Die Revolution fängt bei uns selbst an

Viele Menschen fragen mich, ob es ethische Gründe oder eine Krankheit waren, die mich dazu bewegt hatten, zur Rohkost zu kommen oder ob ich keine Lust mehr auf die traditionelle gutbürgerliche Küche gehabt hätte.

Mark_liest_Walter_Sommer

Aber mir hat es immer sehr lecker geschmeckt, ich bin schon immer ein Genussmensch gewesen. Es stimmt, dass die meisten Leute über eine Erkrankung zur Rohkosternährung kommen. Bei mir war das ein Seminar mit einem Vortrag von Karlheinz Baumgartl über das Leben und Werk Walter Sommers, dem großen deutschen Rohkostpionier, dessen Mitarbeiter und Freund Baumgartl war.

 

Sommer ist 97 Jahre alt geworden und hat über 60 Jahre davon veganrohköstlich gelebt und seine vielen schweren Erkrankungen mit seiner Lebensweise heilen können!

Durch Naturschutz und Gesundheitsbewusstsein zur Rohkost

Mark_TerschellingEin weiterer Referent des Seminars war ein Heilpraktiker Namens Degenhard. Er erzählte, dass die Massentierhaltung Methangas erzeugt, welche die Ozonschicht schädigt. Damals in den 80er Jahren war das Ozonloch ein sehr aktuelles Thema. Des weiteren erklärte er, dass es auch eine Einlagerung und Speicherung von dem Zuviel an Eiweißen der Nahrung im Körper gibt. Dass  Kohlenhydraten als Glykogen in der Leber gespeichert werden ist bekannt.

 

Und wo das Fett gespeichert wird, wissen wir ja bereits. Das war die Entdeckung des Frankfurter Arztes Lothar Wendt. In seinem Buch „Eiweißspeicherkrankheiten – Arthrose ist heilbar“, über welches Degenhard sprach, hatte er festgestellt, dass ein zu viel an Eiweiß in der Basalmembran der Kapillaren gespeichert,  abgelagert und in sogenanntes Mucopolysaccharid umgebaut wird. Also in den ganz feinen Haargefäßen, die für den Stoff- und  Sauerstoffaustausch mit dem Gewebe zuständig sind. Und wenn diese Eiweiße – besonders die denaturierten, erhitzten Eiweiße aus tierischer Nahrung – dort eingelagert werden, verdickt sich diese Kapillarwand und wird weniger durchlässig für Sauerstoff und Nährstoffe.

 

Dadurch kommt es zur sogenannten Hypoporopathie, das Gewebe wird unterversorgt, es entstehen auch
Plaques (krankhafte Ablagerungen), das Risiko für Thrombosen, Schlaganfall und Herzinfarkt etc. steigt.

 

Diese beiden Argumente, das gesundheitsprophylaktische und das Naturschutzthema waren für mich der Grund erst einmal vegetarisch zu leben. Ich kaufte mir das Buch von Walter Sommer „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung“ und wurde nach zwei Wochen, sozusagen von „jetzt auf gleich“, zum veganen Rohköstler. Damals war ich fünfzehneinhalb Jahre alt.

 

Heilkrisen gab es bei mir damals nicht. Es gab auch keine Entgiftungserscheinungen, im Gegenteil. Es gab natürlich eine Verbesserung. Ich konnte mich besser konzentrieren, fühlte mich einfach wohler. Ich war nicht mehr müde und ich hatte noch viel mehr Spaß beim Lernen für das Abitur und die Klausuren. Ich war einfach gut drauf. Hautunreinheiten gingen weg, das war alles ganz wunderbar.

Meine Augen verbesserten sich

Ich habe in den fünf Rohkostphasen meines Lebens ein sehr interessantes Phänomen erlebt, nämlich dass sich meine Augen immer verbessert haben und das schon nach ein paar Wochen und Monaten, auf jedem Auge um 1 Dioptrie (Dioptrie ist die Einheit, in welcher die Brechkraft von Linsen gemessen wird). Das ist mir insgesamt drei Mal passiert. Dann bin ich zum Augenarzt gegangen, der hat mir neue Gläser verordnet. Als ich ihm erzählte, dass es da eine Übereinstimmung mit meiner Ernährungsumstellung gibt, wollte er natürlich nichts davon wissen. Aber das muss einen ja nicht beunruhigen, wenn Ärzte etwas nicht wissen wollen. Schließlich haben wir alle ja einen inneren Arzt.
Ich habe mich viel fitter, leichter und besser gefühlt, einfach beschwingter. Ich brauchte immer weniger Schlaf. Bei der letzten Umstellung vor zwei Jahren, habe ich monatelang nur vier, fünf Stunden Schlaf gebraucht und war danach voller Tatendrang und Schaffenskraft. Gerade ändert sich das wieder, und ich brauche wieder weniger Schlaf. Ich habe mir ein Buch über Naturzeitschlaf von Theodor Stöckmann gekauft, da will ich jetzt einmal ein wenig experimentieren.

Versuch der Umstimmung

Meine Mutter war damals offensichtlich weniger begeistert davon. Als ich nach dem Seminar mit Baumgartl und Degenhard als Vegetarier nach Hause kam, meinte sie nur lapidar, ich solle doch bitte die Schinkenstückchen einfach nur aus der Quiche entfernen, wenn ich das nicht essen will. Als ich dann auch noch mit Rohkost angefangen habe, hat sie mich gleich zur Schulärztin geschickt, die mich wohl umstimmen sollte.

 

Ich war ja immerhin schon auf der Waldorfschule und da denkt man im Allgemeinen schon auch ein bisschen anders. Aber die Ärztin erzählte mir: „Wir sind doch auch kulturelle Lebewesen, und das hat sich mit dem Essen doch alles kulturell entwickelt“. Ich hörte mir das alles an – und das war’s dann. Einen 16jährigen von seiner tiefsten Überzeugung abzubringen ist ja auch ein Kampf gegen Windmühlen, vor allem dann, wenn die Überzeugung auch noch so gut schmeckt. Ich machte meine Rohkost nach Walter Sommer. Jeden Abend habe ich mir einen schönen großen Salat mit zwei Gemüsen über der Erde und zwei Gemüsen unter der Erde zubereitet, einige Nüsse dazu, keine Milchprodukte Mark_mit_Eibeund kein Salz, bis auf den Honig, der bei Walter Sommer ja noch dabei war. In seinem Buch stehen ganz viele Rezepte, sogar jahreszeitlich  ortiert.

