Die Revolution fängt bei uns selbst an

Viele Menschen fragen mich, ob es ethische Gründe oder eine Krankheit waren, die mich dazu bewegt hatten, zur Rohkost zu kommen oder ob ich keine Lust mehr auf die traditionelle gutbürgerliche Küche gehabt hätte.

Mark_liest_Walter_Sommer

Aber mir hat es immer sehr lecker geschmeckt, ich bin schon immer ein Genussmensch gewesen. Es stimmt, dass die meisten Leute über eine Erkrankung zur Rohkosternährung kommen. Bei mir war das ein Seminar mit einem Vortrag von Karlheinz Baumgartl über das Leben und Werk Walter Sommers, dem großen deutschen Rohkostpionier, dessen Mitarbeiter und Freund Baumgartl war.

 

Sommer ist 97 Jahre alt geworden und hat über 60 Jahre davon veganrohköstlich gelebt und seine vielen schweren Erkrankungen mit seiner Lebensweise heilen können!

Durch Naturschutz und Gesundheitsbewusstsein zur Rohkost

Mark_TerschellingEin weiterer Referent des Seminars war ein Heilpraktiker Namens Degenhard. Er erzählte, dass die Massentierhaltung Methangas erzeugt, welche die Ozonschicht schädigt. Damals in den 80er Jahren war das Ozonloch ein sehr aktuelles Thema. Des weiteren erklärte er, dass es auch eine Einlagerung und Speicherung von dem Zuviel an Eiweißen der Nahrung im Körper gibt. Dass  Kohlenhydraten als Glykogen in der Leber gespeichert werden ist bekannt.

 

Und wo das Fett gespeichert wird, wissen wir ja bereits. Das war die Entdeckung des Frankfurter Arztes Lothar Wendt. In seinem Buch „Eiweißspeicherkrankheiten – Arthrose ist heilbar“, über welches Degenhard sprach, hatte er festgestellt, dass ein zu viel an Eiweiß in der Basalmembran der Kapillaren gespeichert,  abgelagert und in sogenanntes Mucopolysaccharid umgebaut wird. Also in den ganz feinen Haargefäßen, die für den Stoff- und  Sauerstoffaustausch mit dem Gewebe zuständig sind. Und wenn diese Eiweiße – besonders die denaturierten, erhitzten Eiweiße aus tierischer Nahrung – dort eingelagert werden, verdickt sich diese Kapillarwand und wird weniger durchlässig für Sauerstoff und Nährstoffe.

 

Dadurch kommt es zur sogenannten Hypoporopathie, das Gewebe wird unterversorgt, es entstehen auch
Plaques (krankhafte Ablagerungen), das Risiko für Thrombosen, Schlaganfall und Herzinfarkt etc. steigt.

 

Diese beiden Argumente, das gesundheitsprophylaktische und das Naturschutzthema waren für mich der Grund erst einmal vegetarisch zu leben. Ich kaufte mir das Buch von Walter Sommer „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung“ und wurde nach zwei Wochen, sozusagen von „jetzt auf gleich“, zum veganen Rohköstler. Damals war ich fünfzehneinhalb Jahre alt.

 

Heilkrisen gab es bei mir damals nicht. Es gab auch keine Entgiftungserscheinungen, im Gegenteil. Es gab natürlich eine Verbesserung. Ich konnte mich besser konzentrieren, fühlte mich einfach wohler. Ich war nicht mehr müde und ich hatte noch viel mehr Spaß beim Lernen für das Abitur und die Klausuren. Ich war einfach gut drauf. Hautunreinheiten gingen weg, das war alles ganz wunderbar.

Meine Augen verbesserten sich

Ich habe in den fünf Rohkostphasen meines Lebens ein sehr interessantes Phänomen erlebt, nämlich dass sich meine Augen immer verbessert haben und das schon nach ein paar Wochen und Monaten, auf jedem Auge um 1 Dioptrie (Dioptrie ist die Einheit, in welcher die Brechkraft von Linsen gemessen wird). Das ist mir insgesamt drei Mal passiert. Dann bin ich zum Augenarzt gegangen, der hat mir neue Gläser verordnet. Als ich ihm erzählte, dass es da eine Übereinstimmung mit meiner Ernährungsumstellung gibt, wollte er natürlich nichts davon wissen. Aber das muss einen ja nicht beunruhigen, wenn Ärzte etwas nicht wissen wollen. Schließlich haben wir alle ja einen inneren Arzt.
Ich habe mich viel fitter, leichter und besser gefühlt, einfach beschwingter. Ich brauchte immer weniger Schlaf. Bei der letzten Umstellung vor zwei Jahren, habe ich monatelang nur vier, fünf Stunden Schlaf gebraucht und war danach voller Tatendrang und Schaffenskraft. Gerade ändert sich das wieder, und ich brauche wieder weniger Schlaf. Ich habe mir ein Buch über Naturzeitschlaf von Theodor Stöckmann gekauft, da will ich jetzt einmal ein wenig experimentieren.

Versuch der Umstimmung

Meine Mutter war damals offensichtlich weniger begeistert davon. Als ich nach dem Seminar mit Baumgartl und Degenhard als Vegetarier nach Hause kam, meinte sie nur lapidar, ich solle doch bitte die Schinkenstückchen einfach nur aus der Quiche entfernen, wenn ich das nicht essen will. Als ich dann auch noch mit Rohkost angefangen habe, hat sie mich gleich zur Schulärztin geschickt, die mich wohl umstimmen sollte.

 

Ich war ja immerhin schon auf der Waldorfschule und da denkt man im Allgemeinen schon auch ein bisschen anders. Aber die Ärztin erzählte mir: „Wir sind doch auch kulturelle Lebewesen, und das hat sich mit dem Essen doch alles kulturell entwickelt“. Ich hörte mir das alles an – und das war’s dann. Einen 16jährigen von seiner tiefsten Überzeugung abzubringen ist ja auch ein Kampf gegen Windmühlen, vor allem dann, wenn die Überzeugung auch noch so gut schmeckt. Ich machte meine Rohkost nach Walter Sommer. Jeden Abend habe ich mir einen schönen großen Salat mit zwei Gemüsen über der Erde und zwei Gemüsen unter der Erde zubereitet, einige Nüsse dazu, keine Milchprodukte Mark_mit_Eibeund kein Salz, bis auf den Honig, der bei Walter Sommer ja noch dabei war. In seinem Buch stehen ganz viele Rezepte, sogar jahreszeitlich  ortiert.

 

Für jede Jahreszeit hat er richtig viele Rezepte vorbereitet. Kurz nachdem ich Walter Sommer gelesen hatte, fiel mir auch das Buch „Willst Du gesund sein, vergiß‘ den Kochtopf“ von Helmut Wandmaker in die Hände. Ich fand es sehr gut, auch wenn sein Stil strenger war, als der von Sommer. Nach meinem Start mit der Rohkost war mir klar: Rohkost zu praktizieren ist ganz einfach. Ich gehe in den Bioladen und kaufe mir Gemüse, Obst, Nüsse- und Samen früchte, was ich eben gerne möchte. Ich finde es ganz wichtig, auf meinen Körper zu hören, auf den Instinkt und die Nase.

 

Das funktioniert bei den meisten Menschen noch, wenn sie darauf achten. Wenn man gerne Birnen mag, isst man Birnen, wenn man Rote Bete mag, isst man eben Rote Bete, und auch mit Wildkräutern lässt sich schnell Freundschaft schließen. Kocht und denaturiert
man nicht, kann man essen was man gerne mag.

