mit Sauerstoff durchfluteten.

Milieustudien: Das Milieu ist alles
Unsere Darmflora oder besser Darmmikroorganismengemeinschaft ist für uns so wichtig, wie die Chloroplasten für die grünen Pflanzen. Die unzählbaren Mikroorganismen in unserem Darm und in unserem Blut finden einerseits in uns ihren Lebensraum und ihre Daseinsberechtigung. Andererseits danken sie uns dies mit der Versorgung wichtiger Nährstoffe. Der Prominenteste davon ist das Vitamin B12.

koli-bacteria-123081Aber es gibt noch eine Vielzahl andere Funktionen:

Hilfe bei Verdauung und Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweßen1

Unterstützung des Immunmsystems
Versorgung mit den Vitaminen Pyridoxin, B12
2, Thiamin, Riboflavin und K

Versorgung der Darmepithelschicht mit Energie (Butyrat)

Anregung der Darmperistaltik

Herstellung kurzkettiger Fettsäuren (Butyrat, Essigsäure, Propionsäure)

Entgiftung von Xenobiotika

Herstellung von essentiellen Aminosäuren3

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Werden die Lebensbedingungen für diese „Großfamilie“ von uns optimal gestaltet, versorgt sie uns mit mehr, als wir und die heutige Wissenschaft zu glauben wagen. Doch wie kann dieses Gleichgewicht der Mächte und diese tiefe innere Freundschaft ins Wanken geraten? Die Antwort ist ganz einfach: Medikamente, Handystrahlung, Umweltgifte, Alkohol, Dogen, gekochtes Essen, Fleisch, Zucker, gehärtete Fette usw. sind weder gut noch böse, doch sie verschieben dieses symbiotische Gleichgewicht in ein Verhältnis zwischen Parasit und Wirt. Neue Mikroorganismen wie Pilze, Prionen, Parasiten und Bandwürmer finden nun einen geeigneten Nährboden, fühlen sich pudelwohl, verdrängen die hilfreichen Bakterien und erlangen die Vorherrschaft in unserem Körper. Wie eben schon Louis Pasteur sagte: „Die Mikrobe ist gar nichts, das Milieu ist alles.“

Prof. Dr. Günther Enderlein entdeckte 1916 neben den im Darm und Blut lebenden Bakterien auch sogenannte Protiten, Urkeime, aus denen sich verschiedene höhere und niedere krankmachende Darmpilzformen entwickeln können.5 Füttern wir diese Mikroorganismen mit Industriezucker, Fleisch, Alkohol, Medikamenten usw., wachsen und gedeihen sie. Und mehr noch: Sie erschaffen einen Nährboden für Viren, Bakterien, Prionen, Parasiten und andere Erreger6 und lösen ein Verlangen – z. B. nach Süßem oder nach Fleisch – aus, da sie sich in diesem Nährboden am besten fühlen. Widerstand zwecklos.

So wie die ersten sauerstoffbildenden Bakterien der Urmeere dem ganzen Planeten Leben eingehaucht haben, sind die Bakterien in uns ebenfalls überlebens-not-wendig. Alles steht und fällt mit ihnen. Daher ist ein jeder klug damit beraten, die Freundschaft dieses hilfreichen Lebensspenders und -erhalters gut zu pflegen und sie und sich gut natürlich zu ernähren.

Sind wir Fremdbestimmt?

Sie Leben davon, dass sie andere schaden, sie überlisten ihre Wirte mit immer neuen Tricks, sie verursachen Krankheiten, sie manipulieren das Verhalten von Tieren und treiben sie gar in den Freitod. Prof. Jaroslav Flegr, Evolutionsbiologe der Universität Prag, ist im Begriff den Nachweis darüber zu erbringen, wie Parasiten auch das Verhalten und Schicksal von Menschen beeinflussen können.

Neben Elephantiasis, Malaria, Leishmaniose und der Schlafkrankheit, Erkrankungen, die jährlich millionenfach zum Tod führen, schaffen es bestimmte Wechselparasiten ihre Wirte dahingehend zu beeinflussen, dass z. B. der Wirt gefressen wird und der Parasit den Wirt somit leicht wechseln kann. Die schafft der Parasit mit Hormonen durch deren Ausschüttung der Wirt risikofreudiger wird oder desorientierter, so dass ihn seine natürlichen Fraßfeinde als leichtere Beute erwischen können. Das erhöht die Paarungswahrscheinlichkeit und Verbreitung des Parasiten. Er sorgt somit für die Erschließung seines neuen Lebensraumes. Neulandgewinnung auf Kosten des Wirtes also. Beim Menschen werden durch sogenanntes Toxoplasmen7 ebenfalls Verhaltensveränderungen hervorgerufen: Infizierte Männer werden introvertierter, misstrauischer und risikobereiter. Sie sind eher dazu geneigt, Regeln zu missachten und die Meinung anderer zu ignorieren. Frauen hingegen wurden bei Toxoplasmose offener, vertrauensseliger, mehr um ihr Image besorgt und befolgten mehr Regeln als zuvor.

Der Mensch hat jedoch noch andere Mittel der Verhaltenskontrolle entwickelt und wird inzwischen nur noch selten von Raubtieren gefressen, so dass es heute kaum sinnvoll für einen Parasiten erscheint, durch die hormongesteuerte Verhaltensänderungen beim Menschen seinen Wirt wechseln zu können. Möglicherweise stammt diese Strategie der Parasiten noch aus einer früheren Phase menschlichen Daseins.

Aber es gibt auch Würmer, Schweinepeitschenwürmer, die in der Medizin gegen Allergien zum Einsatz gebracht werden. Mikroorganismen und Parasiten können also auch ein Lehrmeister für unser Immunsystem sein. Sie pauschal als Feinde zu bezeichnen wäre falsch.

P. S.: Interessant fand ich, den Hinweis in dem Kinofilm „Star Wars Episode I“ auf die sogenannten Midi-Chlorianer als Träger der mystischen „Macht“. Es sind sind ebenfalls Mikroorganismen, die in Symbiose in den der Körperzellen leben und die Möglichkeit eröffnen, mit der „Macht“ in Kontakt zu treten. Dabei ist die Menge der vorhandenen Midi-Chlorianer dafür verantwortlich, in welchem Maße der Träger die Macht spüren kann. Sie werden vom Geisteszustand des Wirtes beeinflusst. Es ist ein naturwissenschaftlicher Erklärungsversuch von göttlicher Kraft. Wenn wir den Einfluß von Mikroorganismen auf unserer Erde und in unserem Körper bedenken, ist da vielleicht sogar etwas dran…

Tipp: Der Gesundheitslehrer Florian Sauer rät bei Parasiten- und Pilzbefall, diese ungebetenen Gäste eher vom Ausziehen zu überzeugen, statt sie – z. B. mit Medikamenten – zu bekämpfen. Dies gelingt, so Sauer, mit einer Milieuveränderung. Nehmen Sie den Parasiten ihre Lieblingsspeisen weg, also Zucker und andere isolierte Kohlenhydrate, Alkohol, Fleisch, Wurst und Fisch usw. So werden sie geschwächt und können sich nicht mehr so gut festhalten. Neben diesem Nahrungsentzug für die Parasiten verzehre man reichlich grüne Nahrung, trinke Gemüse- und Wildkräutersäfte und verwende diese auch als Einlauf. Sehr gut wirken auch Flohsamenschalen und Chiasamen und schaffen einen guten Nährboden für rechtsdrehende Mikroorganismen. Das beste ist eine Saftfastenkur von mindestens 3 Wochen. Es entsteht dabei wieder eine eigene Peristaltik, welche die Parasiten aus den Taschen in den Darmzotten hervorlockt.Der ganzen Ernährungsumstellung wird am besten die Europadarmkur von Wolfgang Müller vorangestellt. Eine mentale Arbeit unterstützt die organischen Hilfen bei der Befreiung von Parasiten und Pilzen ebenso, wie auch basische Bäder. Besonders helfen diese Bäder bei Hefepilzinfektionen, denn diese Pilze leben in den ersten beiden Hautschichten, wie z. B. der Pityriasis versicolor und Candida albicans. Florian Sauer emfpiehlt Basenbäder mit einer Dauer von 3- 8 Stunden bei einer Wassertemperatur von 38 °C.

Depressionspatienten haben oft auch Parasitenbefall, weil auch seelisches Unwohlsein zu einem übersäuerten Milieu im Körper führen können, einer Basis für Pilze, Parasiten, Borelliose und vieles mehr. Im Darm spiegelt sich die Wechselseitigkeit von seelischen und körperlichen Einflüssen recht gut.

Medikamente bei der Pilzkur bewirken beim Darmpilz Candida albicans, dass er im Gehirn Sporen hinterläßt, durch die er dann jederzeit wiederkommen kann, sobald das Milieu wieder seinen Ansprüchen genügt.

Fazit
Psychosoziale Verlockungen, süße Süchte, Opiumverlangen naanatomy-160524ch Brot und Milch und dann noch eine Heerschar von Würmern, Parasiten und Pilzen. All das beeinflußt unser Verhalten, Denken und Fühlen. Sind wir da noch im Besitz unserer Selbstkontrolle? Wir trinken Milch, weil wir uns an die Geborgenheit von Mama erinnern, wir genießen Käsebrote aus dem selben Grund und die Schokolade, weil sie uns Glückseligkeit vermittelt. Ist es möglich aus diesem Teufelskreis zu entkommen? Ich behaupte: ja. Wir sind als Menschen keine passiven Reflexamöben, wir haben die Möglichkeit uns all dies bewusst zu machen und ebenfalls Strategien zu entwickeln, um uns daraus zu befreien. Ein paar praktische Tipps haben Sie heute dazu mit auf Ihren Weg bekommen.

Es lässt sich in alledem eine Kettenreaktion erkennen. Wir lernen ungesund zu essen und empfinden es als richtig und gut, nähren damit eine Mikroorganismengemeinschaft in unserem Körper, die uns eher schädigt als nährt und beseitigen mit Medikamenten auch noch den Rest der Symbionten in uns. Diese kleinen Lebewesen schüren wiederum das Verlangen nach diesen für uns unnatürlichen Nahrungsmitteln. Aber mit Darmreinigung, Fasten, Wildkräutern, Gemüse, basischen Bädern, viel Bewegung an frischer Luft, regelmäßig ausreichendem Schlaf, Sonnenbäder, Schwimmen und mentaler Fitness stehen die Signale auf Heilung, Wohlbefinden, Frieden und Befreiung von der Fremdbestimmung.

Fussnoten:

1 Rusch, S. 47

2 Vitamin B12 wird ausschließlich von Mikroorgansimen gebildet, kein Tier und keine Pflanze ist dazu in der Lage. Neben den Darmbakterien gibt es z. B. auch den in der Samenschale der Sanddornfrucht symbiotisch lebenden Strahlenpilz Actinomycettes. Er produziert eine relativ hohe Konzentration an wirkungsaktivem Cobalamin. Siehe Luetjohann, S. 96

3 Bircher S. 44ff

4 Müller-Burzler, S. 385ff

5 Müller-Burzler, S. 342f

6 Müller-Burzler, S. 342f

7 Dies sind protozooische Parasiten: Toxoplasma gondii

Quellen und Empfehlungen

DVDs bei weiland-wissen.de:

  • Birgit Schönborn: „STRESS ICH – Busy-Food – Vom Stress und vom Essen im Berufsalltag“
  • Petra Birr: “Gewohnheit, Gesellschaft, Herdentrieb – psychosoziale Aspekte der Ernährung”
  • Petra Birr: “Häufige Fehler beim Start mit der Rohkost“
  • Andreas Vollmert: „Nackte Schokolade“
  • Urs Hochstrasser: „…und wenn die Sucht uns heimsucht“; DVD und Online-Video
  • Walter Sommer: „Die Milch als Ware/Brot- und Getreidespeisen“; Audio-CD
  • Maria Kageaki: „Geheimtipps für gesunde Zähne“ DVD und Online-Video
  • Walter Sommer: „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung“ eBook und Buch
  • Veronika und Florian Sauer: „Schwermetallentgiftung und die Geschichte des basischen Badens“; Vortrag auf dem Erfurter Rohkosttag 2013, DVD

Weiterführende Literatur und Quellen

  • Dr. Ralph Bircher: Geheimarchiv der Ernährungslehre
  • Guy-Claude Burger: Die Rohkosttherapie
  • Henning Müller-Burzler: Auf den Spuren der Methusalem-Ernährung
  • Dr. med. Max Otto Bruker: Der Murks mit der Milch
  • Dr. med. M. O. Bruker: Zucker, Zucker. Krank durch Fabrikzucker
  • EU.L.E.n-Spiegel, Ausgabe 6/2008 1/2009
  • Urs Hochstrasser: …und wenn die Sucht uns heimsucht. Vortrag beim Großen Berliner Gesundheitsseminar 2013
  • Sylvia Luetjohann: Sanddorn „Starke Frucht und heilsames Öl“
  • Greg Wadley u. Angus Martin: Die Ursprünge der Landwirtschaft – Eine biologische Sichtweise und eine neue Hypothese, Australian Biologist, 1993
  • Dr. Wolfgang Lutz: Leben ohne Brot
  • Volker Rusch: Bakterien – Freunde oder Feinde
  • Walter Sommer: Die Milch als Ware (Vortrag auf Audio-CD)
  • Helmut Wandmaker: Willst Du gesund sein, vergiss den Kochtopf
  • Eugen Ziegler: Zucker – die süße Droge
  • W wie wissen. Zucker und Sucht, ARD-Sendung
  • Pflanzenwelten – Die heimliche Macht auf unserem Planeten. Dokumentarfilm der BBC, 2012
  • Parasiten – Quarks & Co, SWDR-endung vom 13. 10. 2009

Oxalsäure – sauer macht nicht nur lustig

Wer kennt ihn nicht aus der Kindheit – den Sauerampfer? Sein köstlich-säuerlicher Geschmack ist bei jeder Wildkräuterführung oder Rohkostsalat ein geschmacklicher Höhepunkt. Seine Säure heißt Oxalsäure.

Diese Substanz ist für die meisten Menschen völlig ungefährlich. Bei entsprechender Disposition kann sie aber zu vielfachen Beschwerden, Zahnproblemenn und Nierenerkrankungen führen.
Durch die Bildung der Calciumoxalate kommt es zu einer Calciumverarmung in den Zellen des Körpers. Für das reibungslose Funktionieren des Stoffwechsels wird allerdings Calcium benötigt, fehlt dieses Mineral, kann in schweren Fällen sogar eine Herzschädigung eintreten. Magenschmerzen, Erbrechen, Blutdruckabfall, Pulsunregelmäßigkeit, Krämpfe, Ödeme und Kreislaufkollaps nach dem Genuss oxalsäurehaltiger Pflanzen, insbesondere Mangold, Spinat und Rhabarber, deuten auf eine akute Vergiftung hin.
Wer bereits schon unter Osteoporose leidet oder sich davor schützen möchte, sollte ebenso wie auf eine phosphatarme auch auf eine oxalsäurearme Ernährung achten, um einem verstärkten Knochenabbau entgegen zu wirken.
Sind bereits SChäden an den Zähnen vorhanden, (wie z. B. Kariesbefall oder Zahnhalsentzündungen) sollten oxalsäurhalige Lebensmittel nur in sehr geringen Mengen und selten gegessen werden, da diese sehr starke Säure die vorgeschädigten Zähne diekt angreifen können.Oxalsaeure

Oxalsäure-haltige Lebensmittel:

Spinat
Mangold
Rote Beete
Rhabarber
Sauerampfer
Sauerklee
Schnittbohnen
Kakao
Cashew

auch enthalten in:

Sesam, Amaranthund, Quinoa, Kaffee und Tee.

Grundfragen zur Rohkost: Peter Dreverhoff

Peter Dreverhoff im Interview bei WEILAND-WISSEN.de

Peter DreverhoffWas genau ist eigentlich Rohkost und was ist eigentlich der Vorteil davon?
Rohkost ist einfach die natürliche Ernährungsform für alle Lebewesen auf der Erde, nicht nur für Tiere. So wie ein Dieselmotor auch nur mit Diesel optimal läuft. Unter Rohkost verstehe ich Lebensmittel, die nicht über Körpertemperatur, aber maximal nicht wärmer als 50° C erwärmt worden sind.