 

Für jede Jahreszeit hat er richtig viele Rezepte vorbereitet. Kurz nachdem ich Walter Sommer gelesen hatte, fiel mir auch das Buch „Willst Du gesund sein, vergiß‘ den Kochtopf“ von Helmut Wandmaker in die Hände. Ich fand es sehr gut, auch wenn sein Stil strenger war, als der von Sommer. Nach meinem Start mit der Rohkost war mir klar: Rohkost zu praktizieren ist ganz einfach. Ich gehe in den Bioladen und kaufe mir Gemüse, Obst, Nüsse- und Samen früchte, was ich eben gerne möchte. Ich finde es ganz wichtig, auf meinen Körper zu hören, auf den Instinkt und die Nase.

 

Das funktioniert bei den meisten Menschen noch, wenn sie darauf achten. Wenn man gerne Birnen mag, isst man Birnen, wenn man Rote Bete mag, isst man eben Rote Bete, und auch mit Wildkräutern lässt sich schnell Freundschaft schließen. Kocht und denaturiert
man nicht, kann man essen was man gerne mag.

Das Wildkräuterfrühstück

Mark_mit_GierschVor rund fünf Jahren bin ich über Franz Konz und Heidemarie Fritsche, die hier in Berlin Kräuterwanderungen anbot, auch auf die Wildkräuter aufmerksam geworden, obwohl auch Walter Sommer schon viel darüber geschrieben hatte. Aber das war mir damals nicht so bewusst. Auf einer dieser Wanderungen lernte ich einen Freund kennen, der auch näher bei mir wohnte. Ich sagte zu ihm: „Lass uns doch einfach mal zum Essen treffen und zwar nicht in einem Restaurant oder Café, sondern auf der Wiese draußen!“ Das war eine fantastische Idee und ein tolles Erlebnis!

 

Es war vor zwei Jahren im Frühjahr (März), da gingen wir so den Weg entlang und hatten auf einmal den Geruch vom wilden Bärlauch in der Nase. Da haben wir uns den Bauch mit Wunderlauch vollgeschlagen, so heißt die spezielle Art des wilden Bärlauchs hier in Berlin. Das war total lecker, mit Brennnesseln und allem, was es so im Frühjahr gibt. Aus der Idee heraus entstand das Wildkräuterfrühstück: www.wildkräuterfrühstück.de

Von den Mitschülern belächelt

Als ich damals mit der Rohkost anfing, war ich so um die sechzehn. Meine Mitschüler /innen belächelten das so ein bisschen und machten ihre Späßchen darüber. Ich habe auch versucht, missionarisch zu sein. Das hat natürlich überhaupt nicht funktioniert. Dafür diskutierte ich mit meinen Lehrern, besonders mit dem Bio- und Chemielehrer. Das war zwar sehr interessant und sachlich, aber überzeugen konnte ich damals niemanden. Doch hielt ich jeglicher Versuchung stand, auch in der Schulküche. Meistens habe ich mir zwei Äpfel und zwei Bananen mitgenommen. Das reichte mir aus  und damit war ich glücklich.

Studium der Humanmedizin

Humanmedizin studierte, war der Gedanke: „Ich studiere Medizin und werde Arzt, damit die Leute zu mir kommen. Dann kann ich ihnen ja was von der Rohkost erzählen, und sie glauben mir das dann viel eher, als wenn ich kein Arzt bin.“ Meist haben die Menschen kaum Ahnung von gesunder Ernährung, schwören aber den Eid auf Hippokrates, dessen Leitsatz war: „Lasst Nahrung eure Medizin sein und Medizin eure Nahrung“, und wenn Mark Weiland sie dann Arzt sind, wissen sie nichts mehr davon. Vielleicht ein Grund, weshalb es diesen Eid heute nicht mehr gibt.
Viele Leute sagen: „Na ja, das kann man doch nicht so von „jetzt auf gleich“ machen, das ist doch so schwierig!“ Ich habe es gemacht. Deshalb kann ich anders antworten. Ja, man kann von heute auf morgen anfangen, Rohkost zu essen, gern auch mit einer Fastenwoche davor. Man muss nicht erst über das Vegetarische und Vegane zur Rohkost kommen. Natürlich muss man zuerst die Entscheidung treffen, es ist wiederum möglich, dass man eine Erkenntnis die man vom Hören, Lesen oder durch Erlebnisse bekommen hat, einfach umsetzt. Das beinhaltet natürlich, dass man auch seinen Mitmenschen gegenüber dazu steht. Seien es die Beziehungspartner/innen, die Freunde/innen oder Kollegen/innen. Da kann man doch mal seinen Mann oder seine Frau stehen! Die Revolution beginnt im Garten Mein Herzenswunsch an die Menschen ist, dass sie anfangen, selbst zu denken und sich selbst zu heilen, dass sie ihre Selbstheilungskräfte zu reaktivieren beginnen.

 

Frei von Fremdbestimmung durch Ärzte, Politiker, Religionen und Unternehmen. Dass sie wieder ihren Gemeinschaftssinn entdecken und diese Revolution aus dem Garten gemeinsam beginnen. Diesen Gemeinschaftssinn gibt es bei verschiedensten Gruppierungen, wie z.B. bei politischen und religiösen. Warum nicht auch eben hier im Ernährungssektor. Es gibt schon viele Splittergruppen. Das sind ganz kleine, auch sehr aktive und motivierte  rüppchen. Aber wir erreichen nur etwas, wenn wir uns alle zusammentun, um wirklich große Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken.

Wir brauchen mehr Gemeinschaftlichkeit

Kommunikationsmittel haben wir ohne Ende zur Verfügung. Daran liegt es nicht. Wir sind nur von dieser Gemeinschaftlichkeit entwöhnt  worden. Es wird uns stets gesagt: „Wir sind alle so individuell und jeder darf seins machen.“ Ich will damit nicht sagen, dass wir unfrei leben sollen, aber es gibt ein Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft. Wir haben uns dazu verleiten lassen, zu sehr ins Individuelle zu gehen.