Das Wildkräuterfrühstück

Mark_mit_GierschVor rund fünf Jahren bin ich über Franz Konz und Heidemarie Fritsche, die hier in Berlin Kräuterwanderungen anbot, auch auf die Wildkräuter aufmerksam geworden, obwohl auch Walter Sommer schon viel darüber geschrieben hatte. Aber das war mir damals nicht so bewusst. Auf einer dieser Wanderungen lernte ich einen Freund kennen, der auch näher bei mir wohnte. Ich sagte zu ihm: „Lass uns doch einfach mal zum Essen treffen und zwar nicht in einem Restaurant oder Café, sondern auf der Wiese draußen!“ Das war eine fantastische Idee und ein tolles Erlebnis!

 

Es war vor zwei Jahren im Frühjahr (März), da gingen wir so den Weg entlang und hatten auf einmal den Geruch vom wilden Bärlauch in der Nase. Da haben wir uns den Bauch mit Wunderlauch vollgeschlagen, so heißt die spezielle Art des wilden Bärlauchs hier in Berlin. Das war total lecker, mit Brennnesseln und allem, was es so im Frühjahr gibt. Aus der Idee heraus entstand das Wildkräuterfrühstück: www.wildkräuterfrühstück.de

Von den Mitschülern belächelt

Als ich damals mit der Rohkost anfing, war ich so um die sechzehn. Meine Mitschüler /innen belächelten das so ein bisschen und machten ihre Späßchen darüber. Ich habe auch versucht, missionarisch zu sein. Das hat natürlich überhaupt nicht funktioniert. Dafür diskutierte ich mit meinen Lehrern, besonders mit dem Bio- und Chemielehrer. Das war zwar sehr interessant und sachlich, aber überzeugen konnte ich damals niemanden. Doch hielt ich jeglicher Versuchung stand, auch in der Schulküche. Meistens habe ich mir zwei Äpfel und zwei Bananen mitgenommen. Das reichte mir aus  und damit war ich glücklich.

Studium der Humanmedizin

Humanmedizin studierte, war der Gedanke: „Ich studiere Medizin und werde Arzt, damit die Leute zu mir kommen. Dann kann ich ihnen ja was von der Rohkost erzählen, und sie glauben mir das dann viel eher, als wenn ich kein Arzt bin.“ Meist haben die Menschen kaum Ahnung von gesunder Ernährung, schwören aber den Eid auf Hippokrates, dessen Leitsatz war: „Lasst Nahrung eure Medizin sein und Medizin eure Nahrung“, und wenn Mark Weiland sie dann Arzt sind, wissen sie nichts mehr davon. Vielleicht ein Grund, weshalb es diesen Eid heute nicht mehr gibt.
Viele Leute sagen: „Na ja, das kann man doch nicht so von „jetzt auf gleich“ machen, das ist doch so schwierig!“ Ich habe es gemacht. Deshalb kann ich anders antworten. Ja, man kann von heute auf morgen anfangen, Rohkost zu essen, gern auch mit einer Fastenwoche davor. Man muss nicht erst über das Vegetarische und Vegane zur Rohkost kommen. Natürlich muss man zuerst die Entscheidung treffen, es ist wiederum möglich, dass man eine Erkenntnis die man vom Hören, Lesen oder durch Erlebnisse bekommen hat, einfach umsetzt. Das beinhaltet natürlich, dass man auch seinen Mitmenschen gegenüber dazu steht. Seien es die Beziehungspartner/innen, die Freunde/innen oder Kollegen/innen. Da kann man doch mal seinen Mann oder seine Frau stehen! Die Revolution beginnt im Garten Mein Herzenswunsch an die Menschen ist, dass sie anfangen, selbst zu denken und sich selbst zu heilen, dass sie ihre Selbstheilungskräfte zu reaktivieren beginnen.

 

Frei von Fremdbestimmung durch Ärzte, Politiker, Religionen und Unternehmen. Dass sie wieder ihren Gemeinschaftssinn entdecken und diese Revolution aus dem Garten gemeinsam beginnen. Diesen Gemeinschaftssinn gibt es bei verschiedensten Gruppierungen, wie z.B. bei politischen und religiösen. Warum nicht auch eben hier im Ernährungssektor. Es gibt schon viele Splittergruppen. Das sind ganz kleine, auch sehr aktive und motivierte  rüppchen. Aber wir erreichen nur etwas, wenn wir uns alle zusammentun, um wirklich große Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken.

Wir brauchen mehr Gemeinschaftlichkeit

Kommunikationsmittel haben wir ohne Ende zur Verfügung. Daran liegt es nicht. Wir sind nur von dieser Gemeinschaftlichkeit entwöhnt  worden. Es wird uns stets gesagt: „Wir sind alle so individuell und jeder darf seins machen.“ Ich will damit nicht sagen, dass wir unfrei leben sollen, aber es gibt ein Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft. Wir haben uns dazu verleiten lassen, zu sehr ins Individuelle zu gehen.

 

Jeder ist sich nur noch selbst der nächste. Es drückt sich einerseits in den ganz kleinen Gemeinschaften, z.B. einer Beziehungsgemeinschaft und in der Liebesbeziehung aus, dass man sich da nicht einfach ein bisschen zurückstellen kann und versucht auch den anderen zu verstehen oder auch so zu lassen, wie er ist. In der gesellschaftlichen Ebene ist das auch so. Da macht jeder seins. Ebenso in der Rohkostszene „mixt jeder seinen eigenen Smoothie“. Da sind die Instinctos, die Urköstler, die Grün-Smoothie-Fraktion, die Sonnenköstler, die Anhänger der „befreiten Ernährung“ und auch die Veganer, die ja auch schon in eine gute Richtung gehen.

 

Doch es gibt noch so viele  Anfeindungen, Neid und Sticheleien. Jeder meint für sich, allein das Richtige entdeckt zu haben und projiziert es auf alle anderen, doch dann bleibt das große gemeinsame Ganze auf der Strecke.

Allem voran Herzlichkeit und Offenheit

Immer noch gibt es viele Menschen, die sehr verurteilend vorgehen und wütend auf die Fleischesser und Normalos sind. Das ist nicht gut. WEILANDFILM_Rohvolution_Berlin_2012_031Meine Empfehlung ist, mit Herzlichkeit, Liebe, Offenheit, Sachlichkeit und als unverkrampft und authentisch gelebtes Vorbild voranzugehen.
Ich glaube, es ist sehr wichtig, nicht mit Verzicht und Verunglimpfung, mit pauschalen Urteilen zu argumentieren, auch nicht über Ärzte. Na
gut, auf die Pharma-Industrie darf man immer böse sein. Die nehme ich mal raus.

 

Aber es gibt zum Beispiel mittlerweile sehr viele Ärzte, die sehr aufgeschlossen zu dem Thema Ernährung und Rohkost sind. Die auch Multiplikatoren sind und die die Menschen erreichen, die man so als „normaler“ Rohköstler an sich gar nicht erreicht. Es ist wichtig, mit Offenheit, Herzlichkeit, Liebe und Verständnis heranzugehen. Aber nicht, indem man sagt, man muss jetzt auf irgendetwas verzichten. Überhaupt sind diese „man-muss-und-man-sollte“-Vokabeln Teil einer unangemessenen autoritären Sprache. Ich finde, es ist wichtiger, den Leuten erst Mal ein Vorbild zu sein und vorzuleben.

