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Weiland-Wissen » Allgemeintitle_li=Selbstversorgung Die Revolution fängt bei uns selbst an
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Wie ich dazu kam, mein eigener Arzt zu sein. Viele Menschen fragen mich, ob es ethische Gründe oder eine Krankheit waren, die mich dazu bewegt hatten, zur Rohkost zu kommen oder

Viele Menschen fragen mich, ob es ethische Gründe oder eine Krankheit waren, die mich dazu bewegt hatten, zur Rohkost zu kommen oder ob ich keine Lust mehr auf die traditionelle gutbürgerliche Küche gehabt hätte.

Mark_liest_Walter_Sommer

Aber mir hat es immer sehr lecker geschmeckt, ich bin schon immer ein Genussmensch gewesen. Es stimmt, dass die meisten Leute über eine Erkrankung zur Rohkosternährung kommen. Bei mir war das ein Seminar mit einem Vortrag von Karlheinz Baumgartl über das Leben und Werk Walter Sommers, dem großen deutschen Rohkostpionier, dessen Mitarbeiter und Freund Baumgartl war.

 

Sommer ist 97 Jahre alt geworden und hat über 60 Jahre davon veganrohköstlich gelebt und seine vielen schweren Erkrankungen mit seiner Lebensweise heilen können!

Durch Naturschutz und Gesundheitsbewusstsein zur Rohkost

Mark_TerschellingEin weiterer Referent des Seminars war ein Heilpraktiker Namens Degenhard. Er erzählte, dass die Massentierhaltung Methangas erzeugt, welche die Ozonschicht schädigt. Damals in den 80er Jahren war das Ozonloch ein sehr aktuelles Thema. Des weiteren erklärte er, dass es auch eine Einlagerung und Speicherung von dem Zuviel an Eiweißen der Nahrung im Körper gibt. Dass  Kohlenhydraten als Glykogen in der Leber gespeichert werden ist bekannt.

 

Und wo das Fett gespeichert wird, wissen wir ja bereits. Das war die Entdeckung des Frankfurter Arztes Lothar Wendt. In seinem Buch „Eiweißspeicherkrankheiten – Arthrose ist heilbar“, über welches Degenhard sprach, hatte er festgestellt, dass ein zu viel an Eiweiß in der Basalmembran der Kapillaren gespeichert,  abgelagert und in sogenanntes Mucopolysaccharid umgebaut wird. Also in den ganz feinen Haargefäßen, die für den Stoff- und  Sauerstoffaustausch mit dem Gewebe zuständig sind. Und wenn diese Eiweiße – besonders die denaturierten, erhitzten Eiweiße aus tierischer Nahrung – dort eingelagert werden, verdickt sich diese Kapillarwand und wird weniger durchlässig für Sauerstoff und Nährstoffe.

 

Dadurch kommt es zur sogenannten Hypoporopathie, das Gewebe wird unterversorgt, es entstehen auch
Plaques (krankhafte Ablagerungen), das Risiko für Thrombosen, Schlaganfall und Herzinfarkt etc. steigt.

 

Diese beiden Argumente, das gesundheitsprophylaktische und das Naturschutzthema waren für mich der Grund erst einmal vegetarisch zu leben. Ich kaufte mir das Buch von Walter Sommer „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung“ und wurde nach zwei Wochen, sozusagen von „jetzt auf gleich“, zum veganen Rohköstler. Damals war ich fünfzehneinhalb Jahre alt.

 

Heilkrisen gab es bei mir damals nicht. Es gab auch keine Entgiftungserscheinungen, im Gegenteil. Es gab natürlich eine Verbesserung. Ich konnte mich besser konzentrieren, fühlte mich einfach wohler. Ich war nicht mehr müde und ich hatte noch viel mehr Spaß beim Lernen für das Abitur und die Klausuren. Ich war einfach gut drauf. Hautunreinheiten gingen weg, das war alles ganz wunderbar.