Welche Form von Rohkost ist eigentlich die gesündeste?
Bin ich Jesus? Wenn ich wüsste, welche Ernährungsform für jeden, wirklich jeden Menschen passen würde, wäre dies eine schöne Sache, aber wahrscheinlich auch irgendwie langweilig. Die verschiedenen Rohkost Richtung werden kontrovers diskutiert und verunsichern viele Anfänger. Also bitte jetzt nicht davon abhalten lassen, überhaupt mit einem Rohkost Experiment zu beginnen. Das wäre im Prinzip der größte Fehler der gemacht werden kann. Also hier meine Tipps: Sich eine Eindruck verschaffen, welche Richtungen gibt es und welche sprechen mich an. Dazu auch noch den Verstand einschalten und dann beginnen. Und das ganze als Experiment sehen, welches ich so gut wie möglich zu 100 % umsetzen sollte. Wie sonst kann ich mir ein abschließendes Urteil bilden. Bei guten Effekten weitermachen, aber immer in der Infragestellung, bin ich auf dem richtigen Weg und dann evtl. variieren, abändern und verfeinern.

Vegan oder nicht vegan, was ist richtig?
Vegan finde ich gut, bin es aber nicht zu 100 %. Frag bloß nicht warum.

Wie nehme ich mit Rohkost ab, wie nehme ich mit Rohkost wieder zu und erlange mein Idealgewicht?
Die erste Phase mit Rohkost, bei der der Körper in der Regel versucht überflüssige Depots (Toxine) abzubauen, ist immer mit einem Gewichtsverlust verbunden, auch wenn man bereits Idealgewicht hat.
Wenn diese erste Phase der Körperreinigung abgeschlossen ist, baut der Köper auch wieder Gewicht auf. Umso weniger gemischte Rohkost gegessen wird, desto genauer kann der Körper sein Idealgewicht erreichen. Dies ist zumindest meine Erfahrung. Das Rohköstler auch Übergewicht entwickeln können, ist ja überall um uns herum zu beobachten, wenn z.B. überwiegend zubereitete Rohkost mit hohem Fettanteil verzehrt wird, Das wäre also gleich mein Tipp zum Zunehmen.

Warum friere ich, wenn ich Rohkost esse und wie wird mir warm?
Siehe oben, die Reinigungseffekte ziehen neben Gewichtsverlust auch Frieren und Schwäche nach sich. Mein Tipp, ein ordentlicher Muskelanteil hält den Körper warm, also Rohköstler dieser Welt bewegt Euch. Bei unseren Roh-Fasten Kursen kommt das Bewegungs Programm gleich in der Wichtigkeit nach der Rohkost Ernährung! In der Regel frieren die Teilnehmer nach dem dritten Tag nicht mehr, oder weniger. Übrigens auch bei den Kursen in den kalten Jahreszeiten.

Sättigung durch Rohkost, wie geht das?
Viele verwechseln Sättigungsgefühl mit Völlegefühl. Mit einer abwechslungsreichen Rohkost bracht man weniger als man denkt, um zufrieden zu sein.

Rohkost im Sommer: gut und schön. Und was machen wir im Winter?
In den Kursen merke ich, wie bei kühleren Temperaturen mehr Sprossen, Gemüse und Nüsse von den Teilnehmern gegessen werden, da wir hier auf einem großen Büffet eine üppige Auswahl bereitstellen. Die sollte man sich auch zu Hause immer wieder gönnen, um zu schauen was spricht den Körper gerade besonders an.

Was tun bei liebgewonnenen Gewohnheiten und geheimen Süchten?
Zucker, Käse, Pizza, Pasta und Fleisch
Hier gibt es doch reichlich Alternativen, dazu empfehle ich unsere Zubereitungs-Kurse in der RohAkademie. Hier kann jeder lernen seine Körper gegen Gelüste zu immunisieren. Generell kann ich sagen, wenn der Körper in den Grundbedürfnissen zufrieden gestellt ist, dann gibt es keine Gelüste. Also Gelüste positiv sehen, da sie uns zeigen: Hallo wir fehlt was, wann gibt es endlich mal wieder eine Grünen Smoothie.

Was mache ich bei Entgiftungsreaktionen bzw. Heilungskrisen?
Genieße Sie, sie zeigen doch, dass der Körper mit der Rohkost was erreich kann. Darum für die Umstellung eine Zeit der Ruhe wählen: Urlaub oder zumindest ein langes Wochenende.

Wie kann ich meine Zähne vor Entmineralisierung schützen?
Das Beste ist in meine das ausreichende Einspeicheln.

Woher bekomme ich mein Eiweiß, Eisen, Vitamin B12 und die richtigen Fette?
Denaturierte Fette gibt es wie Sand am mehr, hier ist es besonders wichtig auf Rohkost-Qualität zu achten. Vitamin B12 sollte immer wieder unter Beobachtung stehen und muss evtl. substituiert werden. Eiweiß und Eisen gibt es reichlich in Wildkräutern.

Was ist Dein rohköstliches Lieblingsrezept?
Momentan Gurkensalat mit Kräckern. Rezept findet sich auf Rohkost.de

In wieweit ist Rohkost eine Ernährung, die Heilen kann?
Ich bin ein gutes Beispiel, Knie-Arthrose, Allergien und Asthma sind bei mir innerhalb eines Jahres komplett verschwunden. In den 7 tägigen RohFasten Kursen gibt es in jeder Gruppe Heilungen von kleinen und großen Wehwehchen. Es ist fantastisch dies mit zu erleben.

Was liegt Dir mit der Rohkost besonders am Herzen?
Nicht zu vergessen, dass bei aller Liebe zur Rohkost, dass Leben noch andere Aspekte bietet.
Aber wie heißt es so schön, ohne Gesundheit ist alles Nichts!

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Wald – Axt – Kuh – Pflug – Wüste

Immer wieder taucht die Frage auf: Was ist mit der Milch ? So wurde ich auf der Tagung in Freudenstadt gefragt, warum lehnen Sie die Milch so energisch ab, da doch der Wert der Milch auch von den Lebensreformern und Naturheilbeflissenen so sehr empfohlen wird und doch kaum aus der Ernährung des Volkes wegzudenken ist.

Alle mit der Milchwirtschaft zusammenhängenden Fragen werden immer wieder erörtert und werden von immer neuen Gesichtspunkten aus betrachtet und die Milch wird mehr und mehr empfohlen. Aber an eines hat man dabei nicht gedacht. Die Milchfrage ist doch nicht nur eine gesundheitliche Angelegenheit der Ernährung, sondern sie ist das bestimmende Moment der volkswirtschaftlichen Grundlage aller Kulturvölker. Es haben Menschen Jahrtausende auf Erden gelebt, ohne daß uns über ihre Kultur und Lebensweise auch nur das geringste bekannt ist. Man versucht durch Ausgrabungen an vorgeschichtlichen Wohnstätten, die heute als unterste Kulturschicht ausgegraben werden, oder durch Erforschung der Moorfunde und Urnengräber sich ein Bild zu machen, wie diese Menschen wohl gelebt und wie sie sich ernährt haben. Wissen tun wir modernen Menschen über diese ganzen Zusammenhänge trotz aller Forschungsarbeiten so gut wie nichts. Erst mit dem Erscheinen des Rindes und der Kuh beginnt sich das Geheimnis der menschlichen Kultur vergangener Zeiten für uns zu lüften. Mit der Kuhzucht zur Fleisch- und Milcherzeugung beginnt die Geschichte der Kulturvölker von der Antike bis heute. Sie läßt sich kurz und bündig in den 5 Worten der Überschrift ausdrücken. Wer einige Phantasie und kulturgeschichtliche Kenntnisse hat, wird sich leicht einen Vers aus dem Zusammenhang der Worte machen können: Wald – Axt – Kuh – Pflug – Wüste. Es ist der Weg der Kulturvölker, die da glauben, ohne Fleisch und Milch, d.h. ohne Viehzucht, nicht auskommen zu können.

Was sich vor der Entwicklung der Viehzucht zur Fleisch- und Milcherzeugung unter den Menschen abgespielt hat und welche Katastrophen im Erdenleben die zu der damaligen Zeit lebenden Menschen aus innerer Gewissensangst zwang, den Zustand der natürlichen Lebensfreudigkeit mit dem Zustand der inneren Angst vor möglichen Gefahren zu vertauschen, das können wir wohl ahnen, aber niemals erforschen. Nur die Geschichte der fortlaufenden Entwicklungsstufen der Erdenbewohner unter dem Einfluß des jeweils herrschenden Sternzeitalters gibt uns die notwendigen Hinweise, die in diesen Schriften immer wieder als der innere Ursprung der Geschichte der Kulturvölker aufgezeigt wurden. Das Unheil begann zu der Zeit, als im großen Weltenjahr vor nunmehr wohl 10- bis 12-tausend Jahren ein Ereignis über die Erde hereinbrach, durch das alles vorher Bestehende ausgelöscht wurde und alles Leben von neuem beginnen mußte. Die Urgeschichte der Menschheit deutet diese Katastrophe an als die alles Leben vernichtende Flut. Wenn diese Andeutung stimmt, dann können wir uns wohl eine Vorstellung davon machen, in welcher Angst, in welcher schrecklichen Furcht vor einer Wiederholung dieses unerwarteten und unbegreiflichen Unheils die Überlebenden gestanden haben müssen. Von nun an wurden zur Abwendung kommenden Unheils Zwiesprachen in der Form von Gebeten oder Beschwörungen gehalten je nachdem, ob man die guten “Götter zum Beistand bitten möchte oder die bösen “Geister” abzuhalten oder zu vertreiben suchte. Aus dieser Angst entwickelte sich der religiöse Opferkult.

Mit dem Fortschreiten der zeitlichen Entwicklung im Weltenumschwung des Fortschreitens der Equinoxe (Äquinoktien = die Tag-und-Nachtgleichen im Jahreskreis, d.Hg.) kam der Geist der Menschen unter den Einfluß des Weltzeitalters im Zeichen der Zwillinge. In dieser Zeit bauten die Menschen ihre Vorstellungswelt über den Einfluß der “bösen und der guten Götter” als Dualismus weiter aus und töteten Menschen als Opfer zur Umstimmung der Götter und Geister, die in der dualistischen Weltanschauung unter dem Einfuß der “Zwillinge” für alles Unheil verantwortlich gemacht wurden. Auch diese dualistischen Vorstellungsgebilde haben sich im religiösen Erbgut des menschlichen Geistes erhalten und können auch unter hoch entwickelten Kulturvölkern immer wieder beobachtet werden.

Fortschreitend kam die Menschheit unter den geistigen Einfluß des Stierzeitalters. In dieser Zeit beginnt die uns bekannte Geschichte der Kulturvölker im Zeichen des Stieres im Umschwung des großen Weltenjahres, das durch eine kreisende Bewegung der Pole der Erdachse bestimmt wird und sich jeweils in einer Zeit von ca. 25.800 Jahren vollendet. Dieser Himmelsumschwung ist bekannt als die “Progression der Equinoxe”. Wir wissen aus vorliegenden spärlichen Berichten, daß zu Beginn dieses Zeitabschnittes in der Geschichte der Menschheit die Oberfläche der Erde mit Ausnahme weniger Gegenden von dichtem, teilweise undurchdringlichem Baumwuchs, von Wäldern mit dichtem Unterholz bedeckt war. In den Lichtungen der Wälder siedelten die Menschen, die dann in besonders fruchtbaren Flußtälern zu geschlossenen Völkerschaften heranwuchsen. Sie lebten und ernährten sich wie ihre Vorfahren von den Früchten der Bäume und Sträucher und den süßen Gemüsen und Wurzeln, die sie entdeckten und sammelten und nach und nach in gärtnerischen Anlagen anbauten. Im Zeichen des Stieres aber wechselten die Opferbräuche, wie oben gezeigt. Der Stier wurde das heilige, den Göttern geweihte Tier. Dieser heilige Stier wurde statt der Menschen im Zeichen der Zwillinge den Göttern geopfert, um Vergebung für begangene Sünden zu erhalten und dadurch kommendes Unheil abzuwehren. Im religiösen Kult der Israeliten und der später folgenden Juden bis zur Zeit Jesu wurden am großen Versöhnungstage im Tempel vier makellose Stiere geopfert. Aus der sumerischen, der syrisch-babylonischen und auch der ägyptischen Geschichte sind uns zudem die Altäre mit den Darstellungen der Stieropfer und die Standbilder der heiligen Stiere bekannt. Vom Opfer aber aß der Oberpriester, seine Beigeordneten und seine Tempeldiener, die das Schlachten der Tiere besorgten. Aus dem Opfermahl entwickelte sich dann der Glaube an die kraftgebende und geisterhebende Ernährung vom Fleisch der geheiligten Stiere.

Der Stierkult entwickelte sonderbare Blüten im Morgenland, der Wiege der modernen Kulturvölker, deren Kultur sich auf Ackerbau und Viehzucht gründet. So stellten sich zu der Zeit die Kulturvölker des Orients die Erde als Stier vor, auf dessen Rücken sich das Leben abspielte. Aus dem Fell resp. aus den Haaren erwuchs das Getreide, und alles andere wurde irgendwie sinnbildlich in das Leben und die Gestalt des Stieres hineingedacht. Mit anderen Worten: Die ganze Kultur der dort lebenden Völker und der aller anderen Völker auch (die heiligen Kühe Indiens) erwuchs aus dem religiösen Opferkult der damaligen Zeit und der Glaube an die kraftgebende Wirkung der zum Nutzen der Menschen geopferten Stiere, d. h. der Rinderkult beherrschte das Geistesleben der Völker. Das Fleisch der Rinder und die Milch der Kühe wurde die begehrte Speise der Menschen. Um das Rind drehte sich im Sternzeitalter des Stieres der Geist der Menschen. Damit begann die Viehzucht und besonders die Rinder und Kuhzucht.

Nun beachten wir bitte: Die Erde war überzogen von einer dicken Decke grüner Wälder mit teilweise dichtem Unterholz. Alle Berge und Hügel waren bis an die Schneegrenze von Bäumen und grünendem Gewächs bedeckt, so daß die Sonne nirgends mit ihren brennenden Strahlen den Boden selbst erreichen konnte. In diesen Wäldern aber konnte die Rinderzucht nicht vorangetrieben werden, die mit der wachsenden Bevölkerung Schritt halten mußte und immer weiter ausgebaut wurde. So mußte der Wald fallen. Der Schlag der Äxte dröhnte durch den Wald und die stürzenden Bäume fielen mit krachendem Klageruf zur Erde. Der gerodete Wald wurde zur wunderbaren Weide für das Vieh und ernährte seinen Mann. Das Holz der Wälder aber diente zum Bau der Häuser und Wohnstätten und später zum Bau der Paläste und Tempelheiligtümer. Der Wald wich der Axt, damit die Kuh fette Weide fand. Aber bald genügte die Weide allein nicht mehr, es fehlte oft in den schlechten Jahreszeiten an Futter und man begann in der Voraussicht auf Mangelzeiten, Futter anzubauen. Das war der Beginn der Ackerkultur mit Pflug und Egge zur Fortführung der Viehzucht und damit auch zur Milchgewinnung.

Wir müssen uns an den Ursprung in der Vorstellungswelt der Menschen zurückdenken, um den ungeheuerlichen Anachronismus des Glaubens der Kulturvölker an die kraft- und gesundheitgebende Wirkung der Fleisch- und Milchnahrung zu versetzen. Diesen Anachronismus des Glaubens im Geist der Menschen gilt es zu überwinden, wenn es wieder einen wirklichen Frieden auf Erden geben soll, nicht einen Frieden der vorübergehenden Waffenruhe, sondern einen wirklichen Gottesfrieden, unter deren Schutz jeder sein friedliches Auskommen hat und der Krieg und jede Gewaltanwendung ihren Sinn verloren haben werden.