 

Es gibt auch einige Leute, die Rohkost propagieren, sie aber selbst gar  nicht praktizieren. Das kann schon irritierend sein, vor allem, wenn sie dann nicht dazu stehen. Jeder Mensch hat doch auch seine Schwächen und wer von uns Rohköstlern/Rohköstlerinnen kennt die ganzen Verführungen nicht? Haben wir alle immer widerstehen können?

 

Was auch ganz wichtig ist, ist, dass die Leute wieder lernen müssen, fundierte Bücher zu lesen. Es nützt doch nichts, wenn man ein in zwei Wochen hingeklatschtes Buch schreibt und den Leuten Heilsversprechen macht. Es gibt richtig gute Klassiker, die von Menschen geschrieben wurden, die in dieser Ernährungsform jahrzehntelange Erfahrung haben und wirklich etwas dazu sagen können.

 

„Ich denke da z.B. an „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung“ von Walter Sommer. Er war der Meinung: „Von der Wissenschaft her kann der Umschwung in der  Ernährung nicht kommen. Der Umschwung muss von der Basis, vom Volk her kommen.

 

Das Buch „Willst Du gesund sein, vergiß‘ den Kochtopf“ von Helmut Wandmaker habe ich ja schon erwähnt.Wandmaker selbst war mit Walter Sommer eng befreundet und er verehrte ihn sehr. In den ersten Wandmaker Aktuell-Magazinen wurden auch Schriften von Walter Sommer veröffentlicht. Die Broschüre „Der erste Schritt aus dem Teufelskreis“ über die Arbeit von Walter Sommer ließ Karlheinz Baumgartl neu aufleben. Dr. med. H. Malten „So heilt die Natur“ ist ebenso wie das Buch von Walter Sommer antiquarisch zu bekommen. Beide sind schön geschrieben und machen Spaß zu lesen.

 

Ich erwähne natürlich auch das Buch „Der Große Gesundheits-Konz: Wildkräuter – UrMedizin“ von Franz Konz. „Die Rohkost-Revolution“ von  Sven Rohark gehört meiner Meinung nach einfach in den rohköstlichen Bücherschrank. Und auch wenn es hier nicht nur um Rohkost geht: Das Buch „Unsere Nahrung, unser Schicksal“ von Dr. med. Max-Otto Bruker ist ein Standardwerk. Ich habe in den 90er Jahren Medizin studiert und in dieser Zeit einen Studenten kennengelernt, der bei Bruker war. Wir haben gemeinsam einen Arbeitskreis für Medizin gegründet und waren regelmäßig in Lahnstein bei Herrn Dr. Bruker. Das war wunderschön. Ich schätze diesen Mann sehr. Er hat den Begriff der Vollwertigkeit von den Lebensmitteln wunderbar kommuniziert und an den Mann und an die Frau gebracht. Er hat selbst auch überwiegend und zum Schluss immer mehr rohköstlich gelebt. Das hat er auch empfohlen.

Vollwertige Lebensmittel in der Rohkost

Und dieser Begriff der Vollwertigkeit geht vielen Rohköstlern heute ab. Sie essen solche Mengen an Trockenfrüchten, allem voran die Medjool-Datteln oder überhaupt Datteln, teilweise zu viel Obst und solche Süßmittel wie Kokosblütenzucker und Agavendicksaft und selbst Sachen, die ja unter dem Verdacht stehen, gar nicht roh zu sein. Das bedingt natürlich das Zucker liebende Milieu im Darm. Das fördert eine Darmflora, die dort nicht hin gehört und uns massive gesundheitliche Probleme bereitet. Da muss man wirklich aufpassen. Das Xylit(ol), das ja alles andere als ein vollwertiges Lebensmittel ist, ist ein Extrakt, wie auch Sirups, Dicksäfte und andere Zuckersorten. Das würde ich nicht empfehlen. Eine natürliche Ernährung ist das nicht und gesund ist das auf Dauer auch nicht. Xylitol wird zwar antikariöse Wirkung zugeschrieben, aber es steht auch unter dem Verdacht, auf Dauer krebserregend zu sein. Dr. Bruker hat in den älteren Ausgaben seines Buches gesagt: „Essen Sie nichts, wofür Werbung gemacht wird“. Also wer doch an Werbung glaubt, tauscht dann Karies für Krebs ein. Da kann ich nur sagen: „Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing!“
Noch ein weiteres Buch: „Sibila: ein Leben in Natur und Freiheit – auf dem Weg der Einfachheit und der Liebe“ von Nuria Aragón Castro. Die Inhalte zum autarken und naturverbunden Leben draußen sprechen mich sehr an. Und zuletzt „Rohvegan und Sport“ von Arnold Wiegand.
Das lege ich jedem wärmstens ans Herz, der sich mit Sport auseinandersetzen will. Es gibt im Sport die Möglichkeit, roh und vegan zu leben. Ich möchte jetzt im Sommer auch wieder mehr Sport machen. Bewegung ist das A und O, da nützt die beste Rohkost nichts, wenn man sich nicht bewegt und die ganze Zeit am Rechner sitzt oder im Büro. Bewegung, Bewegung, Bewegung…

Mein Leben mit der Rohkost

Fotos_Herbstbeginn_2012_hoch_06In der Regel stehe ich um sieben Uhr auf. Es gibt Rohkost, die ich analog zur Gerätemedizin als Geräterohkost bezeichne. Damit meine ich die ganze zubereitete und Gourmet-Rohkost, die unglaublich lecker schmeckt und sicher für viele schon ein erster guter Schritt in die richtige Richtung ist. Mir, aber auch vielen, die ich kenne, bekommt das einfach nicht mehr, meist bekomme ich heftige Magen-Darmbeschwerden davon, und ich brauche dann auch wieder meine sieben, acht Stunden Schlaf. Aber in besonders guten Rohkost-Phasen, wo ich mich so natürlich wie möglich ernähren kann, komme ich mit vier, fünf Stunden Schlaf aus. Dann stehe ich natürlich nicht um sieben Uhr auf, sondern um vier und fünf Uhr.

 

Das sind ganz tolle Schaffensperioden, das ist ganz großartig. Man muss sich, was den Schlaf anbelangt, disziplinieren, und das gilt natürlich auch für mich. Für mich ist es der Schlaf vor Mitternacht, der einen ganz anderen Energieschub bringt.

Von der „Hand in den Mund“

Ich habe meistens mehrere Schalen auf meinem Schreibtisch stehen. In der einen ist Obst, in den anderen Gemüse. Das sind z.B. Gurke,  Fenchel, Stangensellerie, Kohlrabi. Das liegt dann einfach da und ich nehme mir je nach Lust z.B. eine Gurke und esse sie. Oder ich gehe hinaus
und esse unterwegs einfach einen Apfel oder eine Fenchelknolle. Einfach mag iches am liebsten.