Meine Augen verbesserten sich

Ich habe in den fünf Rohkostphasen meines Lebens ein sehr interessantes Phänomen erlebt, nämlich dass sich meine Augen immer verbessert haben und das schon nach ein paar Wochen und Monaten, auf jedem Auge um 1 Dioptrie (Dioptrie ist die Einheit, in welcher die Brechkraft von Linsen gemessen wird). Das ist mir insgesamt drei Mal passiert. Dann bin ich zum Augenarzt gegangen, der hat mir neue Gläser verordnet. Als ich ihm erzählte, dass es da eine Übereinstimmung mit meiner Ernährungsumstellung gibt, wollte er natürlich nichts davon wissen. Aber das muss einen ja nicht beunruhigen, wenn Ärzte etwas nicht wissen wollen. Schließlich haben wir alle ja einen inneren Arzt.
Ich habe mich viel fitter, leichter und besser gefühlt, einfach beschwingter. Ich brauchte immer weniger Schlaf. Bei der letzten Umstellung vor zwei Jahren, habe ich monatelang nur vier, fünf Stunden Schlaf gebraucht und war danach voller Tatendrang und Schaffenskraft. Gerade ändert sich das wieder, und ich brauche wieder weniger Schlaf. Ich habe mir ein Buch über Naturzeitschlaf von Theodor Stöckmann gekauft, da will ich jetzt einmal ein wenig experimentieren.

Versuch der Umstimmung

Meine Mutter war damals offensichtlich weniger begeistert davon. Als ich nach dem Seminar mit Baumgartl und Degenhard als Vegetarier nach Hause kam, meinte sie nur lapidar, ich solle doch bitte die Schinkenstückchen einfach nur aus der Quiche entfernen, wenn ich das nicht essen will. Als ich dann auch noch mit Rohkost angefangen habe, hat sie mich gleich zur Schulärztin geschickt, die mich wohl umstimmen sollte.

 

Ich war ja immerhin schon auf der Waldorfschule und da denkt man im Allgemeinen schon auch ein bisschen anders. Aber die Ärztin erzählte mir: „Wir sind doch auch kulturelle Lebewesen, und das hat sich mit dem Essen doch alles kulturell entwickelt“. Ich hörte mir das alles an – und das war’s dann. Einen 16jährigen von seiner tiefsten Überzeugung abzubringen ist ja auch ein Kampf gegen Windmühlen, vor allem dann, wenn die Überzeugung auch noch so gut schmeckt. Ich machte meine Rohkost nach Walter Sommer. Jeden Abend habe ich mir einen schönen großen Salat mit zwei Gemüsen über der Erde und zwei Gemüsen unter der Erde zubereitet, einige Nüsse dazu, keine Milchprodukte Mark_mit_Eibeund kein Salz, bis auf den Honig, der bei Walter Sommer ja noch dabei war. In seinem Buch stehen ganz viele Rezepte, sogar jahreszeitlich  ortiert.

 

Für jede Jahreszeit hat er richtig viele Rezepte vorbereitet. Kurz nachdem ich Walter Sommer gelesen hatte, fiel mir auch das Buch „Willst Du gesund sein, vergiß‘ den Kochtopf“ von Helmut Wandmaker in die Hände. Ich fand es sehr gut, auch wenn sein Stil strenger war, als der von Sommer. Nach meinem Start mit der Rohkost war mir klar: Rohkost zu praktizieren ist ganz einfach. Ich gehe in den Bioladen und kaufe mir Gemüse, Obst, Nüsse- und Samen früchte, was ich eben gerne möchte. Ich finde es ganz wichtig, auf meinen Körper zu hören, auf den Instinkt und die Nase.

 

Das funktioniert bei den meisten Menschen noch, wenn sie darauf achten. Wenn man gerne Birnen mag, isst man Birnen, wenn man Rote Bete mag, isst man eben Rote Bete, und auch mit Wildkräutern lässt sich schnell Freundschaft schließen. Kocht und denaturiert
man nicht, kann man essen was man gerne mag.

Das Wildkräuterfrühstück

Mark_mit_GierschVor rund fünf Jahren bin ich über Franz Konz und Heidemarie Fritsche, die hier in Berlin Kräuterwanderungen anbot, auch auf die Wildkräuter aufmerksam geworden, obwohl auch Walter Sommer schon viel darüber geschrieben hatte. Aber das war mir damals nicht so bewusst. Auf einer dieser Wanderungen lernte ich einen Freund kennen, der auch näher bei mir wohnte. Ich sagte zu ihm: „Lass uns doch einfach mal zum Essen treffen und zwar nicht in einem Restaurant oder Café, sondern auf der Wiese draußen!“ Das war eine fantastische Idee und ein tolles Erlebnis!