 

Jeder ist sich nur noch selbst der nächste. Es drückt sich einerseits in den ganz kleinen Gemeinschaften, z.B. einer Beziehungsgemeinschaft und in der Liebesbeziehung aus, dass man sich da nicht einfach ein bisschen zurückstellen kann und versucht auch den anderen zu verstehen oder auch so zu lassen, wie er ist. In der gesellschaftlichen Ebene ist das auch so. Da macht jeder seins. Ebenso in der Rohkostszene „mixt jeder seinen eigenen Smoothie“. Da sind die Instinctos, die Urköstler, die Grün-Smoothie-Fraktion, die Sonnenköstler, die Anhänger der „befreiten Ernährung“ und auch die Veganer, die ja auch schon in eine gute Richtung gehen.

 

Doch es gibt noch so viele  Anfeindungen, Neid und Sticheleien. Jeder meint für sich, allein das Richtige entdeckt zu haben und projiziert es auf alle anderen, doch dann bleibt das große gemeinsame Ganze auf der Strecke.

Allem voran Herzlichkeit und Offenheit

Immer noch gibt es viele Menschen, die sehr verurteilend vorgehen und wütend auf die Fleischesser und Normalos sind. Das ist nicht gut. WEILANDFILM_Rohvolution_Berlin_2012_031Meine Empfehlung ist, mit Herzlichkeit, Liebe, Offenheit, Sachlichkeit und als unverkrampft und authentisch gelebtes Vorbild voranzugehen.
Ich glaube, es ist sehr wichtig, nicht mit Verzicht und Verunglimpfung, mit pauschalen Urteilen zu argumentieren, auch nicht über Ärzte. Na
gut, auf die Pharma-Industrie darf man immer böse sein. Die nehme ich mal raus.

 

Aber es gibt zum Beispiel mittlerweile sehr viele Ärzte, die sehr aufgeschlossen zu dem Thema Ernährung und Rohkost sind. Die auch Multiplikatoren sind und die die Menschen erreichen, die man so als „normaler“ Rohköstler an sich gar nicht erreicht. Es ist wichtig, mit Offenheit, Herzlichkeit, Liebe und Verständnis heranzugehen. Aber nicht, indem man sagt, man muss jetzt auf irgendetwas verzichten. Überhaupt sind diese „man-muss-und-man-sollte“-Vokabeln Teil einer unangemessenen autoritären Sprache. Ich finde, es ist wichtiger, den Leuten erst Mal ein Vorbild zu sein und vorzuleben.

 

Es gibt auch einige Leute, die Rohkost propagieren, sie aber selbst gar  nicht praktizieren. Das kann schon irritierend sein, vor allem, wenn sie dann nicht dazu stehen. Jeder Mensch hat doch auch seine Schwächen und wer von uns Rohköstlern/Rohköstlerinnen kennt die ganzen Verführungen nicht? Haben wir alle immer widerstehen können?

 

Was auch ganz wichtig ist, ist, dass die Leute wieder lernen müssen, fundierte Bücher zu lesen. Es nützt doch nichts, wenn man ein in zwei Wochen hingeklatschtes Buch schreibt und den Leuten Heilsversprechen macht. Es gibt richtig gute Klassiker, die von Menschen geschrieben wurden, die in dieser Ernährungsform jahrzehntelange Erfahrung haben und wirklich etwas dazu sagen können.

 

„Ich denke da z.B. an „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung“ von Walter Sommer. Er war der Meinung: „Von der Wissenschaft her kann der Umschwung in der  Ernährung nicht kommen. Der Umschwung muss von der Basis, vom Volk her kommen.

 

Das Buch „Willst Du gesund sein, vergiß‘ den Kochtopf“ von Helmut Wandmaker habe ich ja schon erwähnt.Wandmaker selbst war mit Walter Sommer eng befreundet und er verehrte ihn sehr. In den ersten Wandmaker Aktuell-Magazinen wurden auch Schriften von Walter Sommer veröffentlicht. Die Broschüre „Der erste Schritt aus dem Teufelskreis“ über die Arbeit von Walter Sommer ließ Karlheinz Baumgartl neu aufleben. Dr. med. H. Malten „So heilt die Natur“ ist ebenso wie das Buch von Walter Sommer antiquarisch zu bekommen. Beide sind schön geschrieben und machen Spaß zu lesen.

 

Ich erwähne natürlich auch das Buch „Der Große Gesundheits-Konz: Wildkräuter – UrMedizin“ von Franz Konz. „Die Rohkost-Revolution“ von  Sven Rohark gehört meiner Meinung nach einfach in den rohköstlichen Bücherschrank. Und auch wenn es hier nicht nur um Rohkost geht: Das Buch „Unsere Nahrung, unser Schicksal“ von Dr. med. Max-Otto Bruker ist ein Standardwerk. Ich habe in den 90er Jahren Medizin studiert und in dieser Zeit einen Studenten kennengelernt, der bei Bruker war. Wir haben gemeinsam einen Arbeitskreis für Medizin gegründet und waren regelmäßig in Lahnstein bei Herrn Dr. Bruker. Das war wunderschön. Ich schätze diesen Mann sehr. Er hat den Begriff der Vollwertigkeit von den Lebensmitteln wunderbar kommuniziert und an den Mann und an die Frau gebracht. Er hat selbst auch überwiegend und zum Schluss immer mehr rohköstlich gelebt. Das hat er auch empfohlen.