 

Ganz selten kann es auch etwas komplizierter sein. Dann mache ich mal einen Grünen Smoothie, Nussdrink, Mandelmilch oder irgendwelche schönen Zauberdrinks mit ein wenig Kakao und auch Medjool-Datteln. Aber das kommt wirklich sehr selten vor. Da bin ich ganz froh, weil mir das immer schwer im Magen liegt. Verdauungsmäßig ist das nicht so toll. Es macht müde und schlapp. Dieses Mittelchen-Denken erlebe ich beim Wildkräuterfrühstück, da erkläre ich zum Beispiel die Erkennungsmerkmale vom Giersch und dann kommt die Frage „Was kann man denn damit machen?“ Und ich antworte: „Essen oder angucken!“ Und die andere Frage ist dann meistens: „Wogegen oder wofür ist das denn?“

 

Dann sage ich immer: „Wenn euch das schmeckt und gut tut, dann ist das gut für euch, welche Leiden und Zipperlein ihr auch immer habt. Wenn es euch nicht schmeckt, dann lasst es stehen und wartet darauf, bis es euch irgendwann schmeckt. Esst in der Zwischenzeit etwas anderes, was euch besser schmeckt und gut tut!“ Es gibt keine Pflanze, die deshalb wächst, weil Menschen Kopfschmerzen haben. Wenn der Mensch sich an die natürliche Lebensweise halten würde, hätte er auch seine Krankheiten nicht.

Gefühle und Emotionen verändern sich mit der Rohkost

Es gibt noch einen ganz anderen interessanten Aspekt. Wenn sich jemand auf rohköstliche Ernährung umstellt, ist das mit sehr ungewöhnlichen Gefühlen verbunden. Die Emotionen, die dann zusammen mit der völlig anderen Art des Sättigungsgefühls frei werden – also das leichte Gefühl, das man dann hat – diese Gefühle auszuhalten, muss man erst mal lernen zu ertragen. Gerade das Gluten im Getreide, das Casein/Casomorphin in der Milch, das sind Opium-Derivate! Das ist ein schönes Mittel, um sich so ein bisschen zu sedieren und einfach mal abzuschalten von dem ganzen Stress. Es funktioniert als Ersatzbefriedigung und Gefühlsdämpfer. HelmutWandmaker und Walter Sommer betonen, dass durch die hohe Erhitzung von Getreide, Reis, Kartoffeln… beim Backen, Kochen, Braten usw. zusätzlich die organisch gebundenen Mineralstoffe zu anorganischem, vom Körper nicht assimilierbarem Material verwandelt werden. Diese ausgefällten Mineralstoffe und denaturierten organischen Moleküle sind zusätzlich für eine hohe Belastung des Körpers und die damit einhergehende Müdigkeit verantwortlich.
Und wenn das durch die Rohkosternährung wegfällt, dann sind all diese ganzen Gefühle und Emotionen wieder da. Dann ist man präsent, jede Sekunde des Tages. Und das zu ertragen ist für viele nicht einfach oder sogar richtig schwer! Ich glaube, dieser Aspekt wird in der Rohkostszene meist noch gar nicht betrachtet oder zu gering eingeschätzt.
Ernährung ist ein sehr komplexes Feld und sie hat nicht nur etwas mit dem Essen zu tun. Gerade die sozialen und psychischen Aspekte des Essens, sind viel beeinflussender als alles andere. Wichtig ist auch: Wie haben unsere Eltern gegessen? Was haben sie uns zum Essen vorgelegt?
Wie sind wir sozialisiert worden?  Wie sind unsere Gewohnheiten imLaufe des Lebens dann entstanden?
Und wenn wir jetzt Rohköstler geworden sind, in die Kantine oder mit Freund und Freundin auf eine Party, eine Veranstaltung oder zum Essen gehen, dann sitzt man im Restaurant und sagt: „Ja toll, Salat – super – schmeckt aber überhaupt nicht!“, weil die Salate natürlich im normalen Restaurant als Deko, Beilage oder Appetizer gedacht sind und nicht alssättigende Hauptmahlzeit. Das ist gar nicht so einfach, aber da muss man einfach durch.

 

Wenn die Menschen sich also für die Rohkost entscheiden wollen, sollten sie sich von vornherein im Klaren darüber sein, dass sie sich damit natürlich auch mit ihrer Gefühlswelt auseinandersetzen müssen. Also stellt man sich am besten noch vor der Umstellung darauf ein. Das habe ich früher nie so stark empfunden,  wie jetzt in den letzten Jahren. Am Anfang meiner Rohkost war mir das völlig egal. Ich bringe da gerne das Zitat aus Mozart’s Zauberflöte: „Der Weise prüft und achtet nicht, was der gemeine Pöbel spricht!“ Das bedeutet: Ich mache einfach mein Ding.  Unge achtet von dem, was andere sagen. Unsachliche Diskussionen führen da eh zu nichts. Wenn ich Rohköstler, Vegetarier oder Veganer sein will, dann mache ich das einfach Auch, wenn die Leute solche polemischen Sprüche wie: „Du isst ja meinem Essen das Essen weg!“ zu mir sagen. Ich verurteile dadurch, dass ich anders esse, niemanden für das, was er tut.

 

Meiner Meinung nach muss man sich immer die Offenheit und Sachlichkeit bewahren. Viele Menschen, die sich mit Rohkost beschäftigen, machen am Anfang Fehler. Wir wissen leider nicht mehr, wie natürliches Essen funktioniert. Manche haben wenigstens schon ein bisschen
Erfahrung aus ihrem Umfeld mitbekommen.

Mein Herzenswunsch

Mein Herzenswunsch ist: Im Prinzip möchte ich so leben, wie es der gute Walter Sommer empfohlen hat, wie es Karlheinz Baumgartl realisierte
oder wie es Sibila lebt, die ja sogar relativ wild draußen in der Natur ist.

 

2014-05-20 08.23.11Aber einen Garten zu haben, das ist mein Traum und mein Ziel. Die Revolution beginnt laut Walter Sommer ja im Garten. Einfach ein schönes großes Grundstück mit 1 Ha Land zu haben und da selbst zu bestimmen, was ich da mache. Mit einer Quelle, einem Brunnen, vielleicht mit  einem See in der Nähe. Und dann absolute 100%ige Selbstversorgung. Ich lese auch immer schon Bücher zum Thema Selbstversorgung und Survival, wie z.B.: „Das autarke Leben und wie man es lebt“ oder „Vergessene Künste und Handwerke“ von John Seymour. Das ist so mein Ziel.

Morgenstund’ hat Wildnis im Mund

WildkräuterfrühstückWildkräuter – frei wachsende Pflanzen auf Wiesen und in Wäldern – sind reich an Vitaminen, Mineralien, Eiweiß und ­damit pralle Lebensenergie. Sie schmecken intensiver als gezüchtete Sorten, und viele empfinden sie als Turbo-Booster für die Gesundheit. Mark Weiland isst sich seit zwei Jahren durch die Vielfalt der Natur und lädt zwei Mal die Woche zum freien “Äsen“ in der Berliner City ein.