 

Es war vor zwei Jahren im Frühjahr (März), da gingen wir so den Weg entlang und hatten auf einmal den Geruch vom wilden Bärlauch in der Nase. Da haben wir uns den Bauch mit Wunderlauch vollgeschlagen, so heißt die spezielle Art des wilden Bärlauchs hier in Berlin. Das war total lecker, mit Brennnesseln und allem, was es so im Frühjahr gibt. Aus der Idee heraus entstand das Wildkräuterfrühstück: www.wildkräuterfrühstück.de

Von den Mitschülern belächelt

Als ich damals mit der Rohkost anfing, war ich so um die sechzehn. Meine Mitschüler /innen belächelten das so ein bisschen und machten ihre Späßchen darüber. Ich habe auch versucht, missionarisch zu sein. Das hat natürlich überhaupt nicht funktioniert. Dafür diskutierte ich mit meinen Lehrern, besonders mit dem Bio- und Chemielehrer. Das war zwar sehr interessant und sachlich, aber überzeugen konnte ich damals niemanden. Doch hielt ich jeglicher Versuchung stand, auch in der Schulküche. Meistens habe ich mir zwei Äpfel und zwei Bananen mitgenommen. Das reichte mir aus  und damit war ich glücklich.

Studium der Humanmedizin

Humanmedizin studierte, war der Gedanke: „Ich studiere Medizin und werde Arzt, damit die Leute zu mir kommen. Dann kann ich ihnen ja was von der Rohkost erzählen, und sie glauben mir das dann viel eher, als wenn ich kein Arzt bin.“ Meist haben die Menschen kaum Ahnung von gesunder Ernährung, schwören aber den Eid auf Hippokrates, dessen Leitsatz war: „Lasst Nahrung eure Medizin sein und Medizin eure Nahrung“, und wenn Mark Weiland sie dann Arzt sind, wissen sie nichts mehr davon. Vielleicht ein Grund, weshalb es diesen Eid heute nicht mehr gibt.
Viele Leute sagen: „Na ja, das kann man doch nicht so von „jetzt auf gleich“ machen, das ist doch so schwierig!“ Ich habe es gemacht. Deshalb kann ich anders antworten. Ja, man kann von heute auf morgen anfangen, Rohkost zu essen, gern auch mit einer Fastenwoche davor. Man muss nicht erst über das Vegetarische und Vegane zur Rohkost kommen. Natürlich muss man zuerst die Entscheidung treffen, es ist wiederum möglich, dass man eine Erkenntnis die man vom Hören, Lesen oder durch Erlebnisse bekommen hat, einfach umsetzt. Das beinhaltet natürlich, dass man auch seinen Mitmenschen gegenüber dazu steht. Seien es die Beziehungspartner/innen, die Freunde/innen oder Kollegen/innen. Da kann man doch mal seinen Mann oder seine Frau stehen! Die Revolution beginnt im Garten Mein Herzenswunsch an die Menschen ist, dass sie anfangen, selbst zu denken und sich selbst zu heilen, dass sie ihre Selbstheilungskräfte zu reaktivieren beginnen.

 

Frei von Fremdbestimmung durch Ärzte, Politiker, Religionen und Unternehmen. Dass sie wieder ihren Gemeinschaftssinn entdecken und diese Revolution aus dem Garten gemeinsam beginnen. Diesen Gemeinschaftssinn gibt es bei verschiedensten Gruppierungen, wie z.B. bei politischen und religiösen. Warum nicht auch eben hier im Ernährungssektor. Es gibt schon viele Splittergruppen. Das sind ganz kleine, auch sehr aktive und motivierte  rüppchen. Aber wir erreichen nur etwas, wenn wir uns alle zusammentun, um wirklich große Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken.

Wir brauchen mehr Gemeinschaftlichkeit

Kommunikationsmittel haben wir ohne Ende zur Verfügung. Daran liegt es nicht. Wir sind nur von dieser Gemeinschaftlichkeit entwöhnt  worden. Es wird uns stets gesagt: „Wir sind alle so individuell und jeder darf seins machen.“ Ich will damit nicht sagen, dass wir unfrei leben sollen, aber es gibt ein Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft. Wir haben uns dazu verleiten lassen, zu sehr ins Individuelle zu gehen.