Wo die Axt den Wald vernichtet und die Fruchtbarkeit des Landes der Viehzucht geopfert wird, da beginnen die sengenden Strahlen der Sonne die Erde auszudörren und das Grundwasser sackt ab. Solange nun das Vieh in reiner Weidewirtschaft gehalten wurde, solange blieb wenigstens die grüne fest verwachsene Grasnarbe erhalten. Aber die Weidewirtschaft genügte auf die Dauer nicht, und so kam es zur Ackerbaukultur zur Erlangung von Viehfutter. Hand in Hand mit der sich schnell entwickelnden Viehzucht und der Ackerbaukultur zur Erlangung der begehrten scheinbar kraftgebenden Fleischspeise und der nicht mehr wegzudenkenden Milch ging eine immer größer werdende Verachtung der bisher üblichen, aus der ursprünglich gesammelten Waldnahrung entwickelten Gartenkultur mit ihrem reichen Segen an Gemüsen aller Art und ihren Baumund Beerenfrüchten. Die Enge des Gartens mußte der Weite der Viehweiden und der weitflächigen Ackerkultur weichen.

Der Garten wurde mit seinen wunderbaren, dem Menschen in natürlicher Weise angepaßten Gemüsen und Früchten verkleinert zu Gunsten der Ackerkultur und der Viehzucht. Mit der Ackerkultur entdeckten die Menschen die Tatsache, daß gewisse Gräser besonders große Körner hervorbrachten. Diese wurden als Speise probiert. Aber sie erwiesen sich als zu hart. So zerstieß und vermahlte man die Körner zwischen zwei Steinen, vermischte das entstehende Mehl mit Wasser und ließ den Teig erst in der Sonne und später im mit Holz geheizten Ziegelofen backen. So entstand als Folge der Viehzucht die Brot- und Getreidenahrung. Mit dieser Neuentdeckung einer scheinbar guten Ergänzung der begehrten Fleischspeise und der Milch in Form von Brot und von oft in Milch gekochten Getreidespeisen begann das Geschick der Menschen die Wendung ins Verderben zu nehmen. Der Fluch, der auf dem Acker liegt, begann sich mit der wachsenden Bevölkerung immer verhängnisvoller auszuwirken. Je mehr Fleisch und, Milch verlangt wurde, desto mehr Wald mußte geschlagen werden, um die Weide- und Ackerfläche vergrößern zu können. Mit dem dadurch versickernden Grundwasser und der auf den abgeernteten Acker brennenden Sonne verlor die Erde in der immer wieder aufgebrochenen Ackerfurche ihre ursprünglich unversiegbare Fruchtbarkeit, und immer mehr Waldland mußte gerodet werden, um Fleisch, Brot und Milch erzeugen zu können. Damals entdeckte man dann zur Anregung der Fruchtbarkeit den Tiermist, aber der einseitig versäuernd wirkende Tiermist konnte auf dem mehr und mehr ausgelaugten Ackerland die Mineralstoffe des Bodens nicht ersetzen, die ohne die rege Bodengare des Waldes und des Gartens nicht aufzuschließen sind. So versteppte der Acker, und bald brachte er keine ausreichenden Ernteerträge mehr. Das auf die Berge und Hügel sich ausdehnende Weideland aber ließ unter den brennenden Strahlen der Sonne die Höhenzüge mehr und mehr verkarsten, und der Orient verwandelte sich unter dem Pflug des Ackerbauers und der Viehzucht Im Laufe der Jahrhunderte in eine wasserlose Wüste, in der weder Mensch noch Tier leben konnten.

Das ist in kurzen Worten das Geschick der orientalischen Kulturvölker. Während dieser langen Entwicklungszeit von der Gartenkultur inmitten waldreicher Gebiete, die sich bis auf die Berge hinzogen und die Erde bedeckten, bis zur Wüstenbildung der einst fruchtbaren Landschaften erwuchsen die Scheinkulturen und die Blütezeiten der Kulturvölker mit ihrem hochgetriebenen Egoismus, mit der Verherrlichung des Reichtums an Rindern und mit ihren Kriegen und Verbrechen am Volke, um mehr Land zur Rinderzucht beherrschen zu können. Es entwickelten sich aus dieser Kultur und ihrer Ernährungsgrundlage die Krankheiten und Gebrechen, an der ganze Völkerschaften zu Grunde gegangen sind, mit all den Torheiten, den Beschwörungsformeln und der Fetischanbetung in dem Versuch, die Krankheiten zu heilen und ihnen die Schrecken zu nehmen. Das Zeichen all dieser Kulturen aber ist bis auf den heutigen Tag die vollständige Fehlentwicklung in gesundheitlicher Beziehung. Ist es doch bekannt, daß mit der Scheinblüte der Kulturentwicklung die Vermehrung der Krankheiten und Gebrechen Hand in Hand geht, und die Krankheitserscheinungen mehr und mehr unheilbar werden.

Aber die Zeit schreitet weiter, der Frühlingsanfangspunkt im Himmelsumschwung wandert weiter und erreicht das Zeichen des Widders, und wieder ändert sich die Geisteshaltung der Menschen. Der Widder oder das Lamm wird zum heiligen Opfertiere. Aber- dieses Zeichen gewinnt nicht die Kraft, die Geisteshaltung, unter dem Zeichen des Stieres zu brechen, so geht denn der Kuhkult weiter, ergänzt durch Schafzucht. In dieser Zeit beginnen die orientalischen Kulturvölker nach dem Überschreiten ihrer Hochblüte dem Untergang entgegenzugehen und zu verfallen. Die mittelmeerländischen Kulturvölker beginnen die Orientalen abzulösen. Diese übernehmen mit der Kuhkultur auch die nur im Weidegang mögliche Schafzucht von den Orientalen. Die Entwicklung nimmt deshalb den gleichen Verlauf.

Die nach neuen Wohnsitzen suchenden Eindringlinge aus dem Norden, die hellen Nordgermanen, die über Süddeutschland zur Landsuche aufgebrochen waren, überwinden die Urbewohner der Balkanhalbinsel mit Waffengewalt und erniedrigen diese zu Heloten, d. h. zu Pächtern und Bearbeitern des Landbesitzes, den die Eroberer unter ihre führenden Familien verteilen. Sie übernehmen die Kuhkultur von den Orientalen und ergänzen diese durch die im Weidegang gehaltenen Schafherden.
Das bedeutet wiederum die Vernichtung der Wälder und Gärten zugunsten der großflächigen Weide- und Ackerkultur. Zu Beginn dieser aufgehenden Blütezeit der Hellenen oder Griechen der Antike hausten in den Wäldern genau so wie auf der Apeninnen-Halbinsel, dem heutigen Italien, und im ganzen Mittelmeergebiet Löwen, Tiger und Raubkatzen, Bären und Wölfe, die sich an dem Wildreichtum gütlich taten. In der Blütezeit der Antike besingt Homer zwar noch die rauschenden Eichenwälder Griechenlands, aber dann setzt der Kampf um Nahrung und Erhaltung gegen die persischen Heere ein und der Wald wird ein Opfer zugunsten des Baues der Kriegsflotte. Auf Grund dieser Flotte wird Griechenland zum Handelsvolk, um der beginnenden Nahrungssorgen bei wachsender Bevölkerung und absinkender Fruchtbarkeit der entwaldeten Landschaft Herr zu werden. Es kommt, wie es kommen muß: Aus den Bürgerkriegen sich befehdender Stadtstaaten erzwingt der makedonische Fürst das Königtum, doch mit dem Siegeszug des jugendlichen Alexander endet die Blütezeit der Hellenen. Die Verkarstung und Verödung des Landes als Folge der Rinder- und Schafzucht läßt das Land verarmen, und die nicht wieder erreichte Entwicklung von Kunst und Wissenschaft beginnt zu veröden.

Eine ganz ähnliche Entwicklung sehen wir in Rom. Auch dort beginnt der geschichtliche Werdegang mit der Eroberung des Landes durch nordische Eindringlinge, die mit der Rinderzucht Bekanntschaft machen und die Weidewirtschaft und den Ackerbau der Orientalen übernehmen. Das römische Staatswesen nimmt seinen Anfang mit der Festsetzung der Acker- und Landbesitzrechte der Eroberer, die ursprünglich im Orient entwickelt wurden. Der Waldreichtum der Apeninnen-Halbinsel war damals noch unermeßlich, ja selbst als Hannibal mit seinem Heere über die Alpen vorstieß, um die beginnende Herrschaft der fühlbar werdenden Nebenbuhler im Mittelmeergebiet zu überwinden, mußte er sich durch den undurchdringlichen Urwald der Po-Ebene seinen Weg bahnen. Aber schon einige Jahrhunderte später, zur Zeit der Christenverfolgungen, zeigten sich die Folgen der Entwaldung. Sie hatten damals schon derartige Ausmaße erlangt, daß Getreide und Ackerbau nicht mehr möglich war. Das Land wurde unter der Herrschaft der Latifundienbesitzer im goldenen Zeitalter der Cäsaren nur noch im Werdegang genutzt, bis auch das kaum noch möglich war, da die verkarstenden Gebirgszüge mit der Zeit ganz verödeten. Sie sind in diesem Zustand bis heute geblieben. Der Glaube an die Kraft und Weisheit gebende Wirkung des Fleisches der Rinder und der Milch der Kühe wirkt sich im Fluch über den Acker immer in der gleichen Weise aus.

Wald – Axt – Kuh – Pflug – Wüste … sind die Wege der Kulturvölker, die im Anachronismus ihrer Zeit am religiösen Aberglauben des Stierzeitalters hängen geblieben sind und es sogar noch fertig bringen, diesem Glauben eine wissenschaftliche Grundlage anzuhängen. Inzwischen ist die Zeit vorangeschritten, das Zeitalter des Lammes wurde überwunden durch die Zeit der Fische im großen Weltenumschwung. Im religiösen Leben der Menschheit wurde der Fisch die geheiligte Fastenspeise der Christenheit. Aber der Anachronismus im Glauben an die Segnungen des Rindfleisches und der Kuhmilch geht weiter und fordert täglich seine Opfer. Die Menschen sind inzwischen blind und taub geworden gegen die Verwüstung ihrer Gesundheit und die Vernichtung der Fruchtbarkeit der Mutter Erde durch ihre sinnlos gewordene Ernährung.

Weiter schritt der Zeitenumschwung im Weltall. Mit dem heraufkommenden Sternzeichen des Wassermannes erschließen sich dem Menschen die Quellen der Tiefe in seinem Gewissen und in seinem Geistes- und Glaubensleben. Er sieht wohl den Anachronismus der übernommenen, in Satzung und Dogma geprägten Glaubenslehren der Kirchen und Sekten, aber er findet sich noch nicht hinein in die neue Zeit. Sein Geistesleben wird zur Zeit zu sehr geblendet von den Errungenschaften der Technik und der Industrialisierung, die mit dem Umschwung der Zeiten im Sternzeichen des Wassermannes ermöglicht wurde. Er weiß noch nicht, wie diese Industrialisierung sein körperliches und geistiges Leben auszuhöhlen im Begriff ist, das zudem durch seine anachronistische, allen Naturgesetzen hohnsprechende Ernährung gesundheitlich schwer geschädigt wird. Die Nahrungsnot aber wird mit der wachsenden Bevölkerung bei Fortsetzung der Acker- und Weidewirtschaft als Kulturgrundlage trotz aller technischen Errungenschaften nicht mehr zu überwinden sein.

Wann wird der moderne Mensch des Wassermannzeitalters hellfühlig genug werden, um sich aus dem Blendwerk der technischen Industrialisierung zu retten und seine mehr als altertümliche Ernährungsweise mit Rindfleisch, Milch und Schweinefleisch, ergänzt durch Brot und Dosengemüse, als das zu erkennen, was sie in Wirklichkeit ist, nämlich der Zerstörer seiner Gesundheit und der Vernichter der Fruchtbarkeit der Erde, von der er leben und sich ernähren muß ? Wie lange noch werden die “ethischen Vegetarier” mit ihrer “lacto-vegetabilen” Kost der Kuhzucht und damit der Zerstörung der Fruchtbarkeit der Mutter Erde Vorschub leisten ?

Wie einen Potluck initiieren?

Ich organisiere nun seit einiger Zeit Potlucks in Frankfurt am Main, aber auch dafür gab es mal ein erstes Mal. Als ich 2011 nach Frankfurt aus der Nähe von Hannover gezogen bin, habe ich zuerst auf der Seite www.germanygoesraw.de nach Potlucks in Frankfurt gesucht und einen Potluck in Frankfurt entdeckt. Diesen hat die Gabriela Ristow-Leetz in Sachsenhausen veranstaltet. Es war der zweite Potluck an dem ich jemals teilnahm und es war sehr nett. Da sonst keine weiteren Potlucks mehr angeboten wurden und ich Potlucks so schön finde, habe ich meinen Mut zusammengekratzt und in der Facebook Gruppe FrankfurtGoesRaw zu einem Potluck bei mir zu Hause eingeladen, für den sich auch ein paar angemeldet haben.

 

Der erste Potluck
Ich war super aufgeregt, wer von den angemeldeten kommt und war auch froh, dass ein paar Freunde vorbei kommen wollten. Und es kamen auch ein paar und einige sind immer noch treu mit dabei.

 

Wer sollte einen Potluck veranstalten?
Jedem,
der die Idee von Potlucks toll findet, empfehle ich auch mal einen zu veranstalten. Es wird dein und das Leben vieler anderer Menschen bereichern.

 

Grundvoraussetzung: Ein passender Ort


Dazu benötigt ihr etwas Platz und für den Rest kann und soll sich jeder beteiligen.
Im Sommer ist es zum Beispiel am einfachsten: Such dir einen Park aus und verschicke Einladungen über die Kanäle, die du Nutzt und/oder frag auch Freunde in ihren Kanälen die Veranstaltung zu veröffentlichen. Wenn dann jeder eine Decke, Geschirr und leckeres Essen mitbringt, ist schon für alles gesorgt und ihr könnt eine schöne Zeit zusammen in der Natur verbringen.
Im Winter wird es mit dem Platz etwas schwieriger, da kaum jemand Lust hat draußen auf dem Boden länger als eine Minute zu sitzen. Entweder du bist bereit dein Haus für “Fremde” zu öffnen oder du bemühst dich um Räumlichkeiten, wie zum Beispiel Stadtsäle oder dergleichen.

 

Das Ausrichten eines neuen Roh-Potlucks ist im Grunde ganz einfach. Du brauchst nur 2 oder mehr Personen, 4 Quadratmeter Platz und eine Handvoll frisches Gemüse. Es muss kein aufwendiges Gourmetessen sein, keine besondere Hightech-Ausstattung ist erforderlich, kein außergewöhnliches Esszimmer. Oftmals sind die einfachen Dinge die Besten! [GermanyGoesRaw]

 

Einladungen Verschicken
Mit der Zeit habe ich einen E-Mail Verteiler aufgebaut, in dem ca. 80 Adressen gesammelt sind (Stand: 21.02.2014) und verschicke darüber Einladungen und Informationen. Außerdem stelle ich wie beim ersten Mal jede Veranstaltung bei Facebook rein und teile sie in verschiedenen veganen Gruppen für Frankfurt. Mittlerweile habe ich die Veranstaltungen auch bei Couchsurfing.org eingestellt. Einige Interessierte finden sogar über die GermanyGoesRaw Seite zu den Potlucks.
In der Zukunft plane ich die Veranstaltungen bei Groops.de einzustellen und auch Flyer in Bio-Läden auszuhängen.
Selten schreibe ich Leute an, die potentiell Interesse hätten und in der Nähe leben.
Es gibt unendlich viele Möglichkeiten und du wirst schon das richtige finden. Beachte einfach, wer die Zielgruppe sein soll.

 

Viel Spaß
Ich will euch ans Herz legen es mal auszuprobieren!
Auch wenn es schon einen Potluck in Frankfurt gibt, kann Frankfurt noch mehr vertragen. Ich würde fast täglich an einem Potluck teilnehmen 🙂

 

Solltet ihr Hilfe oder Tipps brauchen, teile ich gerne meine Erfahrungen.

Morgenstund’ hat Wildnis im Mund

WildkräuterfrühstückWildkräuter – frei wachsende Pflanzen auf Wiesen und in Wäldern – sind reich an Vitaminen, Mineralien, Eiweiß und ­damit pralle Lebensenergie. Sie schmecken intensiver als gezüchtete Sorten, und viele empfinden sie als Turbo-Booster für die Gesundheit. Mark Weiland isst sich seit zwei Jahren durch die Vielfalt der Natur und lädt zwei Mal die Woche zum freien “Äsen“ in der Berliner City ein.