Berlin, Dienstagmorgen um 7 Uhr 30. Im Schlosspark Charlottenburg ist soeben die Sonne aufgegangen, der herbstliche Nebel verhüllt Schloss und Natur. Während sich im Sommer noch Radfahrer und Jogger auf den Parkwegen tummelten, verirren sich jetzt im Spätherbst nur noch wenige Frühaufsteher in den kalten Morgen. Wer jedoch am Belvedere innehält, einem kleinen Rokoko-Pavillon, wird dienstags und donnerstags um halb acht am Morgen eine kleine, höchst sonderliche Gruppe beobachten können. Sie pflücken und verspeisen ungewaschene Kräuter von der Wiese, essen Blätter von den Bäumen und scheuen sogar vor „giftigen“ Eibenfrüchten nicht zurück. To029desmutige Ökos? Verzweifelte Hartz IVler? Eine Unkräuter-Sekte?
Die Lösung ist ganz einfach: Es ist das Wildkräuterfrühstück, das im Mai 2011 von mir ins Leben gerufen wurde. Vor rund fünf Jahren bin ich über den Gesundheitspapst Franz Konz auf die Wildkräuter aufmerksam geworden, obwohl auch der Ernährungsforscher Walter Sommer – über dessen Werk „Das  Urgesetz der natürlichen Ernährung“ ich im Alter von fünfzehneinhalb zur Rohkost gefunden habe – schon viel darüber geschrieben hatte. Aber das war mir damals nicht so bewusst. Letztlich bin ich über Franz Konz wieder darauf aufmerksam geworden, dass man Wildkräuter roh essen kann und sie sehr wichtig für die menschliche Ernährung, für den Säure-Basen-Haushalt, die Zahngesundheit usw. sind, besonders in unseren Breitengraden.

„Äsen“ im Park

2014-05-20 08.23.11Auf einem Seminar von Franz Konz lernte ich die Kräuterexpertin Heidemarie Fritzsche aus Berlin kennen. Über anderthalb Jahre bin ich dann in Berlin-Buch bei ihren Kräuterwanderungen mitgegangen und habe sehr viel dabei gelernt. Aber es war mir irgendwann zu wenig, nur einmal im Monat ein paar Wildkräuter zu essen. Auf einer dieser Wanderungen lernte ich einen – mittlerweile – Freund kennen, der in meiner Nähe wohnte. Ich sagte zu ihm: „Lass uns doch einfach mal zusammen essen gehen – und zwar nicht in einem Restaurant oder Café, sondern einfach auf der Wiese draußen!“ Also gingen wir vor zweieinhalb Jahren im Frühjahr (März) durch den Schlosspark und hatten auf einmal den Geruch von wildem Bärlauch in der Nase – und haben uns gleich den Bauch mit diesem Frühlingskraut vollgeschlagen. Es war total lecker und kraftspendend. Dazu aßen wir Brennnesseln und alles, was es so im Frühjahr gibt. Aus dieser Idee heraus entstand das Wildkräuterfrühstück. Wir haben uns öfter zum „Äsen“ im Park getroffen, und ich dachte mir, dass es doch toll wäre, das zu verbreiten. Zuerst lud ich nur Freunde dazu ein, dann eröffnete ich eine Wildkräuterfrühstücks-Gruppe im Internet (facebook). Und zuletzt stellte ich dann auch eine eigene Seite www.wildkräuterfrühstück.de mit vielen Zusatzinformationen ins Netz.

DSC00311Das Schöne ist, dass eigentlich immer irgendwelche Kräuter da sind. Zu allen vier Jahreszeiten. Das hat bei mir dieses Gefühl von Naturverbundenheit und Urvertrauen über die Jahre hinweg ausgelöst. Ich weiß: Ich gehe hinaus und finde immer etwas zum Essen. Das ist eben Mutter Natur! Sie versorgt uns, wenn wir ihr vertrauen! Ganz ohne Mixer und Tropenfruchtversand…
Das Wildkräuterfrühstück ist auf jeden Fall ein guter Anfang für den vielzitierten Wandel. Und es kostet nichts. Viele sagen zwar: „Was nichts kostet, taugt auch nichts.“ – Aber in diesem Fall ist das mal umgekehrt. Du bekommst kostenlos das Allerbeste und Hochwertigste, was es auf der ganzen Welt zum Essen gibt! Und deshalb bekommst du durch so ein Leben auch dein „Urvertrauen“ und deine „Urverbundenheit“ zurück.

Urkost im urbanen Alltag

20140412_142202Das Wildkräuterfrühstück ist eine ideale Alternative zum gewohnten Gang vor der Arbeit in den Bäckerladen. Zum Sinn des Wildkräuterfrühstücks erkläre ich immer zu Beginn: „Es ist keine Wildkräuterwanderung, auf der man 30-40 Pflanzen kennen lernt, deren Gehalt an Vitamin C und Eisen erfährt oder die beste Möglichkeit, sie in Tees und Suppen kaputtzukochen. Das Wildkräuterfrühstück ist nichts weiter als eine praktische Übung, die Urkost in den urbanen Alltag zu integrieren.“ Und das geht so: Man nehme sich etwas Obst für den Geschmacksmix mit – reif und Bio versteht sich – schwingt sich aufs Rad oder steigt ins Auto/in die Bahn und kommt zum Treffpunkt.

Es wird nur gegessen, was nicht giftig ist, und ein paar Erklärungen und Tipps gibt es auch: zum Beispiel über den Verzehr der Brennnessel, ohne sich zu verbrennen, oder welche Wurzeln oder was sonst besonders im Winter sehr lecker ist. Aber es geht auch darum, mit naturverbundenen Menschen gemeinsam „ins Gras zu beißen“.

Auch wandelt sich bei dem einen oder anderen Hobbygärtner, der zufällig vorbeikommt und Brennesselerstaunte Fragen stellt, das Feindbild Giersch, Brennessel und Vogelmiere zum „Freundbild“. Doch es gibt auch Warnungen von außen, dass man die Eiben nicht essen dürfe, weil sie giftig sind. Da tut Aufklärung Not, und so erkläre ich, dass es zwar richtig sei, was man über die Eiben sagt, doch wenn man den Kern unzerkaut wieder ausspuckt, sich auch nicht an Eibenblättern oder Eibenrinde vergeht, wird man für dieses „Geheimwissen“ mit dem köstlichen Fruchtfleisch der Eiben belohnt.

Fuchs- und Hundebandwurm lassen mich völlig kalt, denn für dessen gesundheitsschädliche Wirkung fehlen die wissenschaftlichen Beweise, vor allem, wenn wir mit einer basischen Nahrung ein Milieu schaffen, das diese Parasiten ohnehin verschmähen. Und die Hinterlassenschaften der Hunde werden vom Regen weggespült oder „verwachsen“ sich. Gesundheit kann so einfach sein, wenn man lernt, keine Angst mehr vor der Natur zu haben.

Mehr als ein alternatives Frühstück

P1080639Das Wildkräuterfrühstück ist aber mehr als nur ein alternatives Frühstück. Wer regelmäßig kommt, lernt die Pflanzen besser kennen, erlebt den Wechsel der Jahreszeiten, das ewige Stirb und Werde in der Natur. Auch der behutsame und respektvolle Umgang mit den Pflanzen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ich sehe in den Pflanzen keine bloßen Behältnisse biochemischer Nährstoffe, sondern Lebewesen und Persönlichkeiten, die es uns sogar mit einem üppigeren Wuchs an Blättern und Stengeln danken, wenn wir nur einige Blätter essen statt sie mit Stumpf, Stiel und Wurzel auszureißen. Wer ein Wildkräuterfrühstück miterlebt, erhält mit jedem Biss ein Stück Naturverbundenheit zurück. Denn Naturverbundenheit gibt’s nicht im Bioladen, wohl aber in der Natur selbst.