 

Jeder ist sich nur noch selbst der nächste. Es drückt sich einerseits in den ganz kleinen Gemeinschaften, z.B. einer Beziehungsgemeinschaft und in der Liebesbeziehung aus, dass man sich da nicht einfach ein bisschen zurückstellen kann und versucht auch den anderen zu verstehen oder auch so zu lassen, wie er ist. In der gesellschaftlichen Ebene ist das auch so. Da macht jeder seins. Ebenso in der Rohkostszene „mixt jeder seinen eigenen Smoothie“. Da sind die Instinctos, die Urköstler, die Grün-Smoothie-Fraktion, die Sonnenköstler, die Anhänger der „befreiten Ernährung“ und auch die Veganer, die ja auch schon in eine gute Richtung gehen.

 

Doch es gibt noch so viele  Anfeindungen, Neid und Sticheleien. Jeder meint für sich, allein das Richtige entdeckt zu haben und projiziert es auf alle anderen, doch dann bleibt das große gemeinsame Ganze auf der Strecke.

Allem voran Herzlichkeit und Offenheit

Immer noch gibt es viele Menschen, die sehr verurteilend vorgehen und wütend auf die Fleischesser und Normalos sind. Das ist nicht gut. WEILANDFILM_Rohvolution_Berlin_2012_031Meine Empfehlung ist, mit Herzlichkeit, Liebe, Offenheit, Sachlichkeit und als unverkrampft und authentisch gelebtes Vorbild voranzugehen.
Ich glaube, es ist sehr wichtig, nicht mit Verzicht und Verunglimpfung, mit pauschalen Urteilen zu argumentieren, auch nicht über Ärzte. Na
gut, auf die Pharma-Industrie darf man immer böse sein. Die nehme ich mal raus.

 

Aber es gibt zum Beispiel mittlerweile sehr viele Ärzte, die sehr aufgeschlossen zu dem Thema Ernährung und Rohkost sind. Die auch Multiplikatoren sind und die die Menschen erreichen, die man so als „normaler“ Rohköstler an sich gar nicht erreicht. Es ist wichtig, mit Offenheit, Herzlichkeit, Liebe und Verständnis heranzugehen. Aber nicht, indem man sagt, man muss jetzt auf irgendetwas verzichten. Überhaupt sind diese „man-muss-und-man-sollte“-Vokabeln Teil einer unangemessenen autoritären Sprache. Ich finde, es ist wichtiger, den Leuten erst Mal ein Vorbild zu sein und vorzuleben.

 

Es gibt auch einige Leute, die Rohkost propagieren, sie aber selbst gar  nicht praktizieren. Das kann schon irritierend sein, vor allem, wenn sie dann nicht dazu stehen. Jeder Mensch hat doch auch seine Schwächen und wer von uns Rohköstlern/Rohköstlerinnen kennt die ganzen Verführungen nicht? Haben wir alle immer widerstehen können?

 

Was auch ganz wichtig ist, ist, dass die Leute wieder lernen müssen, fundierte Bücher zu lesen. Es nützt doch nichts, wenn man ein in zwei Wochen hingeklatschtes Buch schreibt und den Leuten Heilsversprechen macht. Es gibt richtig gute Klassiker, die von Menschen geschrieben wurden, die in dieser Ernährungsform jahrzehntelange Erfahrung haben und wirklich etwas dazu sagen können.

 

„Ich denke da z.B. an „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung“ von Walter Sommer. Er war der Meinung: „Von der Wissenschaft her kann der Umschwung in der  Ernährung nicht kommen. Der Umschwung muss von der Basis, vom Volk her kommen.

 

Das Buch „Willst Du gesund sein, vergiß‘ den Kochtopf“ von Helmut Wandmaker habe ich ja schon erwähnt.Wandmaker selbst war mit Walter Sommer eng befreundet und er verehrte ihn sehr. In den ersten Wandmaker Aktuell-Magazinen wurden auch Schriften von Walter Sommer veröffentlicht. Die Broschüre „Der erste Schritt aus dem Teufelskreis“ über die Arbeit von Walter Sommer ließ Karlheinz Baumgartl neu aufleben. Dr. med. H. Malten „So heilt die Natur“ ist ebenso wie das Buch von Walter Sommer antiquarisch zu bekommen. Beide sind schön geschrieben und machen Spaß zu lesen.