Vollwertige Lebensmittel in der Rohkost

Und dieser Begriff der Vollwertigkeit geht vielen Rohköstlern heute ab. Sie essen solche Mengen an Trockenfrüchten, allem voran die Medjool-Datteln oder überhaupt Datteln, teilweise zu viel Obst und solche Süßmittel wie Kokosblütenzucker und Agavendicksaft und selbst Sachen, die ja unter dem Verdacht stehen, gar nicht roh zu sein. Das bedingt natürlich das Zucker liebende Milieu im Darm. Das fördert eine Darmflora, die dort nicht hin gehört und uns massive gesundheitliche Probleme bereitet. Da muss man wirklich aufpassen. Das Xylit(ol), das ja alles andere als ein vollwertiges Lebensmittel ist, ist ein Extrakt, wie auch Sirups, Dicksäfte und andere Zuckersorten. Das würde ich nicht empfehlen. Eine natürliche Ernährung ist das nicht und gesund ist das auf Dauer auch nicht. Xylitol wird zwar antikariöse Wirkung zugeschrieben, aber es steht auch unter dem Verdacht, auf Dauer krebserregend zu sein. Dr. Bruker hat in den älteren Ausgaben seines Buches gesagt: „Essen Sie nichts, wofür Werbung gemacht wird“. Also wer doch an Werbung glaubt, tauscht dann Karies für Krebs ein. Da kann ich nur sagen: „Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing!“
Noch ein weiteres Buch: „Sibila: ein Leben in Natur und Freiheit – auf dem Weg der Einfachheit und der Liebe“ von Nuria Aragón Castro. Die Inhalte zum autarken und naturverbunden Leben draußen sprechen mich sehr an. Und zuletzt „Rohvegan und Sport“ von Arnold Wiegand.
Das lege ich jedem wärmstens ans Herz, der sich mit Sport auseinandersetzen will. Es gibt im Sport die Möglichkeit, roh und vegan zu leben. Ich möchte jetzt im Sommer auch wieder mehr Sport machen. Bewegung ist das A und O, da nützt die beste Rohkost nichts, wenn man sich nicht bewegt und die ganze Zeit am Rechner sitzt oder im Büro. Bewegung, Bewegung, Bewegung…

Mein Leben mit der Rohkost

Fotos_Herbstbeginn_2012_hoch_06In der Regel stehe ich um sieben Uhr auf. Es gibt Rohkost, die ich analog zur Gerätemedizin als Geräterohkost bezeichne. Damit meine ich die ganze zubereitete und Gourmet-Rohkost, die unglaublich lecker schmeckt und sicher für viele schon ein erster guter Schritt in die richtige Richtung ist. Mir, aber auch vielen, die ich kenne, bekommt das einfach nicht mehr, meist bekomme ich heftige Magen-Darmbeschwerden davon, und ich brauche dann auch wieder meine sieben, acht Stunden Schlaf. Aber in besonders guten Rohkost-Phasen, wo ich mich so natürlich wie möglich ernähren kann, komme ich mit vier, fünf Stunden Schlaf aus. Dann stehe ich natürlich nicht um sieben Uhr auf, sondern um vier und fünf Uhr.

 

Das sind ganz tolle Schaffensperioden, das ist ganz großartig. Man muss sich, was den Schlaf anbelangt, disziplinieren, und das gilt natürlich auch für mich. Für mich ist es der Schlaf vor Mitternacht, der einen ganz anderen Energieschub bringt.

Von der „Hand in den Mund“

Ich habe meistens mehrere Schalen auf meinem Schreibtisch stehen. In der einen ist Obst, in den anderen Gemüse. Das sind z.B. Gurke,  Fenchel, Stangensellerie, Kohlrabi. Das liegt dann einfach da und ich nehme mir je nach Lust z.B. eine Gurke und esse sie. Oder ich gehe hinaus
und esse unterwegs einfach einen Apfel oder eine Fenchelknolle. Einfach mag iches am liebsten.

 

Ganz selten kann es auch etwas komplizierter sein. Dann mache ich mal einen Grünen Smoothie, Nussdrink, Mandelmilch oder irgendwelche schönen Zauberdrinks mit ein wenig Kakao und auch Medjool-Datteln. Aber das kommt wirklich sehr selten vor. Da bin ich ganz froh, weil mir das immer schwer im Magen liegt. Verdauungsmäßig ist das nicht so toll. Es macht müde und schlapp. Dieses Mittelchen-Denken erlebe ich beim Wildkräuterfrühstück, da erkläre ich zum Beispiel die Erkennungsmerkmale vom Giersch und dann kommt die Frage „Was kann man denn damit machen?“ Und ich antworte: „Essen oder angucken!“ Und die andere Frage ist dann meistens: „Wogegen oder wofür ist das denn?“

 

Dann sage ich immer: „Wenn euch das schmeckt und gut tut, dann ist das gut für euch, welche Leiden und Zipperlein ihr auch immer habt. Wenn es euch nicht schmeckt, dann lasst es stehen und wartet darauf, bis es euch irgendwann schmeckt. Esst in der Zwischenzeit etwas anderes, was euch besser schmeckt und gut tut!“ Es gibt keine Pflanze, die deshalb wächst, weil Menschen Kopfschmerzen haben. Wenn der Mensch sich an die natürliche Lebensweise halten würde, hätte er auch seine Krankheiten nicht.

Gefühle und Emotionen verändern sich mit der Rohkost

Es gibt noch einen ganz anderen interessanten Aspekt. Wenn sich jemand auf rohköstliche Ernährung umstellt, ist das mit sehr ungewöhnlichen Gefühlen verbunden. Die Emotionen, die dann zusammen mit der völlig anderen Art des Sättigungsgefühls frei werden – also das leichte Gefühl, das man dann hat – diese Gefühle auszuhalten, muss man erst mal lernen zu ertragen. Gerade das Gluten im Getreide, das Casein/Casomorphin in der Milch, das sind Opium-Derivate! Das ist ein schönes Mittel, um sich so ein bisschen zu sedieren und einfach mal abzuschalten von dem ganzen Stress. Es funktioniert als Ersatzbefriedigung und Gefühlsdämpfer. HelmutWandmaker und Walter Sommer betonen, dass durch die hohe Erhitzung von Getreide, Reis, Kartoffeln… beim Backen, Kochen, Braten usw. zusätzlich die organisch gebundenen Mineralstoffe zu anorganischem, vom Körper nicht assimilierbarem Material verwandelt werden. Diese ausgefällten Mineralstoffe und denaturierten organischen Moleküle sind zusätzlich für eine hohe Belastung des Körpers und die damit einhergehende Müdigkeit verantwortlich.
Und wenn das durch die Rohkosternährung wegfällt, dann sind all diese ganzen Gefühle und Emotionen wieder da. Dann ist man präsent, jede Sekunde des Tages. Und das zu ertragen ist für viele nicht einfach oder sogar richtig schwer! Ich glaube, dieser Aspekt wird in der Rohkostszene meist noch gar nicht betrachtet oder zu gering eingeschätzt.
Ernährung ist ein sehr komplexes Feld und sie hat nicht nur etwas mit dem Essen zu tun. Gerade die sozialen und psychischen Aspekte des Essens, sind viel beeinflussender als alles andere. Wichtig ist auch: Wie haben unsere Eltern gegessen? Was haben sie uns zum Essen vorgelegt?
Wie sind wir sozialisiert worden?  Wie sind unsere Gewohnheiten imLaufe des Lebens dann entstanden?
Und wenn wir jetzt Rohköstler geworden sind, in die Kantine oder mit Freund und Freundin auf eine Party, eine Veranstaltung oder zum Essen gehen, dann sitzt man im Restaurant und sagt: „Ja toll, Salat – super – schmeckt aber überhaupt nicht!“, weil die Salate natürlich im normalen Restaurant als Deko, Beilage oder Appetizer gedacht sind und nicht alssättigende Hauptmahlzeit. Das ist gar nicht so einfach, aber da muss man einfach durch.