Letztlich lässt sich Urbanität mit der ­natürlichen Lebensweise leider nur unzureichend vereinen. Mein Herzenswunsch ist es darum, ein schönes großes Grundstück mit einem Hektar Land zu haben und selbst zu bestimmen, was ich da mache und anpflanze. Mit einer Quelle, einem Brunnen, vielleicht mit einem See in der Nähe. Und dann hundertprozentige Selbstversorgung. Wir haben hier in Europa ja eine Jahrtausende alte Gartenkultur. Unsere europäischen Vorfahren oder die Alteuropäer – Tacitus und Cäsar haben sie Germanen genannt – haben laut Walter Sommer vegetarisch gelebt. Sie hatten Gärten, in denen sie ihre Nahrung selbst angebaut haben. Dort gab es gemeinschaftlich genutzte Flächen, sogenannte Almenden, wo es ein Bodennutzrecht gab. Die Möglichkeit, Land zu besitzen, gab es gar nicht, bis das „Römische Recht“ eingeführt wurde. Seitdem gilt das Bodenbesitzrecht.

Wir dürfen zwar einen Schrebergarten haben, aber auch da gibt es eine maximale Begrenzung. Die erlaubte Fläche reicht nicht aus, Selbstversorgung zu betreiben. Außerdem kommen die hohen Pachten dazu und sehr hohe Ablösesummen, wenn man ein Grundstück übernimmt. Trotzdem: Wenn auch nur Schritt für Schritt, ein „Zurück zur Natur“ mit Wildkräuterfrühstück oder eigenem Garten ist machbar. Oder noch besser: Vorwärts zur Natur!

Mark Weiland

Mehr Informationen zum Wildkräuterfrühstück gibt es auf www.wildkraeuterfruehstueck.de.

Sammelkalender für Wildkräuter und Beerenfrüchte u. a.

Quelle: Dr. med. Christian Guth und Burkhard Hickisch: “Grüne Smoothies”, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München, 2012
Bei all diesen Pflanzen können junge Triebe, Blätter und Früchte während der ganzen Wachstumsperiode verzehrt werden.

 

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
Ackerhellerkraut
Ackerschachtelhalm
Ackerwinde
Ahorn
Baldrian
Barbarakraut
Bärlauch
Basilikum
Batavia
Beifuß
Beinwell
Birke
Birne (Frucht)
Brennnessel
Brombeere (Frucht)
Brunnenkresse
Buche
Distel
Douglasie
Eberesche
Ehrenpreis
Eichblattsalat
Eiche
Elsbeere
Erdbeere (Frucht)
Esche
Esskastanie
Feldsalat
Fenchel (Blätter)
Fetthenne
Fichte
Franzosen kraut
Frauenmantel
Friseesalat
Frühlingszwiebel
Fünffingerkraut
Gänseblümchen
Gänsefingerkraut
Giersch
Gundelrebe
Gundermann
Günsel
Guter Heinrich
Habichtskraut
Haselnuss
Heckenrose
Heidelbeere (Frucht)
Heublume
Himbeere (Frucht)
Hirtentäschel
Holunder (Blüten)
Hopfen
Huflattich (Blätter)
Huflattich (Blüte)
Johannisbeere (Frucht)
Johanniskraut
Kamille (Blüte)
Kiefer
Kirsche (Frucht)
Klatschmohn
Klee
Klettenlabkraut
Knoblauchsrauke
Knöterich
Kohlrabiblätter
Königskerze
Kopfsalat
Kornblume (Blüte)
Kürbisblätter
Lärche \
Lauch
Lavendel
Linde
Linde (Btüte)
Litschi
Löwenzahn
Lungenkraut
Luzemte
Mädesüß
Majoran
Malve (Blüte)
Manderine
Mango
Mangold
Margerite (Blüte)
Melde
Melone
Minze
Mirabelle/Reneklode
Mispel (Frucht)
Mizuna
Möhrengrün
Moosbeere
Nachtkerze
Natternkopf (Blüte)
Nelkenwurz
Oderrnennig
Orange
Oregano
Pappel
Petersilie
Pfefferminze
Pfennigkraut
Pfirsich/Nektarine
Pflaume/Zwetschge
Physalis
Postelein/
Winterportulak
Preiselbeere (Frucht)
Primel
Radicchio
Radieschtengrün
Rettich
Ringelblume (Blüte)
Rohrkolben
Romanasalat
Römersalat
Rose
Rosenkohl
Rosmarin
Rote-Bete-Blätter
Salbei
Sanddorn (Blätter)
Sauerampfer
Schafgarbe
Scharbockskraut
Schlehe (Blätter und
Früchte)
Schlüsselblume (Blüte)
Schnittlauch
Senf
Spinat
Spitzkohl
Springkraut
Stachelbeere (Frucht)
Staudenselerie
Stiefmütterchen
Storchenschnabel
Tanne
Taubnessel
Tausendgüldenkraut
Tellerkraut
Thymian
Ulme
Veilchen (Blüte)
Vergissmeinnicht (Blüte)
Vogelmiere
Waldmeister
Walnuss (Blätter)
Wasserlinse
Wassermelone
Wegerich
Wegwarte
Weide
Weidenröschen >
Weintrauben (Frucht)
Weisdorn (Beeren)
Weißer Gänsefuß
Wermut
Wicke
Wiesenkerbel
Wiesenschaumkraut
Wilde Möhre
Wirsingkohl
Witwenblume
Wollblume
Zeder
Zitronne
Zitronenmelisse
Zucchini

 

 

 

Keine Angst vor dem Fuchsbandwurm!

Bei jeder meiner Kräuterwanderungen wird die Frage nach dem Fuchsbandwurm gestellt. Hier darf nach aktuellem Informationsstand Entwarnung gegeben werden.

 

„Ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlicher, als sich durch den Verzehr von Waldbeeren mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren“, so Professor Klaus Brehm, Biologe am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Robert-Koch-Institut (www.rki.de). Die Krankheit, die unbehandelt zum Tod führen kann, sei zum Glück sehr selten. (…)

Entgegen hartnäckiger Gerüchte gibt es keine Hinweise auf die Übertragung durch den Verzehr von Wildpflanzen oder Waldbeeren. Auch besiedeln Füchse immer häufiger Städte und stadtnahe Gebiete. Über 1600 Füchse lebten schon 2006 in Berlin, fünfmal mehr als in den umliegenden Wäldern. Das Futter lockt: Mäuse, Ratten, Katzenfutter …

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Als größte Infektionsquelle für Fuchsbandwurminfektionen wird der enge Kontakt (Schmusen) mit Haustieren angesehen (Hunde oder Katzen, die Mäuse fressen). Die Gefährdung beschränkt sich in Deutschland vor allem auf den süddeutschen Raum einschließlich Hessen und dem südlichen Baden-Württemberg, besonders betroffen ist die die Schwäbische Alb. Weil es sich hier jedoch um reine Statistik handelt, habe ich einen erfahrenen Jäger befragt: Er würde Wildwechsel (sichtbar als Trampelspuren im Gras) meiden. Waschen kann Fuchsbandwurmeier zwar nicht zerstören, die Gefahr aber mindern.

Fazit: Ob Sie bodennah wachsende Wildkräuter von Wald und Wiese roh zu Wilden Grünen Smoothies verarbeiten, müssen Sie selbst entscheiden. Das Risiko einer Fuchsbandwurm-Infektion ist statistisch sehr gering.”