 

Ich erwähne natürlich auch das Buch „Der Große Gesundheits-Konz: Wildkräuter – UrMedizin“ von Franz Konz. „Die Rohkost-Revolution“ von  Sven Rohark gehört meiner Meinung nach einfach in den rohköstlichen Bücherschrank. Und auch wenn es hier nicht nur um Rohkost geht: Das Buch „Unsere Nahrung, unser Schicksal“ von Dr. med. Max-Otto Bruker ist ein Standardwerk. Ich habe in den 90er Jahren Medizin studiert und in dieser Zeit einen Studenten kennengelernt, der bei Bruker war. Wir haben gemeinsam einen Arbeitskreis für Medizin gegründet und waren regelmäßig in Lahnstein bei Herrn Dr. Bruker. Das war wunderschön. Ich schätze diesen Mann sehr. Er hat den Begriff der Vollwertigkeit von den Lebensmitteln wunderbar kommuniziert und an den Mann und an die Frau gebracht. Er hat selbst auch überwiegend und zum Schluss immer mehr rohköstlich gelebt. Das hat er auch empfohlen.

Vollwertige Lebensmittel in der Rohkost

Und dieser Begriff der Vollwertigkeit geht vielen Rohköstlern heute ab. Sie essen solche Mengen an Trockenfrüchten, allem voran die Medjool-Datteln oder überhaupt Datteln, teilweise zu viel Obst und solche Süßmittel wie Kokosblütenzucker und Agavendicksaft und selbst Sachen, die ja unter dem Verdacht stehen, gar nicht roh zu sein. Das bedingt natürlich das Zucker liebende Milieu im Darm. Das fördert eine Darmflora, die dort nicht hin gehört und uns massive gesundheitliche Probleme bereitet. Da muss man wirklich aufpassen. Das Xylit(ol), das ja alles andere als ein vollwertiges Lebensmittel ist, ist ein Extrakt, wie auch Sirups, Dicksäfte und andere Zuckersorten. Das würde ich nicht empfehlen. Eine natürliche Ernährung ist das nicht und gesund ist das auf Dauer auch nicht. Xylitol wird zwar antikariöse Wirkung zugeschrieben, aber es steht auch unter dem Verdacht, auf Dauer krebserregend zu sein. Dr. Bruker hat in den älteren Ausgaben seines Buches gesagt: „Essen Sie nichts, wofür Werbung gemacht wird“. Also wer doch an Werbung glaubt, tauscht dann Karies für Krebs ein. Da kann ich nur sagen: „Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing!“
Noch ein weiteres Buch: „Sibila: ein Leben in Natur und Freiheit – auf dem Weg der Einfachheit und der Liebe“ von Nuria Aragón Castro. Die Inhalte zum autarken und naturverbunden Leben draußen sprechen mich sehr an. Und zuletzt „Rohvegan und Sport“ von Arnold Wiegand.
Das lege ich jedem wärmstens ans Herz, der sich mit Sport auseinandersetzen will. Es gibt im Sport die Möglichkeit, roh und vegan zu leben. Ich möchte jetzt im Sommer auch wieder mehr Sport machen. Bewegung ist das A und O, da nützt die beste Rohkost nichts, wenn man sich nicht bewegt und die ganze Zeit am Rechner sitzt oder im Büro. Bewegung, Bewegung, Bewegung…

Mein Leben mit der Rohkost

Fotos_Herbstbeginn_2012_hoch_06In der Regel stehe ich um sieben Uhr auf. Es gibt Rohkost, die ich analog zur Gerätemedizin als Geräterohkost bezeichne. Damit meine ich die ganze zubereitete und Gourmet-Rohkost, die unglaublich lecker schmeckt und sicher für viele schon ein erster guter Schritt in die richtige Richtung ist. Mir, aber auch vielen, die ich kenne, bekommt das einfach nicht mehr, meist bekomme ich heftige Magen-Darmbeschwerden davon, und ich brauche dann auch wieder meine sieben, acht Stunden Schlaf. Aber in besonders guten Rohkost-Phasen, wo ich mich so natürlich wie möglich ernähren kann, komme ich mit vier, fünf Stunden Schlaf aus. Dann stehe ich natürlich nicht um sieben Uhr auf, sondern um vier und fünf Uhr.