Berlin, Dienstagmorgen um 7 Uhr 30. Im Schlosspark Charlottenburg ist soeben die Sonne aufgegangen, der herbstliche Nebel verhüllt Schloss und Natur. Während sich im Sommer noch Radfahrer und Jogger auf den Parkwegen tummelten, verirren sich jetzt im Spätherbst nur noch wenige Frühaufsteher in den kalten Morgen. Wer jedoch am Belvedere innehält, einem kleinen Rokoko-Pavillon, wird dienstags und donnerstags um halb acht am Morgen eine kleine, höchst sonderliche Gruppe beobachten können. Sie pflücken und verspeisen ungewaschene Kräuter von der Wiese, essen Blätter von den Bäumen und scheuen sogar vor „giftigen“ Eibenfrüchten nicht zurück. To029desmutige Ökos? Verzweifelte Hartz IVler? Eine Unkräuter-Sekte?
Die Lösung ist ganz einfach: Es ist das Wildkräuterfrühstück, das im Mai 2011 von mir ins Leben gerufen wurde. Vor rund fünf Jahren bin ich über den Gesundheitspapst Franz Konz auf die Wildkräuter aufmerksam geworden, obwohl auch der Ernährungsforscher Walter Sommer – über dessen Werk „Das  Urgesetz der natürlichen Ernährung“ ich im Alter von fünfzehneinhalb zur Rohkost gefunden habe – schon viel darüber geschrieben hatte. Aber das war mir damals nicht so bewusst. Letztlich bin ich über Franz Konz wieder darauf aufmerksam geworden, dass man Wildkräuter roh essen kann und sie sehr wichtig für die menschliche Ernährung, für den Säure-Basen-Haushalt, die Zahngesundheit usw. sind, besonders in unseren Breitengraden.

„Äsen“ im Park

2014-05-20 08.23.11Auf einem Seminar von Franz Konz lernte ich die Kräuterexpertin Heidemarie Fritzsche aus Berlin kennen. Über anderthalb Jahre bin ich dann in Berlin-Buch bei ihren Kräuterwanderungen mitgegangen und habe sehr viel dabei gelernt. Aber es war mir irgendwann zu wenig, nur einmal im Monat ein paar Wildkräuter zu essen. Auf einer dieser Wanderungen lernte ich einen – mittlerweile – Freund kennen, der in meiner Nähe wohnte. Ich sagte zu ihm: „Lass uns doch einfach mal zusammen essen gehen – und zwar nicht in einem Restaurant oder Café, sondern einfach auf der Wiese draußen!“ Also gingen wir vor zweieinhalb Jahren im Frühjahr (März) durch den Schlosspark und hatten auf einmal den Geruch von wildem Bärlauch in der Nase – und haben uns gleich den Bauch mit diesem Frühlingskraut vollgeschlagen. Es war total lecker und kraftspendend. Dazu aßen wir Brennnesseln und alles, was es so im Frühjahr gibt. Aus dieser Idee heraus entstand das Wildkräuterfrühstück. Wir haben uns öfter zum „Äsen“ im Park getroffen, und ich dachte mir, dass es doch toll wäre, das zu verbreiten. Zuerst lud ich nur Freunde dazu ein, dann eröffnete ich eine Wildkräuterfrühstücks-Gruppe im Internet (facebook). Und zuletzt stellte ich dann auch eine eigene Seite www.wildkräuterfrühstück.de mit vielen Zusatzinformationen ins Netz.

DSC00311Das Schöne ist, dass eigentlich immer irgendwelche Kräuter da sind. Zu allen vier Jahreszeiten. Das hat bei mir dieses Gefühl von Naturverbundenheit und Urvertrauen über die Jahre hinweg ausgelöst. Ich weiß: Ich gehe hinaus und finde immer etwas zum Essen. Das ist eben Mutter Natur! Sie versorgt uns, wenn wir ihr vertrauen! Ganz ohne Mixer und Tropenfruchtversand…
Das Wildkräuterfrühstück ist auf jeden Fall ein guter Anfang für den vielzitierten Wandel. Und es kostet nichts. Viele sagen zwar: „Was nichts kostet, taugt auch nichts.“ – Aber in diesem Fall ist das mal umgekehrt. Du bekommst kostenlos das Allerbeste und Hochwertigste, was es auf der ganzen Welt zum Essen gibt! Und deshalb bekommst du durch so ein Leben auch dein „Urvertrauen“ und deine „Urverbundenheit“ zurück.

Urkost im urbanen Alltag

20140412_142202Das Wildkräuterfrühstück ist eine ideale Alternative zum gewohnten Gang vor der Arbeit in den Bäckerladen. Zum Sinn des Wildkräuterfrühstücks erkläre ich immer zu Beginn: „Es ist keine Wildkräuterwanderung, auf der man 30-40 Pflanzen kennen lernt, deren Gehalt an Vitamin C und Eisen erfährt oder die beste Möglichkeit, sie in Tees und Suppen kaputtzukochen. Das Wildkräuterfrühstück ist nichts weiter als eine praktische Übung, die Urkost in den urbanen Alltag zu integrieren.“ Und das geht so: Man nehme sich etwas Obst für den Geschmacksmix mit – reif und Bio versteht sich – schwingt sich aufs Rad oder steigt ins Auto/in die Bahn und kommt zum Treffpunkt.

Es wird nur gegessen, was nicht giftig ist, und ein paar Erklärungen und Tipps gibt es auch: zum Beispiel über den Verzehr der Brennnessel, ohne sich zu verbrennen, oder welche Wurzeln oder was sonst besonders im Winter sehr lecker ist. Aber es geht auch darum, mit naturverbundenen Menschen gemeinsam „ins Gras zu beißen“.

Auch wandelt sich bei dem einen oder anderen Hobbygärtner, der zufällig vorbeikommt und Brennesselerstaunte Fragen stellt, das Feindbild Giersch, Brennessel und Vogelmiere zum „Freundbild“. Doch es gibt auch Warnungen von außen, dass man die Eiben nicht essen dürfe, weil sie giftig sind. Da tut Aufklärung Not, und so erkläre ich, dass es zwar richtig sei, was man über die Eiben sagt, doch wenn man den Kern unzerkaut wieder ausspuckt, sich auch nicht an Eibenblättern oder Eibenrinde vergeht, wird man für dieses „Geheimwissen“ mit dem köstlichen Fruchtfleisch der Eiben belohnt.

Fuchs- und Hundebandwurm lassen mich völlig kalt, denn für dessen gesundheitsschädliche Wirkung fehlen die wissenschaftlichen Beweise, vor allem, wenn wir mit einer basischen Nahrung ein Milieu schaffen, das diese Parasiten ohnehin verschmähen. Und die Hinterlassenschaften der Hunde werden vom Regen weggespült oder „verwachsen“ sich. Gesundheit kann so einfach sein, wenn man lernt, keine Angst mehr vor der Natur zu haben.

Mehr als ein alternatives Frühstück

P1080639Das Wildkräuterfrühstück ist aber mehr als nur ein alternatives Frühstück. Wer regelmäßig kommt, lernt die Pflanzen besser kennen, erlebt den Wechsel der Jahreszeiten, das ewige Stirb und Werde in der Natur. Auch der behutsame und respektvolle Umgang mit den Pflanzen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ich sehe in den Pflanzen keine bloßen Behältnisse biochemischer Nährstoffe, sondern Lebewesen und Persönlichkeiten, die es uns sogar mit einem üppigeren Wuchs an Blättern und Stengeln danken, wenn wir nur einige Blätter essen statt sie mit Stumpf, Stiel und Wurzel auszureißen. Wer ein Wildkräuterfrühstück miterlebt, erhält mit jedem Biss ein Stück Naturverbundenheit zurück. Denn Naturverbundenheit gibt’s nicht im Bioladen, wohl aber in der Natur selbst.

Letztlich lässt sich Urbanität mit der ­natürlichen Lebensweise leider nur unzureichend vereinen. Mein Herzenswunsch ist es darum, ein schönes großes Grundstück mit einem Hektar Land zu haben und selbst zu bestimmen, was ich da mache und anpflanze. Mit einer Quelle, einem Brunnen, vielleicht mit einem See in der Nähe. Und dann hundertprozentige Selbstversorgung. Wir haben hier in Europa ja eine Jahrtausende alte Gartenkultur. Unsere europäischen Vorfahren oder die Alteuropäer – Tacitus und Cäsar haben sie Germanen genannt – haben laut Walter Sommer vegetarisch gelebt. Sie hatten Gärten, in denen sie ihre Nahrung selbst angebaut haben. Dort gab es gemeinschaftlich genutzte Flächen, sogenannte Almenden, wo es ein Bodennutzrecht gab. Die Möglichkeit, Land zu besitzen, gab es gar nicht, bis das „Römische Recht“ eingeführt wurde. Seitdem gilt das Bodenbesitzrecht.

Wir dürfen zwar einen Schrebergarten haben, aber auch da gibt es eine maximale Begrenzung. Die erlaubte Fläche reicht nicht aus, Selbstversorgung zu betreiben. Außerdem kommen die hohen Pachten dazu und sehr hohe Ablösesummen, wenn man ein Grundstück übernimmt. Trotzdem: Wenn auch nur Schritt für Schritt, ein „Zurück zur Natur“ mit Wildkräuterfrühstück oder eigenem Garten ist machbar. Oder noch besser: Vorwärts zur Natur!

Mark Weiland

Mehr Informationen zum Wildkräuterfrühstück gibt es auf www.wildkraeuterfruehstueck.de.

Sammelkalender für Wildkräuter und Beerenfrüchte u. a.

Quelle: Dr. med. Christian Guth und Burkhard Hickisch: “Grüne Smoothies”, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München, 2012
Bei all diesen Pflanzen können junge Triebe, Blätter und Früchte während der ganzen Wachstumsperiode verzehrt werden.

 

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
Ackerhellerkraut
Ackerschachtelhalm
Ackerwinde
Ahorn
Baldrian
Barbarakraut
Bärlauch
Basilikum
Batavia
Beifuß
Beinwell
Birke
Birne (Frucht)
Brennnessel
Brombeere (Frucht)
Brunnenkresse
Buche
Distel
Douglasie
Eberesche
Ehrenpreis
Eichblattsalat
Eiche
Elsbeere
Erdbeere (Frucht)
Esche
Esskastanie
Feldsalat
Fenchel (Blätter)
Fetthenne
Fichte
Franzosen kraut
Frauenmantel
Friseesalat
Frühlingszwiebel
Fünffingerkraut
Gänseblümchen
Gänsefingerkraut
Giersch
Gundelrebe
Gundermann
Günsel
Guter Heinrich
Habichtskraut
Haselnuss
Heckenrose
Heidelbeere (Frucht)
Heublume
Himbeere (Frucht)
Hirtentäschel
Holunder (Blüten)
Hopfen
Huflattich (Blätter)
Huflattich (Blüte)
Johannisbeere (Frucht)
Johanniskraut
Kamille (Blüte)
Kiefer
Kirsche (Frucht)
Klatschmohn
Klee
Klettenlabkraut
Knoblauchsrauke
Knöterich
Kohlrabiblätter
Königskerze
Kopfsalat
Kornblume (Blüte)
Kürbisblätter
Lärche \
Lauch
Lavendel
Linde
Linde (Btüte)
Litschi
Löwenzahn
Lungenkraut
Luzemte
Mädesüß
Majoran
Malve (Blüte)
Manderine
Mango
Mangold
Margerite (Blüte)
Melde
Melone
Minze
Mirabelle/Reneklode
Mispel (Frucht)
Mizuna
Möhrengrün
Moosbeere
Nachtkerze
Natternkopf (Blüte)
Nelkenwurz
Oderrnennig
Orange
Oregano
Pappel
Petersilie
Pfefferminze
Pfennigkraut
Pfirsich/Nektarine
Pflaume/Zwetschge
Physalis
Postelein/
Winterportulak
Preiselbeere (Frucht)
Primel
Radicchio
Radieschtengrün
Rettich
Ringelblume (Blüte)
Rohrkolben
Romanasalat
Römersalat
Rose
Rosenkohl
Rosmarin
Rote-Bete-Blätter
Salbei
Sanddorn (Blätter)
Sauerampfer
Schafgarbe
Scharbockskraut
Schlehe (Blätter und
Früchte)
Schlüsselblume (Blüte)
Schnittlauch
Senf
Spinat
Spitzkohl
Springkraut
Stachelbeere (Frucht)
Staudenselerie
Stiefmütterchen
Storchenschnabel
Tanne
Taubnessel
Tausendgüldenkraut
Tellerkraut
Thymian
Ulme
Veilchen (Blüte)
Vergissmeinnicht (Blüte)
Vogelmiere
Waldmeister
Walnuss (Blätter)
Wasserlinse
Wassermelone
Wegerich
Wegwarte
Weide
Weidenröschen >
Weintrauben (Frucht)
Weisdorn (Beeren)
Weißer Gänsefuß
Wermut
Wicke
Wiesenkerbel
Wiesenschaumkraut
Wilde Möhre
Wirsingkohl
Witwenblume
Wollblume
Zeder
Zitronne
Zitronenmelisse
Zucchini

 

 

 

Keine Angst vor dem Fuchsbandwurm!

Bei jeder meiner Kräuterwanderungen wird die Frage nach dem Fuchsbandwurm gestellt. Hier darf nach aktuellem Informationsstand Entwarnung gegeben werden.

 

„Ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlicher, als sich durch den Verzehr von Waldbeeren mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren“, so Professor Klaus Brehm, Biologe am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Robert-Koch-Institut (www.rki.de). Die Krankheit, die unbehandelt zum Tod führen kann, sei zum Glück sehr selten. (…)

Entgegen hartnäckiger Gerüchte gibt es keine Hinweise auf die Übertragung durch den Verzehr von Wildpflanzen oder Waldbeeren. Auch besiedeln Füchse immer häufiger Städte und stadtnahe Gebiete. Über 1600 Füchse lebten schon 2006 in Berlin, fünfmal mehr als in den umliegenden Wäldern. Das Futter lockt: Mäuse, Ratten, Katzenfutter …

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Als größte Infektionsquelle für Fuchsbandwurminfektionen wird der enge Kontakt (Schmusen) mit Haustieren angesehen (Hunde oder Katzen, die Mäuse fressen). Die Gefährdung beschränkt sich in Deutschland vor allem auf den süddeutschen Raum einschließlich Hessen und dem südlichen Baden-Württemberg, besonders betroffen ist die die Schwäbische Alb. Weil es sich hier jedoch um reine Statistik handelt, habe ich einen erfahrenen Jäger befragt: Er würde Wildwechsel (sichtbar als Trampelspuren im Gras) meiden. Waschen kann Fuchsbandwurmeier zwar nicht zerstören, die Gefahr aber mindern.

Fazit: Ob Sie bodennah wachsende Wildkräuter von Wald und Wiese roh zu Wilden Grünen Smoothies verarbeiten, müssen Sie selbst entscheiden. Das Risiko einer Fuchsbandwurm-Infektion ist statistisch sehr gering.”

Weitere Infos zum Fuchsbandwurm mit aktueller Statistik unter -> http://www.herbalista.eu/kann-ich-das-essen

Bezugsquellen von Wildkräutern

Hochgenuss LindenblätterWildkräuter sind in aller Munde – oder etwa noch nicht? Viel hört man immer wie toll und wichtig Wildkräuter für Gesundheit, Entgiftung, Wohlbefinden und den Mineralstoffhaushalt sind. Wo aber bekommt man sie her die grünen Helden der Wiese? Wenn man in der Großstadt wohnt, ist die Antwort auf diese Frage manchmal gar nicht so einfach. Hier ein paar Anregungen:

Sammeln

  • im Stadtpark
  • in Vorgärten
  • beim Nachbarn
  • auf verwilderten Grundstücken
  • in Kleingartenanlagen
  • im Stadtwald
  • auf Friedhöfen

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Lernen

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Kaufen

  • auf Wochenmärkten
  • in eingen Bioläden
  • in türkischen Lebensmittelläden
  • bei Wildkräuterversendern:

Weitere Möglichkeiten

  • bei Rohkostpotlucks

 

 

Nach dem Essen von Roten Beete

Nach dem Verzerr von Roter Beete haben einige einen rötlich verfärbten Urin und Stuhlgang. Das ist harmlos.
Der Farbstoff Betanin färbt die Rote Beete rot. “Betaninreste im Urin und Stuhl färben diese bei hoher Verzehrmenge leicht rötlich – eine völlig ungefährliche Sache, die jedoch verstärkt auftritt wenn Ungereimtheiten im Eisenstoffwechsel bestehen.” [2]

 

Im Labor
Wird Rote Beete im Labor mit Salzsäure (Magensäure besteht nüchtern etwa aus 0,5-prozentiger Salzsäure) vermischt, verliert es nicht wie alle sonstigen Lebensmittel seine Farbe, sondern wird zu einem bräunlich, mattem Gemisch. Die Verfärbung kommt zu Stande, weil der enthaltene rote Farbstoff Betanin weitestgehend stabil bleibt. [1]
Diese Eigenschaft wird genutzt und deshalb fungieren Betanin-Lösungen auch als ph-Indikator: Violette Lösungen deuten auf ein stark saures Milieu hin. Rote Lösungen kennzeichnen ein Milieu ab einem ph–Wert von 4. Stark basische Lösungen färben sich gelblich-braun. [2] Versuche und veranschaulichende Bilder dazu findet ihr hier: Link.