Weitere Infos zum Fuchsbandwurm mit aktueller Statistik unter -> http://www.herbalista.eu/kann-ich-das-essen

Bezugsquellen von Wildkräutern

Hochgenuss LindenblätterWildkräuter sind in aller Munde – oder etwa noch nicht? Viel hört man immer wie toll und wichtig Wildkräuter für Gesundheit, Entgiftung, Wohlbefinden und den Mineralstoffhaushalt sind. Wo aber bekommt man sie her die grünen Helden der Wiese? Wenn man in der Großstadt wohnt, ist die Antwort auf diese Frage manchmal gar nicht so einfach. Hier ein paar Anregungen:

Sammeln

  • im Stadtpark
  • in Vorgärten
  • beim Nachbarn
  • auf verwilderten Grundstücken
  • in Kleingartenanlagen
  • im Stadtwald
  • auf Friedhöfen

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Lernen

2014-04-17 08.33.45

Kaufen

  • auf Wochenmärkten
  • in eingen Bioläden
  • in türkischen Lebensmittelläden
  • bei Wildkräuterversendern:

Weitere Möglichkeiten

  • bei Rohkostpotlucks

 

 

Über den Vegetarismus 1.Teil: Zur Wiederbelebung einer edlen Geisteshaltung

Der Vegetarismus befaßt sich mit der Ernährung des Menschen, mit dem Essen. „Essen“ (lat. „essentia“) bedeutet „das Wesentliche“. Dieses Wesentliche wirkt auf das menschliche Individuum. Das Wort „Individuum“ (lat.) bedeutet „das Unteilbare“. Der Mensch besteht aus der untrennbaren Einheit von Geist, Körper und Seele.

 

Das Essen – das Wesentliche – wirkt auf diese untrennbare Einheit von Geist-Körper-Seele und gestaltet diese. Das gute Essen (die naturgemäße Nahrung) wirkt sich im guten Sinne auf diese Einheit aus, das schlechte Essen (die verfälschte Nahrung) im schlechten Sinne. Wir alle sehen wohl die Denaturierung des K ö r p e r s bei falscher Ernährung an den durch leidende Patienten überfüllten Arztpraxen und den vielen Krankenhäusern. Wir erkennen auch, daß auch die nicht-akut-kranke Bevölkerung alles andere als gesund ist, weil sie sich unrichtig ernährt. Wir erkennen deutlich, daß der Mensch, „das göttliche Wesen“, vor- und frühzeitig unter unsagbaren Qualen zusammenbricht.

 

Jährlich sterben in unserem Land ca. 700.000 Menschen an Krankheiten, Millionen sind auf dem besten Weg dorthin. Das sehen wir deutlich. Aber wir beachten unzureichend die Folgen naturwidriger Ernährung in der Denaturierung an Geist und Seele. Wir erkennen nicht das ganze Ausmaß der Schädigung, weil uns die Richtlinien (Vorbilder) fehlen. Die Norm ist heute das Verrückte (das vom Natürlichen Abgerückte) und das Verrückte gilt als normal (z.B. die landesübliche Ernährung). Derjenige, der den Dingen auf den Grund geht (an die Wurzel, lat. radix), gilt als „radikal“ im Sinne von gesellschaftsfeindlich. Diese Abwertung erschwert den Dialog mit den Menschen und hindert, das ganze Ausmaß des Schadens an Geist und Seele zu erfassen.

 

Deshalb müssen wir uns künftig mehr und gründliche Gedanken machen über das Urgesetz der natürlichen Ernährung und über die durch die Abweichung von dieser Norm bedingten Schäden. Wir erhalten damit nicht nur die Antwort auf die Frage nach dem Grund des Übels in der Welt, sondern auch das Mittel in die Hand, die Folgen (Mißstände) naturwidriger Verhaltensweisen zumindest in unserem Wirkungsbereich abzubauen oder zu verhindern. Genau in dem Maß, wie es gelingt, uns wieder naturgemäß (also „gottgewollt“) zu verhalten, verbessern wir die Verhältnisse in und um uns. Aber in dem Maß, als uns dies nicht gelingt, werden wir weiter belastet mit Leid und Elend, ausgehend vom Körper über die Seele und den Geist mit Unfreiheit und Versklavung. Die Sache ist also lebenswichtig. Sie entscheidet über die Qualität unseres künftigen Lebens. Der ganze Sachverhalt zielt auf eine (Er-)Lösung des Menschen von unwürdigen Verhältnissen. An erster Stelle dieses Aufgabenbereiches steht die schrittweise Verbesserung unserer bisherigen Lebensweise. Wir fragen nach den Voraussetzungen des reinen Vegetarismus‘ und gehen den Weg an die Wurzel dieser edlen Geistesrichtung.

 

Die meisten Vegetarier übersetzen das Wort „vegetarisch“ mit „pflanzlich“ und entwerten damit die Bedeutung des Wortes, als sie die „lacto-vegetabile“ Ernährungsweise (Milch, Sahne, Joghurt, Käse, Butter u.a.) zur vegetarischen Ernährung zählen, obwohl das keine Pflanzen sind. Besonders die Reformhäuser sind sofort dabei, ihr Sortiment für die Kundschaft zu erweitern. Aber das Wort „vegetarisch“ bedeutet mehr. Es kommt von „vegetabilis“ (lat.) und bedeutet „belebend“. Nach der Ursprache bedeutet die „ve“-Silbe Zeugung nach dem Gesetz der Lebensschaffung. Die Silbe „ge“ deutet auf das Ge-setz, die Silbe „ta“ auf die Durchführung in der Tat: die Ve-ge-tat. Sind die heute im breiten Vegetariertum üblich gewordenen Milchprodukte und gekochten Gemüse belebend im Sinne des Urgesetzes?

Unser Sonnensystem entstand einst aus der Kraft des Universums. Im Laufe von Milliarden Jahren bildeten sich aus Gas und Staub unsere Erde und darauf die biologische Substanz. Hieraus erwuchs das menschliche Leben, das Gefühlsleben und das Bewußtsein. Die Vorbedingungen dafür sind die Sonne und die in der Erdrinde potentiell enthaltene Energie, die in den Erdkristallen gespeicherte Sonnenkraft. Alle die Kristalle der Gesteine und Erden sind gebunden durch gewaltige Energien. Das organische Leben macht sich diese gebundenen Kräfte zunutze durch deren Lösung in der Pflanze. In dem Augenblick, als in der Evolution aus dem Blattgrünfarbstoff (Chlorophyll) die Kohlendioxidspaltung in Kohlenstoff und Sauerstoff erfolgte, begann das organisch-biologische Leben und konnte sich auf dieser Grundlage weiterentwickeln. Das grüne Blatt ist daher die Grundlage allen biologischen Lebens. Das Chlorophyll wandelt die Kohlensäure der Luft in kohlenstoffhaltige, organische Verbindungen.