 

Wenn die Menschen sich also für die Rohkost entscheiden wollen, sollten sie sich von vornherein im Klaren darüber sein, dass sie sich damit natürlich auch mit ihrer Gefühlswelt auseinandersetzen müssen. Also stellt man sich am besten noch vor der Umstellung darauf ein. Das habe ich früher nie so stark empfunden,  wie jetzt in den letzten Jahren. Am Anfang meiner Rohkost war mir das völlig egal. Ich bringe da gerne das Zitat aus Mozart’s Zauberflöte: „Der Weise prüft und achtet nicht, was der gemeine Pöbel spricht!“ Das bedeutet: Ich mache einfach mein Ding.  Unge achtet von dem, was andere sagen. Unsachliche Diskussionen führen da eh zu nichts. Wenn ich Rohköstler, Vegetarier oder Veganer sein will, dann mache ich das einfach Auch, wenn die Leute solche polemischen Sprüche wie: „Du isst ja meinem Essen das Essen weg!“ zu mir sagen. Ich verurteile dadurch, dass ich anders esse, niemanden für das, was er tut.

 

Meiner Meinung nach muss man sich immer die Offenheit und Sachlichkeit bewahren. Viele Menschen, die sich mit Rohkost beschäftigen, machen am Anfang Fehler. Wir wissen leider nicht mehr, wie natürliches Essen funktioniert. Manche haben wenigstens schon ein bisschen
Erfahrung aus ihrem Umfeld mitbekommen.

Mein Herzenswunsch

Mein Herzenswunsch ist: Im Prinzip möchte ich so leben, wie es der gute Walter Sommer empfohlen hat, wie es Karlheinz Baumgartl realisierte
oder wie es Sibila lebt, die ja sogar relativ wild draußen in der Natur ist.

 

2014-05-20 08.23.11Aber einen Garten zu haben, das ist mein Traum und mein Ziel. Die Revolution beginnt laut Walter Sommer ja im Garten. Einfach ein schönes großes Grundstück mit 1 Ha Land zu haben und da selbst zu bestimmen, was ich da mache. Mit einer Quelle, einem Brunnen, vielleicht mit  einem See in der Nähe. Und dann absolute 100%ige Selbstversorgung. Ich lese auch immer schon Bücher zum Thema Selbstversorgung und Survival, wie z.B.: „Das autarke Leben und wie man es lebt“ oder „Vergessene Künste und Handwerke“ von John Seymour. Das ist so mein Ziel.

Sammelkalender für Wildkräuter und Beerenfrüchte u. a.

Quelle: Dr. med. Christian Guth und Burkhard Hickisch: “Grüne Smoothies”, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München, 2012
Bei all diesen Pflanzen können junge Triebe, Blätter und Früchte während der ganzen Wachstumsperiode verzehrt werden.

 

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
Ackerhellerkraut
Ackerschachtelhalm
Ackerwinde
Ahorn
Baldrian
Barbarakraut
Bärlauch
Basilikum
Batavia
Beifuß
Beinwell
Birke
Birne (Frucht)
Brennnessel
Brombeere (Frucht)
Brunnenkresse
Buche
Distel
Douglasie
Eberesche
Ehrenpreis
Eichblattsalat
Eiche
Elsbeere
Erdbeere (Frucht)
Esche
Esskastanie
Feldsalat
Fenchel (Blätter)
Fetthenne
Fichte
Franzosen kraut
Frauenmantel
Friseesalat
Frühlingszwiebel
Fünffingerkraut
Gänseblümchen
Gänsefingerkraut
Giersch
Gundelrebe
Gundermann
Günsel
Guter Heinrich
Habichtskraut
Haselnuss
Heckenrose
Heidelbeere (Frucht)
Heublume
Himbeere (Frucht)
Hirtentäschel
Holunder (Blüten)
Hopfen
Huflattich (Blätter)
Huflattich (Blüte)
Johannisbeere (Frucht)
Johanniskraut
Kamille (Blüte)
Kiefer
Kirsche (Frucht)
Klatschmohn
Klee
Klettenlabkraut
Knoblauchsrauke
Knöterich
Kohlrabiblätter
Königskerze
Kopfsalat
Kornblume (Blüte)
Kürbisblätter
Lärche \
Lauch
Lavendel
Linde
Linde (Btüte)
Litschi
Löwenzahn
Lungenkraut
Luzemte
Mädesüß
Majoran
Malve (Blüte)
Manderine
Mango
Mangold
Margerite (Blüte)
Melde
Melone
Minze
Mirabelle/Reneklode
Mispel (Frucht)
Mizuna
Möhrengrün
Moosbeere
Nachtkerze
Natternkopf (Blüte)
Nelkenwurz
Oderrnennig
Orange
Oregano
Pappel
Petersilie
Pfefferminze
Pfennigkraut
Pfirsich/Nektarine
Pflaume/Zwetschge
Physalis
Postelein/
Winterportulak
Preiselbeere (Frucht)
Primel
Radicchio
Radieschtengrün
Rettich
Ringelblume (Blüte)
Rohrkolben
Romanasalat
Römersalat
Rose
Rosenkohl
Rosmarin
Rote-Bete-Blätter
Salbei
Sanddorn (Blätter)
Sauerampfer
Schafgarbe
Scharbockskraut
Schlehe (Blätter und
Früchte)
Schlüsselblume (Blüte)
Schnittlauch
Senf
Spinat
Spitzkohl
Springkraut
Stachelbeere (Frucht)
Staudenselerie
Stiefmütterchen
Storchenschnabel
Tanne
Taubnessel
Tausendgüldenkraut
Tellerkraut
Thymian
Ulme
Veilchen (Blüte)
Vergissmeinnicht (Blüte)
Vogelmiere
Waldmeister
Walnuss (Blätter)
Wasserlinse
Wassermelone
Wegerich
Wegwarte
Weide
Weidenröschen >
Weintrauben (Frucht)
Weisdorn (Beeren)
Weißer Gänsefuß
Wermut
Wicke
Wiesenkerbel
Wiesenschaumkraut
Wilde Möhre
Wirsingkohl
Witwenblume
Wollblume
Zeder
Zitronne
Zitronenmelisse
Zucchini