 

Der rote Farbstoff Betanin
Betanin hat eine starke antioxidative Eigenschaft: Unter dem Einfluss von Betanin kommt es zu einer verringerten Oxidation von LDL (Lipoprotein niederer Dichte = Transportvehikel für die im Blutplasma wasserunlöslichen Substanzen wie Cholesterin, Cholesterinester, Triglyceride, Fettsäuren und Phospholipide sowie von den fettlöslichen Vitaminen Vitamin E und Vitamin A).
Auch den Abbau von Häm (eisenhaltiger Blutfarbstoff) vermag Betanin zu reduzieren.
Da Betanin sehr anfällig auf Angriffe freier Radikale ist, hat Mutter Natur Rote Beete mitunter seinen hohen Gehalt an Vitamin C zum Schutz mitgegeben. Dafür und für ihren hohen Anteil an B-Vitaminen ist sie bekannt. [2]

 

Rote Beete Saft
Bitte beachtet beim Rote Beete Saft Trinken (Säfte überschütten unseren Körper mit einem Schwall von Nährstoffen, die dieser so schnell nicht verarbeiten kann), dass die Rote Beete einen hohen Gehalt an Oxalsäure hat. Oxalsäure erschwert die Aufnahme von Eisen im Darm und kann auch das Risiko auf Nierensteine erhöhen. Oxalsäure führt zudem zur Verarmung an Calcium. [2]

 

Frisch essen
Betanin hat eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung, wenn Rote Beete frisch (ohne Einfluss von Hitze) zubereitet wird. Beim Erhitzen von Roter Beete gehen signifikante Mengen von Betanin verloren. [2]
Die Rote Beete hat einen “hohe Nitratgehalt, der für [eine] Leistungssteigerung verantwortlich ist. Nitrat wird im Körper zu Stickstoff umgewandelt, der wiederum die Blutgefäße erweitert. Somit senkt sich der Blutdruck und die allgemeine Durchblutung wird gefördert. […] Ähnlich wie bei […] anderen nitrathaltigen Gemüsesorten, sollte auch die Rote Beete [wenn überhaupt] nur einmal erhitzt werden. Nitrat wird im Körper zu circa 25 % in Nitrit umgewandelt, welches unter Umständen Krebserkrankungen fördern kann. Das mehrfache Erhitzen unterstützt die Nitrit-Bildung zusätzlich. So gilt bei der Roten Beete der Leitspruch: Viel mehr ist NICHT viel besser.” [3]
Tragischerweise wird in vielen Supermärkten ausschließlich vor gekochte oder konservierte Rote Beete verkauft. Wenn diese dann in einem Gericht verarbeitet wird und dann wiederholt erhitzt wird…

 

Wie kommt Betanin in den Urin?
Urin besteht aus Bestandteilen des Bluts. Der Urin wird aus dem Blut sozusagen abgepresst. Die Niere produziert täglich 180 Liter sogenannten Primärharn, allerdings werden nur 1 % davon also ungefähr 1.8 Liter ausgeschieden. Denn in der Niere gibt es nicht nur eine Ausscheidefunktion sondern auch eine Rückresorption. Das ist wichtig, damit wir wertvolle Mineralien und Flüssigkeit nicht verlieren.
Der Farbstoff Betanin aus der Rote Beete ist chemisch gesehen ein Glykosin, ein Zuckermolekül mit einem organischen Rest verbunden über eine Alkoholgruppe. Das Glykosin ist sehr klein und kann daher vom Darm ins Blut gelangen. Aus dem Blut wird es über die Niere dann ausgepresst und landet im Urin, weil es von der Niere nicht wieder resorbiert/aufgenommen wird. Daher färbt sich der Urin rot. Auch der Stuhl kann die Farbe ändern, wenn man Rote Beete ist, weil ja auch im Stuhl noch Betanin vorhanden ist. Ob das Blut auch röter wird, ist noch zu klären. Das Betanin ist im Blut wahrscheinlich viel zu stark verdünnt, um es stärker rot zu färben. [1]
“Die Absorption und Verwertung von Betanin findet sehr unterschiedlich statt. Untersuchungen aus den Vereinigten Staaten offerieren, dass es offensichtlich so etwas wie einen „Betanin-Responder“ gibt, also Personen bei denen Aufnahme und Verwertung so gut ablaufen, dass seine antioxidativen Eigenschaften voll zu tragen kommen [und der Farbstoff quasi verloren geht]. Der Anteil der amerikanischen Bevölkerung wird mit 10-15 % angegeben. Für die deutsche Bevölkerung ist mir leider keine vergleichende Studie bekannt. Höchststände an Betanin im Blut werden 2-4 Stunden nach der Verabreichung festgestellt.” [2]
Somit können 85-90 % der Amerikanischen Bevölkerung den Farbstoff Betanin der Roten Beete nicht verstoffwechseln. Bei diesen Leuten wird also der Urin lila und der Stuhlgang rot, weil das Betanin wieder genauso ausgeschieden wird, wie es hineinwandert. [1]

 

Rote Beete als Magensäure Test
Einige meinen ihre Magensäure zu testen indem sie Rote Beete zu sich nehmen. Färbt sich Urin oder Stuhlgang rot, dann soll das eindeutig das Zeichen für zu wenig Magensäure sein. Die Magensäure ist unter anderem dazu da Parasiten abzutöten, haben wir zu wenig davon, ist Tür und Tor offen für allerlei Krankheiten.
Ob dieser Test wirklich eine Aussagekraft bzgl. der stärke der Magensäure hat, kann ich noch nicht nachvollziehen, da wie oben beschrieben Rote Beete in Versuchen in Salzsäure stabil bleibt. Über weitere Hinweise zu diesem Thema freue ich mich.

 

Rote Beete zum “Entgiften”
Rote Beete unterstützt die Biotransformation (“Entgiftung”). “Biotransformation beschreibt den Vorgang im Stoffwechsel, bei dem über chemische Prozesse nicht ausscheidbare Stoffe in ausscheidbare Stoffe umgewandelt werden. Nötig ist dies bei allen Substanzen, die wir nicht direkt über den Harn oder den Stuhl ausscheiden können. Eine Ansammlung (Akkumulation) derartiger Substanzen im Körper stellt eine hohe Belastung dar und kann sogar zum Tod führen. Betanin unterstützt hier besonders Phase 2 dieses Vorgangs, bei welchem die Wasserlöslichkeit nicht ausscheidbarer Stoffe stark erhöht wird oder bei dem diese weiter entgiftet werden, bis eine Ausscheidung über die Nieren, die Atmung oder den Schweiß möglich ist. Auch hierbei spielt der Einfluss von Betanin auf Glutahion und ein Enzym mit dem Namen Glutahion-S-Transferase eine Rolle.” [2]

 

Quellen
[1] Warum färbt sich der Urin bei bestimmten Lebensmitteln (z.B. Rote Bete)?
[2] „Bio-Doping“ – Leistungssteigerung mit roten Beeten?
[3] Die Rote Beete – eine Rübe als medizinische Wunderwaffe?

Rohkost Restaurants europaweit

In Vorbereitung auf meinen Urlaub in England für 2014 und weil es mir mich sehr interessiert habe ich mich übers Internet in den letzten zwei Wochen erkundigt wo es in London und dann in Europa Rohkost Restaurants gibt, oder Lokale, die Rohkost anbieten. Dabei habe ich auch einige entdeckt, jedoch ist es mir noch nicht genug 😉
Ich habe meine Ergebnisse in einer Google Map festgehalten und diese möchte ich euch am Ende der Seite zur Verfügung stellen, damit ihr euch ein Bild über die Entwicklung in Sachen Rohkost machen, schöne Restaurant-Besuche in euren Urlaub machen und Ansässigen Tipps für leckeres Essen geben könnt.

 

Vorgehen
Ich habe die Restaurants auf folgende Art und Weise gesucht:

 

  • Ich habe nach der Stadt und dem Begriff “raw food” gegoogeld. Dabei bin ich auf direkte Homepages oder auch Erfahrungsberichte gestoßen.
  • Ich habe die Seite “Happy Cow” genutzt, die ein Restaurantführer für Vegane und Vegetarische Gastronomie ist. Auf den Seiten der einzelnen Städte habe ich nach dem Wort “raw” über meinen Browser gesucht, um die entsprechenden Restaurants zu finden.
  • Ich habe in Facebook und Couchsurfing Gruppen nach Rohkost Restaurants gefragt.

 

Rohkost Restaurants
Natürlich ist mir klar, dass ich in jedem Restaurant Rohkost bekommen kann, wenn ich mit dem Service-Personal oder mit dem Koch mich abspreche. Mich haben nun jedoch Restaurants interessiert, bei denen ständig Rohkost auf der Karte steht und bei denen sich ein Rohköstler oder Rohkost-Fan nicht erklären brauch. Nach diesem Kriterium habe ich die Restaurants ausgewählt.

 

Zur Karte
Auf der Karte stehen alle roten und weißen Punkte für Rohkost-Möglichkeiten. Die weißen bedeuten, dass ich sie schon einmal besucht habe (ich kann also noch viel entdecken). Ich habe die Bezeichnung so gestaltet, dass ich zuerst den Namen angebe, dann mit einem Spiegelstrich “-” nach Möglichkeit angeben was für eine Rohkost angeboten wird. Wenn der Name sehr eindeutig ist wie “RawRaw” habe ich eine Angabe weggelassen. Anschließend habe ich noch Hinweise bezüglich der Adresse angegeben, oder was ich sonst für notwendig hielt.
Damit viele Leute etwas mit der Karte anfangen können, habe ich die Karte auf englisch gestaltet. So bedeutet zum Beispiel “raw options” das es Rohkost Gerichte gibt.
Alle anderen Markierungen, die noch in der Karte enthalten sind, könnt ihr getrost ignorieren, die werden mit der Zeit auch noch verschwinden.

 

Ergebnis
Ganz eindeutig sind die meisten Rohkost Restaurants, die ich gefunden habe, in größeren Städten zu finden. Dies liegt bestimmt daran, dass in einer Stadt viel mehr potentielle Kunden leben.
Auf Platz 1 in Europa ist derzeit London mit der Anzahl der Rohkost-Ausgeh-Möglichkeiten. Ich selbst war 2013 in Großbritannien auf Rucksack Reise und habe selbst im kleinsten Dorf, hier als Beispiel Hartington, eine Chocolaterie mit Rohkost-Schokolade gefunden, die ich bei einem Tee in einer Post-Filiale mit Café (very british) genüsslich gegessen habe. Damit will ich zum Ausdruck bringen, dass Großbritannien schon weiter mit der Verbreitung von Rohkost ist als ich sie in Deutschland wahrgenommen habe.
Mir ist auch aufgefallen, dass die Namen der Restaurants oft in englisch gehalten sind. Auch in Städten wie Moskau. Vielleicht hat das auch meine Suche erleichtert und soll Touristen ermöglichen schneller auf diese Restaurants aufmerksam zu werden.

 

Ausblick
Ich will gerne die Karte aktuell halten und will weiterhin die alleinige Bearbeiterin bleiben, weil ich festgestellt habe, dass schnell mal seltsame Erscheinungen sonst auf der Karte landen. Vielleicht werde ich auch zukünftig noch die Homepages als Information einarbeiten, das wird sich wahrscheinlich mit der Zeit entwickeln.

 

Meine Bitte
Ich halte meine Augen und Ohren weiter hin auf, um weitere Rohkost Restaurants zu entdecken, bin jetzt aber an eure Hilfe angewiesen, weil ich meine Recherche Ideen erschöpft habe. Bitte schickt mir weitere Tipps und auch gerne eure Erfahrungen zu Rohkost Restaurants, damit wir zusammen eine möglichst ausführliche Karte erstellen.
Ich finde es super spannend zu sehen, was sich in dem Bereich tut und will auch gerne nach Möglichkeit viele Rohkost Restaurants Besuchen.

 

Danke und viel Spaß beim Entdecken!

 

Die Karte
Hier nun der Link zu der Karte: Raw Food Restaurants in Europe by Nelli

Frankfurter Bethmännchen

Frankfurter_BethmaennchenBethmännchen sind eine kulinarische Spezialität aus Frankfurt am Main, ein schönes Mitbringsel und selbst gemacht etwas Besonderes.
Etwas Süßes, wie ein Bethmännchen, kann auch etwas leckeres und gesundes sein. Wie zum Beispiel meine Rohkost Variante, die ich euch vorstellen möchte.
Dafür habe ich mir einige “original” Rezepte angeschaut und überlegt, was der vorrangige Geschmack sein soll und bin zu dem Schluss gekommen, dass der Marzipan- und Rosen-Geschmack charakteristisch für ein Bethmännchen sind und die Süße zwar wichtig, aber variabel sein kann. Diese Anforderungen kann ich mit frischen vollwertigen Zutaten umsetzen und so entstand meine Bethmännchen-Interpretation.

Rezept
Den Teig habe ich aus gemahlenen Mandeln, Rosinen, Reis (angekeimter Naturreis) und Rosenwasser gemacht. Dafür habe ich Mandeln über Nacht in Wasser eingeweicht, am nächsten Morgen gehäutet und etwas trocknen lassen. Die Rosinen habe ich in Rosenwasser und Wasser eingeweicht und zu einem Mus im Mixer verarbeitet (das nächste Mal werde ich lieber getrocknete Rosinen verwenden, damit der Teig fester wird). Die Rosinenmarmelade habe ich mit dem im Mixer gemahlenen Reis (sehr wenig) und Mandeln zu einem Teig verarbeitet und noch etwas Rosenwasser hinzugegeben.
Ich habe nach Gefühl gearbeitet und ohne Mengenangaben und empfehle mit der Konsistenz zu spielen und zu schauen, was für euch passt.Frankfurter_Bethmaennchen_2,
Aus dem Teig habe ich mit den Händen kleine Kugeln geformt, die ich mit jeweils 3 halbierten Mandeln verziert habe. Ich habe mich bemüht die 3 Mandeln im gleich Abstand zueinander in die Kugeln zu drücken und beim nächsten Mal werde ich schauen, dass die oberen Enden eine Spitze bilden. Anschließend habe ich die fertig verzierten Bethmännchen in einen Dörr-Ofen bei 40 °C für circa 5 Stunden getrocknet.

Alternativ könnt ihr auch Datteln anstatt der Rosinen verwenden und den Reis weg lassen. Ich habe den Reis verwendet, weil ich ihn noch übrig hatte und Stärke, die ich in ein paar Rezepten gefunden habe, imitieren wollte. Notwendig ist er nicht.

 

Geschichtliches
Die Bethmännchen sind benannt nach der Frankfurter Familie Bethmann.

