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Weiland-Wissen » Allgemeintitle_li=Ernährung Opium fürs Volk Teil 3: Zucker – Widerstand zwecklos?
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Zucker ist lebensnotwendig und ein wichtiger Energielieferant, ganz besonders für unser Gehirn. Zucker trägt aber auch maßgeblich zu Karies, Akne, Übergewicht, Diabetes Typ II, Knochenerkrankungen, Depression, Hyperaktivität, Angstzuständen, Schlafstörungen usw. bei und macht süchtig. Wie kann die Natur nur solch einen Widerspruch hervorbringen?

Zucker ist lebensnotwendig und ein wichtiger Energielieferant, ganz besonders für unser Gehirn. Zucker trägt aber auch maßgeblich zu Karies, Akne, Übergewicht, Diabetes Typ II, Knochenerkrankungen, Depression, Hyperaktivität, Angstzuständen, Schlafstörungen usw. bei und macht süchtig. Wie kann die Natur nur solch einen Widerspruch hervorbringen? Erst einmal: Zucker ist etwas ganz Natürliches – gespeicherte Sonnenenergie. Pflanzen wandeln Sonnenlicht, CO2 und Wasser mittels der Photosynthese in Zucker um. Des weiteren verwandeln sie die anorganischen Mineralstoffe und Spurenelemente aus der Erde in organische Verbindungen und stellen Vitamine und Enzyme her, die für unseren Zuckerstoffwechsel wichtig sind. Mutter Natur hat eben mitgedacht.

Zucker_Herz_ErdbeereBei der industriellen Herstellung von ­Zucker hingegen entsteht ein chemisch reines Isolat, frei von diesen physiologischen Wirkstoffen. Durch den Verzehr von isolierten Kohlenhydraten wie Haushalts-, Frucht-, Trauben-, Milch- und Vollrohrzucker, Weißmehl, Sirup, Fruchtsäften usw. setzen wir eine ganze Kettenreaktion an Problemen in Gang: Kalzium- und Vitamin-B-Entzug, Darmflorastörungen, Bauchspeicheldrüsenreizung, Dopaminausschüttung, schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels, vorzeitige Geschlechtsreifung1 u. v. a. m.

Zucker belohnt ohne Leistung

Der Verzehr von Zucker aktiviert zudem das Belohnungssystem im Gehirn. Es reagiert genauso wie bei Alkohol, Heroin oder anderen Drogen und schüttet den Botenstoff Dopamin aus. Das Hormonsystem wird dabei in einen Zustand ständiger Überreizung versetzt. Und ein hoher Zuckerkonsum hat auf Dauer sogar molekulare Umbauten an den Synapsen2 zur Folge. Das Gehirn wird also ganz auf Zucker eingestellt. Auch das schnelle Absenken des Blutzuckerspiegels unter den Ausgangswert ruft ein suchtähnliches Verlangen nach dem Zucker hervor.3 Die begleitenden biochemischen Mechanismen sind die Basis des Suchtverhaltens.

Die Zuckersucht wird jedoch nur in Verbindung mit Industriezucker und isolierten Kohlenhydraten ausgelöst. Mit einer Banane passiert das nicht. Wer jedoch bereits aufgrund seiner bisherigen süßen Genusses süchtig nach Zucker ist und dann seine Ernährung teils oder ganz auf Rohkost umstellt, befriedigt seine Sucht oft weiterhin und ohne es zu wissen mit Agavensirup, Kokosblütenzucker, Honig und/oder einem Übermaß an Trockenfrüchten. Auch diese Produkte sind nicht mehr naturbelassen, sondern verarbeitet und in Bezug auf Zucker schon mehr oder weniger stark konzentriert. Darmflora und Insulinspiegel reagieren darauf ähnlich wie auf anderen Zucker.

Ein Nebenprodukt des Zuckerkonsums ist übrigens die alkoholische Gärung, die Entstehung von Alkohol im Darm. Na, dann Prost!

Untermieter mögen’s süß

Während allein der meist in der Kindheit durch Bonbons und Schokolade erlernte Belohnungs-Mechanismus durch den Industriezucker ausreicht, um zum Wiederholungstäter zu werden, gibt es noch eine andere Ursache für das süße Verlangen.

sugar-cube-258116_640Füttern wir unsere in Blut und Darm lebenden Mikroorganismen mit Industriezucker, Fleisch, Alkohol usw., wachsen und gedeihen Bakterien und Pilze, die uns schaden und die natürliche Darmflora verdrängen. Und mehr noch: Diese „Untermieter“ erschaffen einen Nährboden für Viren, Bakterien, Prionen (organische Gifte mit virusähnlichen Eigenschaften), Parasiten und andere Erreger4 und lösen ein Verlangen – zum Beispiel nach Süßem – aus, da sie sich in diesem Umfeld am besten vermehren können. Widerstand zwecklos? Natürlich gibt es Abhilfe, unter anderem mit Hilfe einer natürlichen Ernährung ohne Industrieprodukte.

Tipp: Drei Zutaten habe ich gebraucht, um mich von der Zuckersucht zu befreien: 1. die Entscheidung, gesünder leben zu wollen, 2. die Disziplin, besonders am Anfang, nicht in alte Gewohnheiten zurückzufallen, und besonders 3. jeden Tag reichlich Blattgrün in Form von Wildkräutern, grünen Salaten und grünen Smoothies. Da lässt man schon nach kurzer Zeit die Schokolade einfach links liegen, ohne das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Wohl bekomm’s!

 


Quellen:

1 Bruker, S. 168f
2 Umschaltstellen zwischen zwei Nervenzellen
3 Ziegler, S. 23
4 Müller-Burzler, S. 342f

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Mark Weiland

Mark Weiland

Mark Weiland ist veganer Rohköstler, hat Medizin studiert und eine Ausbildung zum Ernährungsberater hinter sich. Er ist Filmproduzent für alles, was mit Gesundheit und Naturverbundenheit zu tun hat: www.weiland-wissen.de  Zweimal wöchentlich bietet er im Schlosspark Charlottenburg das Wildkräuterfrühstück an. Mehr Infos dazu auf www.wildkräuterfrühstück.de. Kontakt unter Tel.: 030-85 40 00 27 oder mark.weiland@weiland-wissen.de,

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