 

 

 

Bezugsquellen von Wildkräutern

Hochgenuss LindenblätterWildkräuter sind in aller Munde – oder etwa noch nicht? Viel hört man immer wie toll und wichtig Wildkräuter für Gesundheit, Entgiftung, Wohlbefinden und den Mineralstoffhaushalt sind. Wo aber bekommt man sie her die grünen Helden der Wiese? Wenn man in der Großstadt wohnt, ist die Antwort auf diese Frage manchmal gar nicht so einfach. Hier ein paar Anregungen:

Sammeln

  • im Stadtpark
  • in Vorgärten
  • beim Nachbarn
  • auf verwilderten Grundstücken
  • in Kleingartenanlagen
  • im Stadtwald
  • auf Friedhöfen

Wildkraeuterfruehstueck_03

Lernen

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Kaufen

  • auf Wochenmärkten
  • in eingen Bioläden
  • in türkischen Lebensmittelläden
  • bei Wildkräuterversendern:

Weitere Möglichkeiten

  • bei Rohkostpotlucks

 

 

Über den Vegetarismus 2.Teil: Pecus – Pecunia

Der Vegetarismus ist eine beachtenswerte Lebensanschauung. Vegetarisch zu leben heißt zunächst auf Produkte vom getöteten Tier zu verzichten. Diese Einstellung wird verschieden begründet.

1) Der gesundheitliche Gesichtspunkt Ursprünglich war der Mensch Vegetarier. Er lebte von Pflanzen, Früchten, Samen, Wurzeln. Sein Gebiß und seine Organe sind in Jahrmillionen auf diese Ernährungsweise ausgerichtet. Zum Raubtier (Fleischgenuß) fehlen dem Menschen die Voraussetzungen. „Vegetabil“ heißt belebend. Der radikale Vegetarismus lehnt auch erhitzte (gekochte, gebackene) Nahrung ab, weil diese dadurch biologisch entwertet („inaktiviert“) wurde und somit nicht mehr optimal beleben kann.

2) Der ethische Vegetarismus Demnach hat der Mensch kein Recht Tiere auszubeuten und zu töten. Es besteht hierzu auch keine Notwendigkeit. Die Tiere gehören genauso in eine ökologische Ordnung wie alles in der Natur einschließlich der Menschen. Die Schlachthöfe und Tierversuchsanstalten sind Stätten der Grausamkeit gefühlloser und gedankenloser Menschen. Kein Kind würde solche Grausamkeit ertragen. Deshalb zeigen die fleischessenden Erwachsenen ihren Kindern solche Stätten nicht. Auch die Schulen meiden diese.

3) Der ökonomische Vegetarismus Merkwürdigerweise wird dieser Gesichtspunkt meistens ignoriert. Die Vegetarier selber stellen diesen Sachverhalt hintenan oder ignorieren ihn einfach. Der Grund dafür ist die politische Brisanz, die dieser Gedanke enthält. Davon soll hier besonders die Rede sein. Die Fleisch- und Viehwirtschaft ist die unwirtschaftlichste Form der Volkswirtschaft. Der Vegetarismus ist die wirtschaftlichste Form: von der Landfläche, die eine Kuh ernährt, kann man 10 Menschen ernähren. Rechnet man sich diesen Gedanken durch, dann kommt man zu dem verblüffenden Ergebnis, daß allein aus der Landfläche Bayerns g a n z D e u t s c h l a n d ausreichend und gesund ernährt werden könnte (!). Bedenkt man dazu die bessere gesundheitliche Verfassung der Menschen bei vegetarischer Lebensweise, so erkennen wir die ungeheure T r a g w e i t e für die Zukunft der durch Hunger und Krankheit bedrohten Menschheit. Der Vegetarismus ist eine echte Alternative, und man muß sich fragen, warum diese naheliegende Lösung nicht weltumgreifend angestrebt wird.

Die politische Brisanz dieses Gedankens wird offenbar: unser Grund und Boden wird weitgehend fehlgenutzt durch Anbau von Viehfutter und für die Nutzung als Weideland. So gesehen liegen die größten Teile der nutzbaren Flächen b r a c h und das seit langer Zeit. Nur ein winziger Teil der Bodenfläche wird intensiv für Gartenbau genutzt. Damit werden die Behauptungen der Politiker von „notwendigem Lebensraum“ oder von notwendigen Spenden für die Gebiete von Hungersnöten ad absurdum geführt. Die Nöte auf der Erde sind unnötig. Die Politiker täuschen uns bzw. sie verschweigen die Ursache, weil die meisten ohnehin am Fleischtopf hängen, oder weil sie wirtschaftliche Interessen verfolgen (z.B. die Banken, die Industrien). Die Ursache dieser skandalösen Fehlnutzung liegt in dem falschen B o d e n r e c h t . Und genau da liegt die politische Brisanz des Gedankens.

Mit dem Vieh wurde von je her das große und schnelle Geld gemacht. Durch das viele Fleisch, das man vermarkten konnte mit den vielen Folgeartikeln aus der Viehvermarktung wurden riesige Landflächen benötigt. Dafür wurde Wald gerodet, der Mensch und Tier Schutz geben könnte. Und damit wurden die Reichen immer reicher. Der Grundbesitz konzentrierte sich mit der Zeit auf immer weniger Menschen, die zu Großgrundbesitzern wurden. Und wer viel Grund hatte, der hatte die Macht. Und wer die Macht hatte, der übte Macht aus … ungeachtet vernünftiger und menschenwürdiger Lösungen. Pecus (lateinisch) heißt: das Vieh. Pecunia (lat.) heißt: das Geld.