 

Einer Legende nach sollen die Bethmännchen im Jahr 1838 von dem Pariser Konditor Jean Jacques Gautenier erfunden worden sein, der Anfang des 19. Jahrhunderts Küchenchef im Hause des Bankiers und Ratsherrn Simon Moritz von Bethmann war. Ursprünglich seien die Bethmännchen mit vier Mandelhälften bestückt gewesen, eine für jeden der vier Söhne Bethmanns (Moritz, Karl, Alexander und Heinrich). Nach dem Tode Heinrichs im Jahr 1845 sei fortan eine Mandelhälfte weggelassen worden. Diese Legende ist allerdings umstritten, zumal Simon Moritz Bethmann schon 1826 verstorben war. Wahrscheinlich sind die Bethmännchen daher schon älter.[1]

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Quellen
[1] Wikipedia: Bethmännchen

Über den Vegetarismus 2.Teil: Pecus – Pecunia

Der Vegetarismus ist eine beachtenswerte Lebensanschauung. Vegetarisch zu leben heißt zunächst auf Produkte vom getöteten Tier zu verzichten. Diese Einstellung wird verschieden begründet.

1) Der gesundheitliche Gesichtspunkt Ursprünglich war der Mensch Vegetarier. Er lebte von Pflanzen, Früchten, Samen, Wurzeln. Sein Gebiß und seine Organe sind in Jahrmillionen auf diese Ernährungsweise ausgerichtet. Zum Raubtier (Fleischgenuß) fehlen dem Menschen die Voraussetzungen. „Vegetabil“ heißt belebend. Der radikale Vegetarismus lehnt auch erhitzte (gekochte, gebackene) Nahrung ab, weil diese dadurch biologisch entwertet („inaktiviert“) wurde und somit nicht mehr optimal beleben kann.

2) Der ethische Vegetarismus Demnach hat der Mensch kein Recht Tiere auszubeuten und zu töten. Es besteht hierzu auch keine Notwendigkeit. Die Tiere gehören genauso in eine ökologische Ordnung wie alles in der Natur einschließlich der Menschen. Die Schlachthöfe und Tierversuchsanstalten sind Stätten der Grausamkeit gefühlloser und gedankenloser Menschen. Kein Kind würde solche Grausamkeit ertragen. Deshalb zeigen die fleischessenden Erwachsenen ihren Kindern solche Stätten nicht. Auch die Schulen meiden diese.

3) Der ökonomische Vegetarismus Merkwürdigerweise wird dieser Gesichtspunkt meistens ignoriert. Die Vegetarier selber stellen diesen Sachverhalt hintenan oder ignorieren ihn einfach. Der Grund dafür ist die politische Brisanz, die dieser Gedanke enthält. Davon soll hier besonders die Rede sein. Die Fleisch- und Viehwirtschaft ist die unwirtschaftlichste Form der Volkswirtschaft. Der Vegetarismus ist die wirtschaftlichste Form: von der Landfläche, die eine Kuh ernährt, kann man 10 Menschen ernähren. Rechnet man sich diesen Gedanken durch, dann kommt man zu dem verblüffenden Ergebnis, daß allein aus der Landfläche Bayerns g a n z D e u t s c h l a n d ausreichend und gesund ernährt werden könnte (!). Bedenkt man dazu die bessere gesundheitliche Verfassung der Menschen bei vegetarischer Lebensweise, so erkennen wir die ungeheure T r a g w e i t e für die Zukunft der durch Hunger und Krankheit bedrohten Menschheit. Der Vegetarismus ist eine echte Alternative, und man muß sich fragen, warum diese naheliegende Lösung nicht weltumgreifend angestrebt wird.

Die politische Brisanz dieses Gedankens wird offenbar: unser Grund und Boden wird weitgehend fehlgenutzt durch Anbau von Viehfutter und für die Nutzung als Weideland. So gesehen liegen die größten Teile der nutzbaren Flächen b r a c h und das seit langer Zeit. Nur ein winziger Teil der Bodenfläche wird intensiv für Gartenbau genutzt. Damit werden die Behauptungen der Politiker von „notwendigem Lebensraum“ oder von notwendigen Spenden für die Gebiete von Hungersnöten ad absurdum geführt. Die Nöte auf der Erde sind unnötig. Die Politiker täuschen uns bzw. sie verschweigen die Ursache, weil die meisten ohnehin am Fleischtopf hängen, oder weil sie wirtschaftliche Interessen verfolgen (z.B. die Banken, die Industrien). Die Ursache dieser skandalösen Fehlnutzung liegt in dem falschen B o d e n r e c h t . Und genau da liegt die politische Brisanz des Gedankens.

Mit dem Vieh wurde von je her das große und schnelle Geld gemacht. Durch das viele Fleisch, das man vermarkten konnte mit den vielen Folgeartikeln aus der Viehvermarktung wurden riesige Landflächen benötigt. Dafür wurde Wald gerodet, der Mensch und Tier Schutz geben könnte. Und damit wurden die Reichen immer reicher. Der Grundbesitz konzentrierte sich mit der Zeit auf immer weniger Menschen, die zu Großgrundbesitzern wurden. Und wer viel Grund hatte, der hatte die Macht. Und wer die Macht hatte, der übte Macht aus … ungeachtet vernünftiger und menschenwürdiger Lösungen. Pecus (lateinisch) heißt: das Vieh. Pecunia (lat.) heißt: das Geld.

Mit dem Tier wird auch heute das schnelle Geld gemacht. An der Fleisch- und Viehwirtschaft hängt ein ganzes Bündel von Industrien. Die gesellschaftliche Entwicklung führte zu einer Differenzierung. Mit der Technik wurden die Produktionen effektiver. Durch die Arbeitsteilung wurden die Verhältnisse undurchsichtig. Das Geldwesen erlaubte die Geldanlage im Grundbesitz. Die Großgrundbesitzer mit ihren eigenen Jagden und Verpachtungen benötigten nicht mehr unbedingt den Viehreichtum, praktischer für sie wurde nun die B ö r s e . Die Aktie ersetzte den Viehbesitz. Die Verhältnisse wurden immer verwickelter, aber die Basis ist geblieben: die Völker ernähren sich von Tierprodukten. Die daraus entstehenden Krankheiten werden behandelt mit pharmazeutischen Produkten, die durch Tierversuche (Vivisektion) entwickelt worden sind. Ein Riesengeschäft ! Dieser Mißstand ist inzwischen durchgreifend und hat Industrie und Gesellschaft geprägt. Man spricht kaum über den industrialisierten Tiermord, kaum über das Leid der Tiere, Schlachthöfe sind tabu, und man ignoriert den skandalösen Mißbrauch von Grund und Boden. Man schaue sich gründlich um in der Gesellschaft, wer mit was das Geld macht, woher das viele Fleisch kommt, und wohin die Subventionen fließen. Das unsagbare Leid der Tiere und die daraus resultierende Not der Menschen, … wen interessiert das ?

Heute ist der größte Grundbesitzer der westlichen Welt die Organisation, die man unter der Bezeichnung „römisch-katholische Kirche“ versteht. Die Männerbünde von Rom hatten sich zum Ziel gesetzt, ganz Europa zu missionieren. Und wer Europa beherrschte, der hatte die Weltmacht. Unter dem Deckmantel der christlichen Ideologie breitete sich der Kapitalismus aus, das Geldwesen und später das Bankenwesen. Der Anfang war der Viehreichtum und damit der übermäßige Anspruch auf Grundbesitz zum Nachteil der seit Generationen bodenständigen Gärtner und Bauern. Schon im 5. Jahrhundert war der Bischof von Rom der größte Grundbesitzer. Und über den Großgrundbesitz entwickelte diese Organisation mit der Zeit ihre Macht. Die Kirche und ihre Könige herrschten im Mittelalter willkürlich aus dieser Machtposition. Die Großgrundbesitzer „verliehen“ ihr Land gegen hohe Abgaben. Die eigentlichen Bearbeiter des Bodens, die Bauern, wurden zu Leibeigenen, zu Sklaven. Dieses Bodenrecht war ein römisches Recht, von Rom her war es importiert worden. Und das römische Bodenrecht ist die Grundlage der Versklavung der Völker.

Im alten Germanien hat es nie eine Sklaverei gegeben. Es gab das freie Bodennutzungsrecht, das den jungen Menschen kostenfrei das Land ermöglichte, aus dem sie das Lebensnotwendige erwirtschaften konnten. Die germanischen Markgenossenschaften verstanden sich nicht als Eigentümer an Grund und Boden, sondern nur als Verwalter (praktiziert noch im „Eiderstedter Landrecht“ auf Eiderstedt und den nordfriesischen Inseln bis zur Landvermessung 1872/73). Dieses bewährte, freie Bodennutzungsrecht wurde mit der Zeit geändert in das römische Bodeneigentumsrecht. Jetzt konnte man sich zwar Land kaufen, geriet aber dadurch in die Abhängigkeit der geldherausgebenden Mächte. Fast die ganze europäische Geschichte des Mittelalters stand unter der Gewalt der römischen Männerbünde. Sie entwickelten das Privileg des Bodeneigentums, das sie mit Waffengewalt verteidigen ließen. „Privileg“ kommt von lateinisch privare = berauben, stehlen und lat. lex, legis = das Gesetz. Privileg heißt demnach „gesetzliches Stehlen“. Den Unternehmen zur Anhäufung von Reichtum wurde ein religiöses Mäntelchen umgehängt. Die Menschen wehrten sich gegen das neue Bodenrecht. Überall in Europa kam es zu Bauernaufständen: in Rußland, Ungarn, Österreich, Deutschland, Frankreich, Niederlande, England, … und überall wurden diese brutal zusammengeschlagen, ihre Anführer umgebracht. Der Bauernkrieg ging letztlich verloren. Im 30-jährigen Krieg fiel der letzte Rest altgermanischer Siedlungsordnung. – Heute ist das römische Recht festgeschrieben.

Diese wichtigen Zusammenhänge werden allgemein ignoriert. Die Machtverhältnisse lassen die Vernunft nicht zu. Schon im „Dritten Reich“ wäre es möglich gewesen, sich darauf zu besinnen. Statt „Lebensraum“ im Osten zu fordern, wäre ein ökonomisch-vegetarisches Programm revolutionär-menschlich und vor allem realisierbar gewesen. Stattdessen hat man mit dem größten Grundbesitzer konkordiert, mit der römisch-katholischen Kirche. – Die Zeit nach den Kriegen ist erstrecht nicht an einer Bodenreform interessiert. Auch die politisch „Grünen“ ignorieren das gerechteste und gesündeste Wirtschaftssystem. Und wie steht es um die Frauenbewegung, die doch allen Grund hätte, natürliche Lebensgrundlagen zu fordern? Abgesehen von speziellen Forderungen der Frauen (z.B. das Recht auf Abtreibung ungeborenen Lebens) eifern die meisten Frauen nur den Männern nach und fördern damit den allgemeinen Irrsinn. Es geht ihnen um Geld und um Karriere. Es ist die volle Machtentfaltung der Männerbünde, die inzwischen alle Einrichtungen beherrschen, wo Geld gemacht wird, notfalls auch mit Hilfe der Frauen. Wir leben in einer Diktatur des Geldes !

Literatur:

1) Walter Sommer „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung, 1972, 512 S., Bezug hier (DM 52,50) 2) Karlheinz Baumgartl „Der erste Schritt aus dem Teufelskreis“, 1978, 41 S. (Kurzfassung von oben) 3) Infos 22, 30, 31, 32, alles hier zu beziehen.

Über den Vegetarismus 1.Teil: Zur Wiederbelebung einer edlen Geisteshaltung

Der Vegetarismus befaßt sich mit der Ernährung des Menschen, mit dem Essen. „Essen“ (lat. „essentia“) bedeutet „das Wesentliche“. Dieses Wesentliche wirkt auf das menschliche Individuum. Das Wort „Individuum“ (lat.) bedeutet „das Unteilbare“. Der Mensch besteht aus der untrennbaren Einheit von Geist, Körper und Seele.

 

Das Essen – das Wesentliche – wirkt auf diese untrennbare Einheit von Geist-Körper-Seele und gestaltet diese. Das gute Essen (die naturgemäße Nahrung) wirkt sich im guten Sinne auf diese Einheit aus, das schlechte Essen (die verfälschte Nahrung) im schlechten Sinne. Wir alle sehen wohl die Denaturierung des K ö r p e r s bei falscher Ernährung an den durch leidende Patienten überfüllten Arztpraxen und den vielen Krankenhäusern. Wir erkennen auch, daß auch die nicht-akut-kranke Bevölkerung alles andere als gesund ist, weil sie sich unrichtig ernährt. Wir erkennen deutlich, daß der Mensch, „das göttliche Wesen“, vor- und frühzeitig unter unsagbaren Qualen zusammenbricht.

 

Jährlich sterben in unserem Land ca. 700.000 Menschen an Krankheiten, Millionen sind auf dem besten Weg dorthin. Das sehen wir deutlich. Aber wir beachten unzureichend die Folgen naturwidriger Ernährung in der Denaturierung an Geist und Seele. Wir erkennen nicht das ganze Ausmaß der Schädigung, weil uns die Richtlinien (Vorbilder) fehlen. Die Norm ist heute das Verrückte (das vom Natürlichen Abgerückte) und das Verrückte gilt als normal (z.B. die landesübliche Ernährung). Derjenige, der den Dingen auf den Grund geht (an die Wurzel, lat. radix), gilt als „radikal“ im Sinne von gesellschaftsfeindlich. Diese Abwertung erschwert den Dialog mit den Menschen und hindert, das ganze Ausmaß des Schadens an Geist und Seele zu erfassen.

 

Deshalb müssen wir uns künftig mehr und gründliche Gedanken machen über das Urgesetz der natürlichen Ernährung und über die durch die Abweichung von dieser Norm bedingten Schäden. Wir erhalten damit nicht nur die Antwort auf die Frage nach dem Grund des Übels in der Welt, sondern auch das Mittel in die Hand, die Folgen (Mißstände) naturwidriger Verhaltensweisen zumindest in unserem Wirkungsbereich abzubauen oder zu verhindern. Genau in dem Maß, wie es gelingt, uns wieder naturgemäß (also „gottgewollt“) zu verhalten, verbessern wir die Verhältnisse in und um uns. Aber in dem Maß, als uns dies nicht gelingt, werden wir weiter belastet mit Leid und Elend, ausgehend vom Körper über die Seele und den Geist mit Unfreiheit und Versklavung. Die Sache ist also lebenswichtig. Sie entscheidet über die Qualität unseres künftigen Lebens. Der ganze Sachverhalt zielt auf eine (Er-)Lösung des Menschen von unwürdigen Verhältnissen. An erster Stelle dieses Aufgabenbereiches steht die schrittweise Verbesserung unserer bisherigen Lebensweise. Wir fragen nach den Voraussetzungen des reinen Vegetarismus‘ und gehen den Weg an die Wurzel dieser edlen Geistesrichtung.

 

Die meisten Vegetarier übersetzen das Wort „vegetarisch“ mit „pflanzlich“ und entwerten damit die Bedeutung des Wortes, als sie die „lacto-vegetabile“ Ernährungsweise (Milch, Sahne, Joghurt, Käse, Butter u.a.) zur vegetarischen Ernährung zählen, obwohl das keine Pflanzen sind. Besonders die Reformhäuser sind sofort dabei, ihr Sortiment für die Kundschaft zu erweitern. Aber das Wort „vegetarisch“ bedeutet mehr. Es kommt von „vegetabilis“ (lat.) und bedeutet „belebend“. Nach der Ursprache bedeutet die „ve“-Silbe Zeugung nach dem Gesetz der Lebensschaffung. Die Silbe „ge“ deutet auf das Ge-setz, die Silbe „ta“ auf die Durchführung in der Tat: die Ve-ge-tat. Sind die heute im breiten Vegetariertum üblich gewordenen Milchprodukte und gekochten Gemüse belebend im Sinne des Urgesetzes?

Unser Sonnensystem entstand einst aus der Kraft des Universums. Im Laufe von Milliarden Jahren bildeten sich aus Gas und Staub unsere Erde und darauf die biologische Substanz. Hieraus erwuchs das menschliche Leben, das Gefühlsleben und das Bewußtsein. Die Vorbedingungen dafür sind die Sonne und die in der Erdrinde potentiell enthaltene Energie, die in den Erdkristallen gespeicherte Sonnenkraft. Alle die Kristalle der Gesteine und Erden sind gebunden durch gewaltige Energien. Das organische Leben macht sich diese gebundenen Kräfte zunutze durch deren Lösung in der Pflanze. In dem Augenblick, als in der Evolution aus dem Blattgrünfarbstoff (Chlorophyll) die Kohlendioxidspaltung in Kohlenstoff und Sauerstoff erfolgte, begann das organisch-biologische Leben und konnte sich auf dieser Grundlage weiterentwickeln. Das grüne Blatt ist daher die Grundlage allen biologischen Lebens. Das Chlorophyll wandelt die Kohlensäure der Luft in kohlenstoffhaltige, organische Verbindungen.