 

Das sind ganz tolle Schaffensperioden, das ist ganz großartig. Man muss sich, was den Schlaf anbelangt, disziplinieren, und das gilt natürlich auch für mich. Für mich ist es der Schlaf vor Mitternacht, der einen ganz anderen Energieschub bringt.

Von der „Hand in den Mund“

Ich habe meistens mehrere Schalen auf meinem Schreibtisch stehen. In der einen ist Obst, in den anderen Gemüse. Das sind z.B. Gurke,  Fenchel, Stangensellerie, Kohlrabi. Das liegt dann einfach da und ich nehme mir je nach Lust z.B. eine Gurke und esse sie. Oder ich gehe hinaus
und esse unterwegs einfach einen Apfel oder eine Fenchelknolle. Einfach mag iches am liebsten.

 

Ganz selten kann es auch etwas komplizierter sein. Dann mache ich mal einen Grünen Smoothie, Nussdrink, Mandelmilch oder irgendwelche schönen Zauberdrinks mit ein wenig Kakao und auch Medjool-Datteln. Aber das kommt wirklich sehr selten vor. Da bin ich ganz froh, weil mir das immer schwer im Magen liegt. Verdauungsmäßig ist das nicht so toll. Es macht müde und schlapp. Dieses Mittelchen-Denken erlebe ich beim Wildkräuterfrühstück, da erkläre ich zum Beispiel die Erkennungsmerkmale vom Giersch und dann kommt die Frage „Was kann man denn damit machen?“ Und ich antworte: „Essen oder angucken!“ Und die andere Frage ist dann meistens: „Wogegen oder wofür ist das denn?“

 

Dann sage ich immer: „Wenn euch das schmeckt und gut tut, dann ist das gut für euch, welche Leiden und Zipperlein ihr auch immer habt. Wenn es euch nicht schmeckt, dann lasst es stehen und wartet darauf, bis es euch irgendwann schmeckt. Esst in der Zwischenzeit etwas anderes, was euch besser schmeckt und gut tut!“ Es gibt keine Pflanze, die deshalb wächst, weil Menschen Kopfschmerzen haben. Wenn der Mensch sich an die natürliche Lebensweise halten würde, hätte er auch seine Krankheiten nicht.

Gefühle und Emotionen verändern sich mit der Rohkost

Es gibt noch einen ganz anderen interessanten Aspekt. Wenn sich jemand auf rohköstliche Ernährung umstellt, ist das mit sehr ungewöhnlichen Gefühlen verbunden. Die Emotionen, die dann zusammen mit der völlig anderen Art des Sättigungsgefühls frei werden – also das leichte Gefühl, das man dann hat – diese Gefühle auszuhalten, muss man erst mal lernen zu ertragen. Gerade das Gluten im Getreide, das Casein/Casomorphin in der Milch, das sind Opium-Derivate! Das ist ein schönes Mittel, um sich so ein bisschen zu sedieren und einfach mal abzuschalten von dem ganzen Stress. Es funktioniert als Ersatzbefriedigung und Gefühlsdämpfer. HelmutWandmaker und Walter Sommer betonen, dass durch die hohe Erhitzung von Getreide, Reis, Kartoffeln… beim Backen, Kochen, Braten usw. zusätzlich die organisch gebundenen Mineralstoffe zu anorganischem, vom Körper nicht assimilierbarem Material verwandelt werden. Diese ausgefällten Mineralstoffe und denaturierten organischen Moleküle sind zusätzlich für eine hohe Belastung des Körpers und die damit einhergehende Müdigkeit verantwortlich.
Und wenn das durch die Rohkosternährung wegfällt, dann sind all diese ganzen Gefühle und Emotionen wieder da. Dann ist man präsent, jede Sekunde des Tages. Und das zu ertragen ist für viele nicht einfach oder sogar richtig schwer! Ich glaube, dieser Aspekt wird in der Rohkostszene meist noch gar nicht betrachtet oder zu gering eingeschätzt.
Ernährung ist ein sehr komplexes Feld und sie hat nicht nur etwas mit dem Essen zu tun. Gerade die sozialen und psychischen Aspekte des Essens, sind viel beeinflussender als alles andere. Wichtig ist auch: Wie haben unsere Eltern gegessen? Was haben sie uns zum Essen vorgelegt?
Wie sind wir sozialisiert worden?  Wie sind unsere Gewohnheiten imLaufe des Lebens dann entstanden?
Und wenn wir jetzt Rohköstler geworden sind, in die Kantine oder mit Freund und Freundin auf eine Party, eine Veranstaltung oder zum Essen gehen, dann sitzt man im Restaurant und sagt: „Ja toll, Salat – super – schmeckt aber überhaupt nicht!“, weil die Salate natürlich im normalen Restaurant als Deko, Beilage oder Appetizer gedacht sind und nicht alssättigende Hauptmahlzeit. Das ist gar nicht so einfach, aber da muss man einfach durch.