Mit dem Tier wird auch heute das schnelle Geld gemacht. An der Fleisch- und Viehwirtschaft hängt ein ganzes Bündel von Industrien. Die gesellschaftliche Entwicklung führte zu einer Differenzierung. Mit der Technik wurden die Produktionen effektiver. Durch die Arbeitsteilung wurden die Verhältnisse undurchsichtig. Das Geldwesen erlaubte die Geldanlage im Grundbesitz. Die Großgrundbesitzer mit ihren eigenen Jagden und Verpachtungen benötigten nicht mehr unbedingt den Viehreichtum, praktischer für sie wurde nun die B ö r s e . Die Aktie ersetzte den Viehbesitz. Die Verhältnisse wurden immer verwickelter, aber die Basis ist geblieben: die Völker ernähren sich von Tierprodukten. Die daraus entstehenden Krankheiten werden behandelt mit pharmazeutischen Produkten, die durch Tierversuche (Vivisektion) entwickelt worden sind. Ein Riesengeschäft ! Dieser Mißstand ist inzwischen durchgreifend und hat Industrie und Gesellschaft geprägt. Man spricht kaum über den industrialisierten Tiermord, kaum über das Leid der Tiere, Schlachthöfe sind tabu, und man ignoriert den skandalösen Mißbrauch von Grund und Boden. Man schaue sich gründlich um in der Gesellschaft, wer mit was das Geld macht, woher das viele Fleisch kommt, und wohin die Subventionen fließen. Das unsagbare Leid der Tiere und die daraus resultierende Not der Menschen, … wen interessiert das ?

Heute ist der größte Grundbesitzer der westlichen Welt die Organisation, die man unter der Bezeichnung „römisch-katholische Kirche“ versteht. Die Männerbünde von Rom hatten sich zum Ziel gesetzt, ganz Europa zu missionieren. Und wer Europa beherrschte, der hatte die Weltmacht. Unter dem Deckmantel der christlichen Ideologie breitete sich der Kapitalismus aus, das Geldwesen und später das Bankenwesen. Der Anfang war der Viehreichtum und damit der übermäßige Anspruch auf Grundbesitz zum Nachteil der seit Generationen bodenständigen Gärtner und Bauern. Schon im 5. Jahrhundert war der Bischof von Rom der größte Grundbesitzer. Und über den Großgrundbesitz entwickelte diese Organisation mit der Zeit ihre Macht. Die Kirche und ihre Könige herrschten im Mittelalter willkürlich aus dieser Machtposition. Die Großgrundbesitzer „verliehen“ ihr Land gegen hohe Abgaben. Die eigentlichen Bearbeiter des Bodens, die Bauern, wurden zu Leibeigenen, zu Sklaven. Dieses Bodenrecht war ein römisches Recht, von Rom her war es importiert worden. Und das römische Bodenrecht ist die Grundlage der Versklavung der Völker.

Im alten Germanien hat es nie eine Sklaverei gegeben. Es gab das freie Bodennutzungsrecht, das den jungen Menschen kostenfrei das Land ermöglichte, aus dem sie das Lebensnotwendige erwirtschaften konnten. Die germanischen Markgenossenschaften verstanden sich nicht als Eigentümer an Grund und Boden, sondern nur als Verwalter (praktiziert noch im „Eiderstedter Landrecht“ auf Eiderstedt und den nordfriesischen Inseln bis zur Landvermessung 1872/73). Dieses bewährte, freie Bodennutzungsrecht wurde mit der Zeit geändert in das römische Bodeneigentumsrecht. Jetzt konnte man sich zwar Land kaufen, geriet aber dadurch in die Abhängigkeit der geldherausgebenden Mächte. Fast die ganze europäische Geschichte des Mittelalters stand unter der Gewalt der römischen Männerbünde. Sie entwickelten das Privileg des Bodeneigentums, das sie mit Waffengewalt verteidigen ließen. „Privileg“ kommt von lateinisch privare = berauben, stehlen und lat. lex, legis = das Gesetz. Privileg heißt demnach „gesetzliches Stehlen“. Den Unternehmen zur Anhäufung von Reichtum wurde ein religiöses Mäntelchen umgehängt. Die Menschen wehrten sich gegen das neue Bodenrecht. Überall in Europa kam es zu Bauernaufständen: in Rußland, Ungarn, Österreich, Deutschland, Frankreich, Niederlande, England, … und überall wurden diese brutal zusammengeschlagen, ihre Anführer umgebracht. Der Bauernkrieg ging letztlich verloren. Im 30-jährigen Krieg fiel der letzte Rest altgermanischer Siedlungsordnung. – Heute ist das römische Recht festgeschrieben.

Diese wichtigen Zusammenhänge werden allgemein ignoriert. Die Machtverhältnisse lassen die Vernunft nicht zu. Schon im „Dritten Reich“ wäre es möglich gewesen, sich darauf zu besinnen. Statt „Lebensraum“ im Osten zu fordern, wäre ein ökonomisch-vegetarisches Programm revolutionär-menschlich und vor allem realisierbar gewesen. Stattdessen hat man mit dem größten Grundbesitzer konkordiert, mit der römisch-katholischen Kirche. – Die Zeit nach den Kriegen ist erstrecht nicht an einer Bodenreform interessiert. Auch die politisch „Grünen“ ignorieren das gerechteste und gesündeste Wirtschaftssystem. Und wie steht es um die Frauenbewegung, die doch allen Grund hätte, natürliche Lebensgrundlagen zu fordern? Abgesehen von speziellen Forderungen der Frauen (z.B. das Recht auf Abtreibung ungeborenen Lebens) eifern die meisten Frauen nur den Männern nach und fördern damit den allgemeinen Irrsinn. Es geht ihnen um Geld und um Karriere. Es ist die volle Machtentfaltung der Männerbünde, die inzwischen alle Einrichtungen beherrschen, wo Geld gemacht wird, notfalls auch mit Hilfe der Frauen. Wir leben in einer Diktatur des Geldes !

Literatur:

1) Walter Sommer „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung, 1972, 512 S., Bezug hier (DM 52,50) 2) Karlheinz Baumgartl „Der erste Schritt aus dem Teufelskreis“, 1978, 41 S. (Kurzfassung von oben) 3) Infos 22, 30, 31, 32, alles hier zu beziehen.