Dem räumlich entgegen wirkt die Wurzel aus dem Erdreich. Das Erdreich besteht aus verwitterten, wasserunlöslichen Gesteinen und Mineralien, ferner aus zerfallenen Pflanzenresten, in denen Bakterien und Viren wirken. Auch diese leben (indirekt) vom Blattgrünfarbstoff. Sie lösen die Pflanzenreste wieder in ihre Grundbestandteile auf. Die Wurzeln nehmen nicht nur diese Grundbestandteile der zerfallenen Pflanzenreste, sondern auch die Mineralien aus den Gesteinen der Erde auf. Wir sehen, daß die Pflanze hier einen doppelten Säftestrom entwickelt. Aus der Wurzel kommen die erdigen Mineralstoffe nach oben, während vom Blattwerk der für die organischen Verbindungen nötige Kohlenstoff aus der Luft geholt wird. Dabei absorbiert das Chlorophyll die aufbauende R o t -strahlung des Sonnenlichtes (deshalb erscheinen die Blätter in der Komplementärfarbe grün) und baut diese Energie in den Pflanzenorganismus ein. Hier werden die Kräfte der Sonne in die Pflanze gebunden. Was die Pflanze hieraus aufbaut, nämlich den organisch-lebendigen Einbau der Mineralien, der Zucker- und Eiweißstoffe, der Vitamine, das wird im menschlichen Körper im Vorgang des Stoffwechselns abgebaut und verwertet. In diesem Stoffwechsel soll und muß die in der Pflanze eingebaute Sonnenkraft freiwerden. Sie ergibt die eigentliche Lebenskraft. Es ist tatsächlich so, daß die Sonne aus den Gesteinen der Erde das Leben, das Gefühl und das Bewußtsein herausholt. Dies ist aber aufgrund der feinstofflichen, organisch-physiologischen, äußerst komplizierten Vorgänge streng an den natürlichen Kreislauf des Urgesetzes gebunden.

Und so wie sich jede Pflanze zur eigenen Erhaltung und Weiterentwicklung ihre Stoffe aus dem Boden und aus der Luft holt, so muß jedes tierische und menschliche Wesen seine Stoffe aus dem Boden und aus der Luft holen. Die Gesetze gelten genauso für die Vorgänge im menschlichen Körper. Das Merkmal der Pflanze ist der Austausch des Stoffwechsels und seiner Erzeugnisse zwischen Wurzel- und Blattwerk. Entsprechende Vorgänge haben wir auch im menschlichen Körper: die Aufnahme der Nahrung und die Verarbeitung im Magen- und Darmbereich und die Aufnahme der Luft durch die Lungen entsprechen dem Wurzelwerk der Pflanze, die Lungen der Blätterkrone. Der menschliche Organismus ist eine Abbildung der Natur. Die natürliche Grundlage der menschlichen Entwicklung ist daher das grüne Blatt und wird ergänzt durch das Wurzelgemüse, ferner durch Früchte und Nüsse aller Art.

Sicher nährte sich der Mensch in seiner langen Vergangenheit rohpflanzlich (vegetabil). Seine biologische Entwicklung läßt dies zweifelsfrei erkennen. Die menschlichen Organe sind von vornherein nur auf die Umwandlung von vegetabiler Kost eingerichtet, auf die Verarbeitung von Obst, Gemüsen, Kräutern, Wurzeln, Samen im Naturzustand. Die meisten Menschen neigen dazu, den Stand der Technik zu überschätzen und bejubeln jede Neuheit als Fortschritt. Deshalb gehen diese auch von der Meinung aus, daß mittels Feuer erhitzte Nahrungsmittel eine Verbesserung und eine Errungenschaft der Zivilisation zu höherem Leben seien. Das aber ist ein verhängnisvoller Irrglaube ! Sie übersehen, daß die Menschen in vorgeschichtlicher Zeit in vollkommener Naturverbundenheit gelebt haben und daß ihnen deshalb nichts gefehlt hat, was sie zum Leben und zu ihrem Glück brauchten. Sie lebten tatsächlich im Paradies. Die alten Schriften, die Märchen, die Genesis (z.B. Gen. I.1.) u.a. beschreiben diesen Urzustand und erinnern an diesen ursprünglichen Frieden. Es wird hierin immer wieder die pflanzliche Rohkost hervorgehoben.

Solange die Menschen das Feuer nicht kannten, waren sie ja auch gezwungen von dem zu leben, was die Natur hervorbrachte. Erst mit der Nutzbarmachung des Feuers setzte die verhängnisvolle Entwicklung ein. Denn mit dem Gebrauch des Feuers in ihrem täglichen Leben fanden sie Geschmack an neuartigen Zubereitungen der Nahrung. Durch die Feuershitze werden aber die lebensentwickelnden und kraftentfaltenden Enzyme (Fermente) zerstört. Diese empfindlichen Eiweißgebilde gerinnen (denaturieren) bei Temperaturen über 42 Grad Celsius. Die biologische Aktivität erlischt, weil die gesamte in der Molekularstruktur gebundene Sonnenenergie aufgelöst wird. Erhitzte Samen keimen nicht mehr. Solche Nahrung belastet den Stoffwechsel im menschlichen Organismus. Außerdem werden durch die Hitzeeinwirkung die Aufbaustoffe wie Kalk, Magnesium, Natrium, Kalium u.a. aus ihrer organischen Bindung im Pflanzensaft herausgetrieben und zum Teil als schwerlösliche Substanzen ausgefällt. Die Stärketeilchen im Getreide und in den Wurzeln werden gesprengt und in Schleim und Kleister verwandelt, die als gärender und faulender Ballast auf Dauer die Gesundheit schädigen. Die Zellen erhalten artfremde Säfte zugeführt. Der Stoffaustausch im ganzen Organismus wird dadurch gestört. Erhitzte Nahrung kann deshalb niemals belebend sein. Ähnliches gilt auch für die Milchprodukte. Milch ist die Nahrung für Neugeborene. Käse ist Abfallprodukt. Eine Ernährung aus biologisch abgetöteten Pflanzen und Abfallprodukten ist eine erhebliche Abweichung von der ursprünglichen Lebensweise, die zu den genannten, schwerwiegenden Folgen einschließlich der Veränderung des Charakters führen. Menschlicher Irrsinn und die meisten Verbrechen sind auch Folgeerscheinungen aus der tiefgreifenden Persönlichkeitsveränderung. „Der Mensch ist, was er ißt“, ist kein seichtes Sprichwort, sondern eine tiefe Weisheit.

Zu unseren tiefergehenden Fragen nach der naturgemäßen Lebensweise gehört untrennbar die Forderung nach einem Gartenland, aus dem wir weitgehend eigene Nahrungsmittel produzieren. WALTER SOMMER (1887-1985) hat auf diese Notwendigkeit in seinen Schriften immer wieder hingewiesen. Es geht dabei nicht in erster Linie um den finanziellen Nutzen hieraus, sondern daß wir durch die tägliche Gartenarbeit uns dauernd mit lebender Substanz befassen und uns ganz allmählich in eine tiefere Naturverbundenheit entwickeln, eine Naturverbundenheit, von der selbst der vegetarisch lebende Städter keine Ahnung hat. Zudem lösen wir uns schrittweise von den verfälschten Produkten einer gewinnsüchtigen Industrie und werden freier. Die Verbesserung unserer Nahrung ist nur der erste Schritt aus dem Teufelskreis. Die isoliert betriebene Ernährungsumstellung bleibt aber eine halbe Sache ohne eigenes Gartenland. Dies ist das große Ziel: der eigene Garten. Unsere hieraus allmählich erwachsende Freiheit läßt die Seele und den Geist in bisher ungeahnter Weise entfalten, und alle Probleme sind leichter zu bewältigen. Das ist der Weg zu einem höheren Menschtum.

Literatur

1) Walter Sommer „Das Urgesetz der Natürlichen Ernährung“ 512 Seiten, DM 52,50. Bezug hier 2) Karlheinz Baumgartl „Der erste Schritt aus dem Teufelskreis“- Gedanken zur Lebensschulung nach Walter Sommer, Broschüre mit 48 Seiten

Herd aus, Salat rein! – Sonst noch Fragen zur Rohkost?

Mark WeilandSeit seinem ersten Rohkost-Start mit 16 Jahren hat Mark Weiland sich intensiv mit der natürlichen Ernährung und Lebensweise auseinandergesetzt: Bücher, Vorträge, Gespräche, Filme, ja sogar ein Medizinstudium und eine Ausbildung als Ernährungsberater. Aber es sind noch immer Fragen offen. Es scheint nicht so einfach zu sein. Nur den Herd aus zu lassen, Grünzeugs zu futtern oder nur ein Buch als Ernährungsbibel auf den Hausaltar zu stellen – all das genügt nicht.

„Als ich vor drei Jahren mal wieder mit der Rohkost begonnen und viele Menschen aus der ‘Szene’ kennengelernt habe, wurde mir eines klar: Ich wusste noch nicht alles über gesunde Ernährung.“ Es gibt sogar viele widersprüchliche Meinungen, z. B.:

→ Grüne Smoothies sind gesund – Grüne Smoothies sind schlecht für Verdauung und ZähneSüßgras
→ vegane Rohkost ist reichhaltig an allen Nährstoffen – vegane Rohköstler brauchen Nahrungsergänzungsmittel, z. B. Vitamin B12
→ Jeder kann eine 100%ige Rohkosternährung vertragen – Nicht jeder Körpertyp verträgt 100% Rohes.
→ Gourmetrohkost ist die Rettung vor sozialer Vereinsamung – Gourmetrohkost macht auf Dauer krank
Und vieles mehr… Wer soll da noch durchblicken? Aber was können wir tun, um Klarheit für uns zu schaffen?

GBGS2013_Tag_2_0070

Jeder hat eine eigene Konstitution, eine eigene Krankheitsgeschichte, es gibt individuell unterschiedliche Belastungen und liebgewonnene Gewohnheiten und geheime Süchte…
Sollte es da nicht auch für jeden einen anderen Weg zu einer naturbelassenen Ernährungsform geben?
RohkostpralinenDie Antwort ist: ja. Es gibt jedoch ein paar Regeln aus der Natur, die für alle gelten: So naturbelassen wie möglich essen, ist eine davon, eine andere: So viel Wildkräuter und Gemüse wie möglich, soviel Obst wie nötig. Aber den Weg und die Geschwindigkeit dürfen Sie selbst bestimmen und Ihrer Situation entsprechend gestalten.
Wir leben heute in einer großartigen Zeit, in der es eine sehr starke Bewegung „vorwärts zur Natur“ gibt. Daher haben Sie die Möglichkeit, sich gut zu informieren. Und das ist sehr wichtig. Nehmen Sie sich mehrere Bücher von alten und neuen Autoren zu Rate, schauen Sie sich Vorträge an, lernen Sie wieder auf Ihren Körper und Ihr Herz zu hören und stellen Sie allen kritische Fragen. So finden Sie Ihren Weg.
Auf unserem neuen Internet-Portal www.weiland-wissen.de finden Sie ebenfalls zahlreiche Vorträge, eBooks und Filme über Rohkost und Gesundheit. Zwei wichtige Beiträge dort sind:Großes Berliner Gesundheitsseminar 2013
1. Petra Birr: „Häufige Fehler beim Start mit der Rohkost“. Die Selbstreinigungskräfte des Körpers unterstützen: Morgens nüchtern Wasser trinken, 30 Minuten später grüne Mineralerde in Wasser gelöst trinken und nach weiteren 30 Minuten 3 – 5 Plättchen Kassia Fistula (z. B. von Orkos) lutschen.
2. Maria Kageaki: „Geheimtipps für gesunde Zähne“. Wer bereits Karies hat sollte oxalsäurehaltige Nahrungsmittel meiden: Sauerampfer, Rote Beete, Spinat, Rhabarber, Sauerklee, Rote Beete, Mangold, Kakao…
Und Mark Weilands persönlicher Tipp: „Essen sie täglich Wildkräuter und grünes Gemüse, so werden Sie Ihre süßen Süchte fast von selbst los, ohne das Gefühl auf etwas verzichten zu müssen.“

Warm, satt und glücklich: Rohkost im Winter

„Etwas Warmes braucht der Mensch!“, sagt man. Doch Möhren, Äpfel und Salat? Das wärmt doch nicht und satt wird man davon wohl kaum. Erfriert man also mit Rohkost im Winter? Die Antwort ist einfach: nein. Denn die Temperatur des Essens hat rein gar nichts mit der Körpertemperatur zu tun. Allein die in der Nahrung enthaltene biochemische Energie wird über den Stoffwechsel in warme Hände und Füße umgewandelt. Ob diese Energie kalt oder warm zugeführt wird, spielt dabei keine Rolle. Die gespeicherte Sonnenenergie wird über die ATP1-Spaltung zu Körperwärme. Gekochtes, Milchprodukte, Getreide, Fleisch usw. im Körper zu verarbeiten, verbraucht sogar viel Energie. Denn es findet durch den Verzehr von erhitztem Eiweiß, ganz gleich, ob tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, eine Immunreaktion mit Anstieg der Körpertemperatur statt. Die durch das Erhitzen neu entstandenen und denaturierten Stoffe sind für diese Verdauungsleukozytose, also für die Vermehrung der weißen Blutkörperchen = Immunreaktion, verantwortlich. Denn auf diese neuen Substanzen im Essen hat sich das Immunsystem evolutionär nicht angepasst. Bei Rohkost tritt dieses Phänomen nicht auf. Wer also Gekochtes ist, muss um Energieverlust fürchten! So ist Rohkost im Winter eine wohltuende, energiespendende Angelegenheit.

Lebendiger Speiseplan

 

Als wärmendes Gemüse können Sie Wurzelgemüse wie Süßkartoffeln, Möhren, Sellerie, Rote Beete und Kohl essen. Blattgrün, wie Feldsalat, Spinat, besser noch: winterliche Wildkräuter2 wie Moose3, Winterportulak, Nelkenwurz, Vogelmiere, Gundermann, Klee, Süßgras, Brombeerblätter, Gold- und Taubnessel sättigen und liefern enorm viel Eiweiß und Mineralstoffe. Bewährt sind Salate mit zweierlei Gemüsen, solche, die über der Erde wachsen wie Blattgrün, Kohlrabi, Gurken usw. und „unterirdische“ Sorten wie Möhren, Sellerie und Topinambur.

Nüsse, über Nacht eingeweicht, sind sättigend und gehaltvoll (keine Angst: Fett macht nicht fett!4), dickflüssig gelöffelte grüne Smoothies mit Wildkräutern, Karottengrün, Spinat, Mangold und etwas Äpfel oder Birnen sind ein wunderbarer Alternativpudding.
Sprossen, Weizen-, Gersten- und Kamutgrassäfte sind die besten Energie- und Nährstofflieferanten. Sie sind pure Sonnenenergie und helfen, die süßen Gelüste abzulegen – und zwar ohne das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen.
Mit den wärmenden Gewürzen Zimt, Ingwer, Chili, Pfeffer, Muskatnuss, Vanille und Kardamon verzaubern Sie Ihre Salate, Smoothies und liebe Mitmenschen in der Winterzeit.

Fermentierte Lebensmittel wie veganer Nusskäse, Gedörrtes wie Rohkost-Brote und -Kräcker geben viel Wärme und vermindern Heißhunger auf Milchprodukte und Getreidegerichte. Eine auf 40°C erwärmte Kürbissuppe knüpft an das Gefühl einer warmen Mahlzeit an.

Tipp: Besonders im Winter wenig Südfrüchte und Trockenobst essen, denn beides hat eine kühlende Wirkung. Bereits 50 Gramm Vogelmiere entsprechen in etwa dem Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen, noch besser sind frische Hagebutten und Sanddornbeeren.