 

Wenn die Menschen sich also für die Rohkost entscheiden wollen, sollten sie sich von vornherein im Klaren darüber sein, dass sie sich damit natürlich auch mit ihrer Gefühlswelt auseinandersetzen müssen. Also stellt man sich am besten noch vor der Umstellung darauf ein. Das habe ich früher nie so stark empfunden,  wie jetzt in den letzten Jahren. Am Anfang meiner Rohkost war mir das völlig egal. Ich bringe da gerne das Zitat aus Mozart’s Zauberflöte: „Der Weise prüft und achtet nicht, was der gemeine Pöbel spricht!“ Das bedeutet: Ich mache einfach mein Ding.  Unge achtet von dem, was andere sagen. Unsachliche Diskussionen führen da eh zu nichts. Wenn ich Rohköstler, Vegetarier oder Veganer sein will, dann mache ich das einfach Auch, wenn die Leute solche polemischen Sprüche wie: „Du isst ja meinem Essen das Essen weg!“ zu mir sagen. Ich verurteile dadurch, dass ich anders esse, niemanden für das, was er tut.

 

Meiner Meinung nach muss man sich immer die Offenheit und Sachlichkeit bewahren. Viele Menschen, die sich mit Rohkost beschäftigen, machen am Anfang Fehler. Wir wissen leider nicht mehr, wie natürliches Essen funktioniert. Manche haben wenigstens schon ein bisschen
Erfahrung aus ihrem Umfeld mitbekommen.

Mein Herzenswunsch

Mein Herzenswunsch ist: Im Prinzip möchte ich so leben, wie es der gute Walter Sommer empfohlen hat, wie es Karlheinz Baumgartl realisierte
oder wie es Sibila lebt, die ja sogar relativ wild draußen in der Natur ist.

 

2014-05-20 08.23.11Aber einen Garten zu haben, das ist mein Traum und mein Ziel. Die Revolution beginnt laut Walter Sommer ja im Garten. Einfach ein schönes großes Grundstück mit 1 Ha Land zu haben und da selbst zu bestimmen, was ich da mache. Mit einer Quelle, einem Brunnen, vielleicht mit  einem See in der Nähe. Und dann absolute 100%ige Selbstversorgung. Ich lese auch immer schon Bücher zum Thema Selbstversorgung und Survival, wie z.B.: „Das autarke Leben und wie man es lebt“ oder „Vergessene Künste und Handwerke“ von John Seymour. Das ist so mein Ziel.

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Mark Weiland

Mark Weiland

Mark Weiland ist veganer Rohköstler, hat Medizin studiert und eine Ausbildung zum Ernährungsberater hinter sich. Er ist Filmproduzent für alles, was mit Gesundheit und Naturverbundenheit zu tun hat: www.weiland-wissen.de  Zweimal wöchentlich bietet er im Schlosspark Charlottenburg das Wildkräuterfrühstück an. Mehr Infos dazu auf www.wildkräuterfrühstück.de. Kontakt unter Tel.: 030-85 40 00 27 oder mark.weiland@weiland-wissen.de,

3 Antworten zu “Die Revolution fängt bei uns selbst an”

  1. Der Artikel gefällt mir. Ich mache auch die besten Erfahrungen wenn ich etwas (unverarbeitet) so esse wie es gewachsen ist. Am besten so reif und frisch wie möglich. Mir liegen im Vergleich dazu Smoothies auch schon auf. Meist haben sie eine Zusammensetzung die im Magen zu Mehrarbeit bei der Verdauung führt.
    Allerdings bin ich noch zu stark von den Gelüsten geplagt und gebe denen zu oft nach. Danke auch für die Literaturempfehlungen. Es gibt noch viele andere Klassiker. Ich nenne da z.B. Adolf Just. Oder im englischsprachigen gibt es ganze Bibliotheken die teilweise als PDF erhältlich sind.