Dem räumlich entgegen wirkt die Wurzel aus dem Erdreich. Das Erdreich besteht aus verwitterten, wasserunlöslichen Gesteinen und Mineralien, ferner aus zerfallenen Pflanzenresten, in denen Bakterien und Viren wirken. Auch diese leben (indirekt) vom Blattgrünfarbstoff. Sie lösen die Pflanzenreste wieder in ihre Grundbestandteile auf. Die Wurzeln nehmen nicht nur diese Grundbestandteile der zerfallenen Pflanzenreste, sondern auch die Mineralien aus den Gesteinen der Erde auf. Wir sehen, daß die Pflanze hier einen doppelten Säftestrom entwickelt. Aus der Wurzel kommen die erdigen Mineralstoffe nach oben, während vom Blattwerk der für die organischen Verbindungen nötige Kohlenstoff aus der Luft geholt wird. Dabei absorbiert das Chlorophyll die aufbauende R o t -strahlung des Sonnenlichtes (deshalb erscheinen die Blätter in der Komplementärfarbe grün) und baut diese Energie in den Pflanzenorganismus ein. Hier werden die Kräfte der Sonne in die Pflanze gebunden. Was die Pflanze hieraus aufbaut, nämlich den organisch-lebendigen Einbau der Mineralien, der Zucker- und Eiweißstoffe, der Vitamine, das wird im menschlichen Körper im Vorgang des Stoffwechselns abgebaut und verwertet. In diesem Stoffwechsel soll und muß die in der Pflanze eingebaute Sonnenkraft freiwerden. Sie ergibt die eigentliche Lebenskraft. Es ist tatsächlich so, daß die Sonne aus den Gesteinen der Erde das Leben, das Gefühl und das Bewußtsein herausholt. Dies ist aber aufgrund der feinstofflichen, organisch-physiologischen, äußerst komplizierten Vorgänge streng an den natürlichen Kreislauf des Urgesetzes gebunden.

Und so wie sich jede Pflanze zur eigenen Erhaltung und Weiterentwicklung ihre Stoffe aus dem Boden und aus der Luft holt, so muß jedes tierische und menschliche Wesen seine Stoffe aus dem Boden und aus der Luft holen. Die Gesetze gelten genauso für die Vorgänge im menschlichen Körper. Das Merkmal der Pflanze ist der Austausch des Stoffwechsels und seiner Erzeugnisse zwischen Wurzel- und Blattwerk. Entsprechende Vorgänge haben wir auch im menschlichen Körper: die Aufnahme der Nahrung und die Verarbeitung im Magen- und Darmbereich und die Aufnahme der Luft durch die Lungen entsprechen dem Wurzelwerk der Pflanze, die Lungen der Blätterkrone. Der menschliche Organismus ist eine Abbildung der Natur. Die natürliche Grundlage der menschlichen Entwicklung ist daher das grüne Blatt und wird ergänzt durch das Wurzelgemüse, ferner durch Früchte und Nüsse aller Art.

Sicher nährte sich der Mensch in seiner langen Vergangenheit rohpflanzlich (vegetabil). Seine biologische Entwicklung läßt dies zweifelsfrei erkennen. Die menschlichen Organe sind von vornherein nur auf die Umwandlung von vegetabiler Kost eingerichtet, auf die Verarbeitung von Obst, Gemüsen, Kräutern, Wurzeln, Samen im Naturzustand. Die meisten Menschen neigen dazu, den Stand der Technik zu überschätzen und bejubeln jede Neuheit als Fortschritt. Deshalb gehen diese auch von der Meinung aus, daß mittels Feuer erhitzte Nahrungsmittel eine Verbesserung und eine Errungenschaft der Zivilisation zu höherem Leben seien. Das aber ist ein verhängnisvoller Irrglaube ! Sie übersehen, daß die Menschen in vorgeschichtlicher Zeit in vollkommener Naturverbundenheit gelebt haben und daß ihnen deshalb nichts gefehlt hat, was sie zum Leben und zu ihrem Glück brauchten. Sie lebten tatsächlich im Paradies. Die alten Schriften, die Märchen, die Genesis (z.B. Gen. I.1.) u.a. beschreiben diesen Urzustand und erinnern an diesen ursprünglichen Frieden. Es wird hierin immer wieder die pflanzliche Rohkost hervorgehoben.

Solange die Menschen das Feuer nicht kannten, waren sie ja auch gezwungen von dem zu leben, was die Natur hervorbrachte. Erst mit der Nutzbarmachung des Feuers setzte die verhängnisvolle Entwicklung ein. Denn mit dem Gebrauch des Feuers in ihrem täglichen Leben fanden sie Geschmack an neuartigen Zubereitungen der Nahrung. Durch die Feuershitze werden aber die lebensentwickelnden und kraftentfaltenden Enzyme (Fermente) zerstört. Diese empfindlichen Eiweißgebilde gerinnen (denaturieren) bei Temperaturen über 42 Grad Celsius. Die biologische Aktivität erlischt, weil die gesamte in der Molekularstruktur gebundene Sonnenenergie aufgelöst wird. Erhitzte Samen keimen nicht mehr. Solche Nahrung belastet den Stoffwechsel im menschlichen Organismus. Außerdem werden durch die Hitzeeinwirkung die Aufbaustoffe wie Kalk, Magnesium, Natrium, Kalium u.a. aus ihrer organischen Bindung im Pflanzensaft herausgetrieben und zum Teil als schwerlösliche Substanzen ausgefällt. Die Stärketeilchen im Getreide und in den Wurzeln werden gesprengt und in Schleim und Kleister verwandelt, die als gärender und faulender Ballast auf Dauer die Gesundheit schädigen. Die Zellen erhalten artfremde Säfte zugeführt. Der Stoffaustausch im ganzen Organismus wird dadurch gestört. Erhitzte Nahrung kann deshalb niemals belebend sein. Ähnliches gilt auch für die Milchprodukte. Milch ist die Nahrung für Neugeborene. Käse ist Abfallprodukt. Eine Ernährung aus biologisch abgetöteten Pflanzen und Abfallprodukten ist eine erhebliche Abweichung von der ursprünglichen Lebensweise, die zu den genannten, schwerwiegenden Folgen einschließlich der Veränderung des Charakters führen. Menschlicher Irrsinn und die meisten Verbrechen sind auch Folgeerscheinungen aus der tiefgreifenden Persönlichkeitsveränderung. „Der Mensch ist, was er ißt“, ist kein seichtes Sprichwort, sondern eine tiefe Weisheit.

Zu unseren tiefergehenden Fragen nach der naturgemäßen Lebensweise gehört untrennbar die Forderung nach einem Gartenland, aus dem wir weitgehend eigene Nahrungsmittel produzieren. WALTER SOMMER (1887-1985) hat auf diese Notwendigkeit in seinen Schriften immer wieder hingewiesen. Es geht dabei nicht in erster Linie um den finanziellen Nutzen hieraus, sondern daß wir durch die tägliche Gartenarbeit uns dauernd mit lebender Substanz befassen und uns ganz allmählich in eine tiefere Naturverbundenheit entwickeln, eine Naturverbundenheit, von der selbst der vegetarisch lebende Städter keine Ahnung hat. Zudem lösen wir uns schrittweise von den verfälschten Produkten einer gewinnsüchtigen Industrie und werden freier. Die Verbesserung unserer Nahrung ist nur der erste Schritt aus dem Teufelskreis. Die isoliert betriebene Ernährungsumstellung bleibt aber eine halbe Sache ohne eigenes Gartenland. Dies ist das große Ziel: der eigene Garten. Unsere hieraus allmählich erwachsende Freiheit läßt die Seele und den Geist in bisher ungeahnter Weise entfalten, und alle Probleme sind leichter zu bewältigen. Das ist der Weg zu einem höheren Menschtum.

Literatur

1) Walter Sommer „Das Urgesetz der Natürlichen Ernährung“ 512 Seiten, DM 52,50. Bezug hier 2) Karlheinz Baumgartl „Der erste Schritt aus dem Teufelskreis“- Gedanken zur Lebensschulung nach Walter Sommer, Broschüre mit 48 Seiten