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Mehr als Essen: Über den Speiseplan hinaus können Sie sich mit weiteren Maßnahmen nachhaltig wärmen: barfuß durch den Schnee laufen, kalt duschen, regelmäßig und ausreichend schlafen, am besten bei geöffnetem Fenster, bewusst essen, viel kauen und täglich Sport treiben, am besten an frischer Winterluft.

Seelennahrung zuführen: Es ist aber vor allem das Verlangen nach Geborgenheit, weshalb wir an kalten Tagen warme Speisen vorziehen. Statt auf die Ersatzbefriedigung sollten Sie besser auf das Seelennahrungs-Original setzen: Liebe leben, Freundschaften pflegen, sich Zeit für die Familie nehmen, Ruhe genießen, Spaziergänge in der Natur machen, tanzen, lesen, Kunst und Musik gestalten.

Mark Weiland


1 =Adenosintriphosphat, ein biochemischer Energiespeicher
2 Wildkräuterwanderungen gibt es im Winter von Heidemarie Fritzsche und Mark Weiland
3 Bei den rund 25.000 Moos-Arten wurden bisher noch keine giftigen entdeckt.
4 Körperfett wird nicht aus dem Fett in der Nahrung aufgebaut, sondern aus Kohlenhydraten.


Opium fürs Volk Teil 3: Zucker – Widerstand zwecklos?

Zucker ist lebensnotwendig und ein wichtiger Energielieferant, ganz besonders für unser Gehirn. Zucker trägt aber auch maßgeblich zu Karies, Akne, Übergewicht, Diabetes Typ II, Knochenerkrankungen, Depression, Hyperaktivität, Angstzuständen, Schlafstörungen usw. bei und macht süchtig. Wie kann die Natur nur solch einen Widerspruch hervorbringen? Erst einmal: Zucker ist etwas ganz Natürliches – gespeicherte Sonnenenergie. Pflanzen wandeln Sonnenlicht, CO2 und Wasser mittels der Photosynthese in Zucker um. Des weiteren verwandeln sie die anorganischen Mineralstoffe und Spurenelemente aus der Erde in organische Verbindungen und stellen Vitamine und Enzyme her, die für unseren Zuckerstoffwechsel wichtig sind. Mutter Natur hat eben mitgedacht.

Zucker_Herz_ErdbeereBei der industriellen Herstellung von ­Zucker hingegen entsteht ein chemisch reines Isolat, frei von diesen physiologischen Wirkstoffen. Durch den Verzehr von isolierten Kohlenhydraten wie Haushalts-, Frucht-, Trauben-, Milch- und Vollrohrzucker, Weißmehl, Sirup, Fruchtsäften usw. setzen wir eine ganze Kettenreaktion an Problemen in Gang: Kalzium- und Vitamin-B-Entzug, Darmflorastörungen, Bauchspeicheldrüsenreizung, Dopaminausschüttung, schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels, vorzeitige Geschlechtsreifung1 u. v. a. m.

Zucker belohnt ohne Leistung

Der Verzehr von Zucker aktiviert zudem das Belohnungssystem im Gehirn. Es reagiert genauso wie bei Alkohol, Heroin oder anderen Drogen und schüttet den Botenstoff Dopamin aus. Das Hormonsystem wird dabei in einen Zustand ständiger Überreizung versetzt. Und ein hoher Zuckerkonsum hat auf Dauer sogar molekulare Umbauten an den Synapsen2 zur Folge. Das Gehirn wird also ganz auf Zucker eingestellt. Auch das schnelle Absenken des Blutzuckerspiegels unter den Ausgangswert ruft ein suchtähnliches Verlangen nach dem Zucker hervor.3 Die begleitenden biochemischen Mechanismen sind die Basis des Suchtverhaltens.

Die Zuckersucht wird jedoch nur in Verbindung mit Industriezucker und isolierten Kohlenhydraten ausgelöst. Mit einer Banane passiert das nicht. Wer jedoch bereits aufgrund seiner bisherigen süßen Genusses süchtig nach Zucker ist und dann seine Ernährung teils oder ganz auf Rohkost umstellt, befriedigt seine Sucht oft weiterhin und ohne es zu wissen mit Agavensirup, Kokosblütenzucker, Honig und/oder einem Übermaß an Trockenfrüchten. Auch diese Produkte sind nicht mehr naturbelassen, sondern verarbeitet und in Bezug auf Zucker schon mehr oder weniger stark konzentriert. Darmflora und Insulinspiegel reagieren darauf ähnlich wie auf anderen Zucker.

Ein Nebenprodukt des Zuckerkonsums ist übrigens die alkoholische Gärung, die Entstehung von Alkohol im Darm. Na, dann Prost!

Untermieter mögen’s süß

Während allein der meist in der Kindheit durch Bonbons und Schokolade erlernte Belohnungs-Mechanismus durch den Industriezucker ausreicht, um zum Wiederholungstäter zu werden, gibt es noch eine andere Ursache für das süße Verlangen.

sugar-cube-258116_640Füttern wir unsere in Blut und Darm lebenden Mikroorganismen mit Industriezucker, Fleisch, Alkohol usw., wachsen und gedeihen Bakterien und Pilze, die uns schaden und die natürliche Darmflora verdrängen. Und mehr noch: Diese „Untermieter“ erschaffen einen Nährboden für Viren, Bakterien, Prionen (organische Gifte mit virusähnlichen Eigenschaften), Parasiten und andere Erreger4 und lösen ein Verlangen – zum Beispiel nach Süßem – aus, da sie sich in diesem Umfeld am besten vermehren können. Widerstand zwecklos? Natürlich gibt es Abhilfe, unter anderem mit Hilfe einer natürlichen Ernährung ohne Industrieprodukte.

Tipp: Drei Zutaten habe ich gebraucht, um mich von der Zuckersucht zu befreien: 1. die Entscheidung, gesünder leben zu wollen, 2. die Disziplin, besonders am Anfang, nicht in alte Gewohnheiten zurückzufallen, und besonders 3. jeden Tag reichlich Blattgrün in Form von Wildkräutern, grünen Salaten und grünen Smoothies. Da lässt man schon nach kurzer Zeit die Schokolade einfach links liegen, ohne das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Wohl bekomm’s!

 


Quellen:

1 Bruker, S. 168f
2 Umschaltstellen zwischen zwei Nervenzellen
3 Ziegler, S. 23
4 Müller-Burzler, S. 342f

Opium für’s Volk – Teil 1: Getreide: Unser täglich Brot, eine Droge?

bread-230134_640Zum Sattwerden reichen eigentlich Linsen, Kohl und Karotten völlig aus. Was aber füllt unsere Einkaufswagen wirklich? Nudeln, Brot, Wurst, Käse und Schokolade. Die Abkehr von einer gesund-natürlichen Ernährung ist allerdings keine neuzeitliche Erscheinung. Eine erste Veränderung der Nahrungsmittelzusammenstellung beim Menschen gab es bereits vor 10.000 Jahren mit Beginn der Sesshaftigkeit1: Statt Früchten, Nüssen, Gemüse, Wildkräutern, Wurzeln, Knollen und mancherorts auch Fleiscereals-98256_640ch übernahm nun das neu angebaute Getreide die Herrschaft über den steinzeitlichen Speisezettel. Was aber hatte das Getreide den Menschen Besonderes zu bieten? Die überraschende Antwort: Es macht nicht nur satt, sondern auch glücklich – weil es eine Droge ist. Das Gluten im Getreide, das Klebereiweiß, ist ein sogenanntes Exomorphin, ein waschechtes Opiat mit Suchtpotential. Diese Stoffe gleichen körpereigenen Substanzen, den Endorphinen (zum Beispiel Serotonin), die für Glücksgefühle und Schmerzlinderung vom Körper ausgeschüttet werden, beispielsweise bei Verletzungen, Extremsport und beim Fasten2. Gluten macht uns glücklich, entspannt und zufrieden, wirkt frust- und angstlösend und lässt eine angenehme Schläfrigkeit aufkommen. Wer kann da schon widerstehen?

Pharmakologisches Trostpflaster

Wie auch der Reis beglücken uns Getreidespeisen als pharmakologisches Trostpflaster beifood-4509_640körperlichem und seelischem Schmerz, so die Ernährungswissenschaftlerin Andrea Fock3. Zugleich ist die abhängig machende Wirkung der Exorphine als Sucht auf Brot und Pasta spürbar. Da bekommt der „gläubige“ Wunsch „Unser täglich Brot gib uns heute“ eine völlig neue Bedeutung.
Die „Droge“ macht nicht nur süchtig, sondern hat auch gesundheitliche Folgen. Das Enzym Amylase im Mundspeichel verwandelt die Stärkemoleküle von Schrippen und Gebäck in Einfachzucker. Der durch die Erhitzung beim Backen und Kochen entstandene Getreide-Kleister wird jedoch kaum noch ­verwandelt. Im Magen und Darm entstehen dann  durch die Gärung Kohlensäure und Alkohol. Die Folgen sind Kopfdruck, Schmerzen, Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut und Beeinträchtigung von Hirn- und Nerventätigkeit.

Instinktumgehung

bread-83242_640Nur: Warum schmeckt uns das, was uns so schadet, so unverschämt lecker? Das hängt vermutlich mit der primär positiven psychischen Wirkung zusammen. Was uns glücklich macht, das schmeckt auch gut, weil unsere Suchtstruktur „Nachschub“ haben will und uns dann clever einen Wohlgeschmack vorgaukelt. Unser Instinkt wird dabei nicht nur psychisch ausgetrickst, sondern kann auch auf der rein materiellen Ebene gekochte oder gebackene Getreideprodukte nicht als schädlich erkennen, weil durch die Erhitzung auf über 42°C die Molekülstrukturen verändert werden. Durch diese Veränderung entstehen teilweise völlig neue Stoffe, an die der menschliche Stoffwechsel sich im Laufe der letzten 10.000 Jahre – eine relativ kurze Zeit für die Evolution – noch nicht hat anpassen können.

Tipp: Probieren Sie einfach mal Brot aus Eicheln, Quinoa-Bananen-Pudding oder die Gourmet-Zucchini-Spaghetti von Boris Lauser (DVD „Die leckeren 12“ Teil 2).

„Flüssiges Glück“
(im Selbstversuch mehrfach getestet …)

70 g Cashewkerne in Rohkostqualität, z. B. von Keimling
3 Medjohl-Datteln in Rohkostqualität, z. B. von Keimling
1 gehäufter TL Bourbonvanille
0,5 l Wasser
zum Veredeln:
ein kleines Stück frischen Ingwers
1-2 EL Kokosmus von Dr. Goerg

In den Mixer. Mixen. Fertig. Lecker.
Genießen Sie es in Glückseligkeit


Quellen:
1 = Neolithische Revolution
2 Fasteneuphorie ist eine Folge von Endorphin-ausschüttung und nicht von Entschlackung.
3 EU.L.E.n-Spiegel, 6/2008 1/2009

Weiterführende Literatur:

Dr. med. Max Otto Bruker: Der Murks mit der Milch
Dr. Lutz: Leben ohne Brot
EU.L.E.n-Spiegel, Ausgabe 6/2008 1/2009
Guy-Claude Burger: Die Rohkosttherapie
Greg Wadley u. Angus Martin: Die Ursprünge der Landwirtschaft – Eine biologische Sichtweise und eine neue Hypothese, Australian Biologist, 1993

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Opium fürs Volk Teil 2 – Die Milch macht’s! Eine Milchmädchenrechnung?

Trinken Sie gern Mich? Kennen Sie den Jieper auf würzigen Käse? Läuft Ihnen das Wasser im Mund zusammen, wenn Sie an einen käseüberbackenen Auflauf denken? Sie werden überrascht sein, was hinter dieser Gier nach Milchprodukten steht.

Milch_01Bereits vor rund 8.000 Jahren, mit Beginn der Sesshaftigkeit1, haben Menschen nachweislich erstmals die Muttermilch anderer Spezies als Nahrung auf ihren Speisezettel gesetzt. Die Beliebtheit dieses Nahrungsmittels lag und liegt jedoch nicht nur im Sättigungswert: Wie das Getreide liefert die Muttermilch, auch die von Kühen, Ziegen, Schafen usw., ein Exomorphin – das Casomorphin. Es macht uns glücklich, entspannt und zufrieden, wirkt schmerzlindernd, frust- und angstlösend und lässt eine angenehme Schläfrigkeit aufkommen (Übrigens entsteht bei der Fleischfäulnis im Darm ebenfalls ein Exorphin, u. a. Xanthin2,3. Es ist dem Koffein und Nikotin verwandt, was die Suchtwirkung bei Fleischessern erklärt).

Von der Stillzeit bis zum Quarkjunkie

Das Wort „stillen“ beschreibt es also ganz richtig: Säuglinge werden mit Muttermilch beruhigt und oft schlafen sie gleich an der Mutterbrust ein. Auch wer als Erwachsener  Milchprodukte isst, genießt dabei das wohlige Gefühl des Geborgenseins. Entzugserscheinungen bei Drogenabhängigen lindert – dank des Casomorphins  – besonders Magerquark.4 Dem unbewussten Verlangen sei Dank!

Warum also darauf verzichten?

Dafür gibt es diverse Gründe: Während die Muttermilch ohne Luft- und Wärmezufuhr für den Aufbau des jungen Körpers  geeignet ist, kommt die artfremde Kuhmilch, ultrahocherhitzt, ­homogenisiert usw. mit  dem Luftsauerstoff in Berührung und hat kaum noch Enzyme, Vitamine oder organisch gebundene Mineralien.5 Nach dem Rohkostpionier Walter Sommer werden sogar folgende, angeblich unvermeidliche Kinderkrankheiten durch Milchkonsum verursacht: Milchschorf, Masern, Windpocken, Diphtherie, Scharlach, Pocken und Furunkulose.

Milch enthält Kalzium, ohne Zweifel. Und direkt der Mutterbrust entnommen, kommt der Nährwert natürlich voll zur Geltung. Das Kalzium der tierischen, also artfremden Milch wird allerdings von der in der Milch freiwerdenden Phosphorsäure gebunden, ja, Kalzium wird sogar dem menschlichen Körper noch entzogen, um diese Säure zu neutralisieren.6 Daher ist Milch ein Kalzium-Räuber und kein -Lieferant. Bei Milchkonsum steigt also das Osteoporoserisiko, auch Diabetes wird damit in Verbindung gebracht.

Des Weiteren ist zum Einbau von Kalzium in die Knochen Vitamin D notwendig. Während dieses Vitamin recht hitzestabil ist, reagiert es empfindlich auf Sauerstoff und Licht. Da Milch schon bei der Produktion mit dem Luftsauerstoff in Berührung kommt und im Milchshake oder anderen Zubereitungsarten nochmals eine „Sauerstoffdusche“ bekommt, sinkt der Gehalt an Vitamin D und trägt kaum zur Kalzium-Aufnahme bei.

Das Hervorheben dieses einen Mineralstoffs, des Kalziums, ist also nur ein Versuch der Milchwerbung, ein Alleinstellungsmerkmal zu erzeugen. In der Werbung bleiben allerdings die Wirkungslosigkeit des Milchkalziums und die schädliche Wirkung von artfremder und industriell verarbeiteter Milch – wenig erstaunlich – unerwähnt…french-cheese-217058_640

Fazit: Alles Käse! Milch schadet mehr, als dass sie nutzt. Sie macht abhängig und simuliert dabei frühkindliche Gefühle der Geborgenheit.

Tipp: Eine ganz einfache Milch-Alternative auf pflanzlicher Basis ist die Mandelmilch. Eine Handvoll Mandeln in Rohkostqualität, zum Beispiel von Keimling, auf einen halben bis ganzen Liter Wasser geben, mixen, fertig. Zum Süßen können Medjohl-Datteln in ­Rohkostqualität (auch von Keimling), Bananen oder anderes süßes Obst ­verwendet werden. Mit einem Teelöffel Bourbon-Vanille steigt der Glücksfaktor noch etwas mehr. Bon Appetit!

Mark Weiland


Quellen:
1 Greg Wadley u. Angus Martin: Die Ursprünge der Landwirtschaft
2 Urs Hochstrasser: Und wenn die Sucht uns heimsucht
3 Xanthin kommt auch in Wein, Kaffeebohnen, Kartoffeln, Teeblättern vor.
4 EU.L.E.n-Spiegel, Ausgabe 6/2008 1/2009
5+6 Walter Sommer: Die Milch als Ware