  2. Ich habe diese von Dir beschriebenen Veränderungen an Psyche und Körper auch miterlebt als heilende Rückkehr zu meinem durch verkehrte Ernährung verschütteten eigentlichen Selbst. Aber nicht von gekocht zu roh, sondern von omnivor zu vegan. Mich hat kein Vorbild in meinen Gewohnheiten verändert, sondern genau das Gegenteil, nämlich eines der ersten Photos aus einer Hähnchenmastanlage in den 1970ern. Von diesem Augenblick an veränderte sich mein ganzes Leben stetig und konsequent. Von omnivor zu vegetarisch und von vegetarisch auf vegan. Und nun bin ich gerade dabei, immer mehr auf reine Rohkost umzusteigen. Die Qualität der Ernährung ist genau an diesem logischen Werdegang abzulesen. Vegane Rohkost, das weiß ich heute, ist das beste. Ich finde diese raffinierten Rohkostspezialitäten, die man mit den ganzen Gerätschaften wie diesen Hochleistungsmixern zaubern kann, faszinierend, aber für uns zuhause reibe ich mir Birnen, Äpfel und Gmüse lieber auf einer japanischen Keramik-Rundreibe, als dass ich sie im Mixer in Turbo-Geschwindigkeit zerreissen lasse. Du magst lächeln, aber mir hat so ein Mixer Angst gemacht und ich war froh, dass ich ihn nach der Probierzeit wieder zurückschicken konnte! Diese Trockner finde ich zwar praktisch, aber ich habe kein Vertrauen zu dem Plastik-Material. Ich hatte mir hin und wieder eingebildet, dass dadurch etwas unangenehmes in meine Nase gekommen sei. Deshalb wollen wir uns lieber einen aus Holz bauen. Aber es ist schon toll, dass wir uns jetzt zum Frühstück erstmal selber unsere Rohkost-Kräcker machen können. Wir machen da mit Buchweizen, goldener Leinsaat, Sesam und geriebenen Möhen(anstelle von Wasser), etwas Öl und Meersalz einen Teig. Und als Aufstrich kommt jetzt oft u.a. Avocado-Zitronencreme drauf mit (Wild-)Kräutern. Ferner essen wir im Winter sehr viel Wal-und Haselnüsse ganz oder gemahlen in irgendwas vermischt. Und ich esse an grünen Blättern zur Zeit am liebsten Mangold. Mit der Fernmentation möchten wir uns nun auch näher befassen-auch eine tolle Sache, was Mensch sich da ausgedacht hat. Vielen Dank nochmal für das gute Sauerkraut-Video. Und auch für den Tip mit der grünen Heilerde. Ich habe jetzt immer eine große Flasche Wasser mit 4 Esslöffeln Heilerde stehen, aus der ich den ganzen Tag über nach jeweiligem Schütteln immer wieder kleine Schlucke zu mir nehme. Das tut mir sehr gut, weil ich extrem säureempfindlich bin. Und die größte und schönste Überraschung dabei-ich weiß nicht, ob Du das schon selbst erfahren hast: Es stinkt jetztr überhaupt nichts mehr auf dem Klo! Ist das nicht toll? Ich bin begeistert!

  3. Danke Mark- super !
    ich interessiere mich für Wildkräuter, und bin dankbar über deine Buchempfehlungen.
    Ich sitze den ganzen Tag am PC, ich will meine Lebensform + Ernährung ändern, Ich nehme mir heute Zeit, mich durch dich zu informieren, dies ist der Anfang !
    Smoothies begeistern mich weniger. Der Mixer steht arbeitslos da. Bewegung ist wichtig, da stimme ich dir voll zu.
    Deine Infos ermutigen mich, wieder mehr in die Natur zu gehen, direkt von der Natur zu essen und die Natur wertschätzen und einfach natürlich sein. Wenn ich in Berlin bin, komme ich zu deinem Wildkräuterfrühstück! freu mich drauf.

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