Herd aus, Salat rein! – Sonst noch Fragen zur Rohkost?

Mark WeilandSeit seinem ersten Rohkost-Start mit 16 Jahren hat Mark Weiland sich intensiv mit der natürlichen Ernährung und Lebensweise auseinandergesetzt: Bücher, Vorträge, Gespräche, Filme, ja sogar ein Medizinstudium und eine Ausbildung als Ernährungsberater. Aber es sind noch immer Fragen offen. Es scheint nicht so einfach zu sein. Nur den Herd aus zu lassen, Grünzeugs zu futtern oder nur ein Buch als Ernährungsbibel auf den Hausaltar zu stellen – all das genügt nicht.

„Als ich vor drei Jahren mal wieder mit der Rohkost begonnen und viele Menschen aus der ‘Szene’ kennengelernt habe, wurde mir eines klar: Ich wusste noch nicht alles über gesunde Ernährung.“ Es gibt sogar viele widersprüchliche Meinungen, z. B.:

→ Grüne Smoothies sind gesund – Grüne Smoothies sind schlecht für Verdauung und ZähneSüßgras
→ vegane Rohkost ist reichhaltig an allen Nährstoffen – vegane Rohköstler brauchen Nahrungsergänzungsmittel, z. B. Vitamin B12
→ Jeder kann eine 100%ige Rohkosternährung vertragen – Nicht jeder Körpertyp verträgt 100% Rohes.
→ Gourmetrohkost ist die Rettung vor sozialer Vereinsamung – Gourmetrohkost macht auf Dauer krank
Und vieles mehr… Wer soll da noch durchblicken? Aber was können wir tun, um Klarheit für uns zu schaffen?

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Jeder hat eine eigene Konstitution, eine eigene Krankheitsgeschichte, es gibt individuell unterschiedliche Belastungen und liebgewonnene Gewohnheiten und geheime Süchte…
Sollte es da nicht auch für jeden einen anderen Weg zu einer naturbelassenen Ernährungsform geben?
RohkostpralinenDie Antwort ist: ja. Es gibt jedoch ein paar Regeln aus der Natur, die für alle gelten: So naturbelassen wie möglich essen, ist eine davon, eine andere: So viel Wildkräuter und Gemüse wie möglich, soviel Obst wie nötig. Aber den Weg und die Geschwindigkeit dürfen Sie selbst bestimmen und Ihrer Situation entsprechend gestalten.
Wir leben heute in einer großartigen Zeit, in der es eine sehr starke Bewegung „vorwärts zur Natur“ gibt. Daher haben Sie die Möglichkeit, sich gut zu informieren. Und das ist sehr wichtig. Nehmen Sie sich mehrere Bücher von alten und neuen Autoren zu Rate, schauen Sie sich Vorträge an, lernen Sie wieder auf Ihren Körper und Ihr Herz zu hören und stellen Sie allen kritische Fragen. So finden Sie Ihren Weg.
Auf unserem neuen Internet-Portal www.weiland-wissen.de finden Sie ebenfalls zahlreiche Vorträge, eBooks und Filme über Rohkost und Gesundheit. Zwei wichtige Beiträge dort sind:Großes Berliner Gesundheitsseminar 2013
1. Petra Birr: „Häufige Fehler beim Start mit der Rohkost“. Die Selbstreinigungskräfte des Körpers unterstützen: Morgens nüchtern Wasser trinken, 30 Minuten später grüne Mineralerde in Wasser gelöst trinken und nach weiteren 30 Minuten 3 – 5 Plättchen Kassia Fistula (z. B. von Orkos) lutschen.
2. Maria Kageaki: „Geheimtipps für gesunde Zähne“. Wer bereits Karies hat sollte oxalsäurehaltige Nahrungsmittel meiden: Sauerampfer, Rote Beete, Spinat, Rhabarber, Sauerklee, Rote Beete, Mangold, Kakao…
Und Mark Weilands persönlicher Tipp: „Essen sie täglich Wildkräuter und grünes Gemüse, so werden Sie Ihre süßen Süchte fast von selbst los, ohne das Gefühl auf etwas verzichten zu müssen.“

Warm, satt und glücklich: Rohkost im Winter

„Etwas Warmes braucht der Mensch!“, sagt man. Doch Möhren, Äpfel und Salat? Das wärmt doch nicht und satt wird man davon wohl kaum. Erfriert man also mit Rohkost im Winter? Die Antwort ist einfach: nein. Denn die Temperatur des Essens hat rein gar nichts mit der Körpertemperatur zu tun. Allein die in der Nahrung enthaltene biochemische Energie wird über den Stoffwechsel in warme Hände und Füße umgewandelt. Ob diese Energie kalt oder warm zugeführt wird, spielt dabei keine Rolle. Die gespeicherte Sonnenenergie wird über die ATP1-Spaltung zu Körperwärme. Gekochtes, Milchprodukte, Getreide, Fleisch usw. im Körper zu verarbeiten, verbraucht sogar viel Energie. Denn es findet durch den Verzehr von erhitztem Eiweiß, ganz gleich, ob tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, eine Immunreaktion mit Anstieg der Körpertemperatur statt. Die durch das Erhitzen neu entstandenen und denaturierten Stoffe sind für diese Verdauungsleukozytose, also für die Vermehrung der weißen Blutkörperchen = Immunreaktion, verantwortlich. Denn auf diese neuen Substanzen im Essen hat sich das Immunsystem evolutionär nicht angepasst. Bei Rohkost tritt dieses Phänomen nicht auf. Wer also Gekochtes ist, muss um Energieverlust fürchten! So ist Rohkost im Winter eine wohltuende, energiespendende Angelegenheit.

Lebendiger Speiseplan

 

Als wärmendes Gemüse können Sie Wurzelgemüse wie Süßkartoffeln, Möhren, Sellerie, Rote Beete und Kohl essen. Blattgrün, wie Feldsalat, Spinat, besser noch: winterliche Wildkräuter2 wie Moose3, Winterportulak, Nelkenwurz, Vogelmiere, Gundermann, Klee, Süßgras, Brombeerblätter, Gold- und Taubnessel sättigen und liefern enorm viel Eiweiß und Mineralstoffe. Bewährt sind Salate mit zweierlei Gemüsen, solche, die über der Erde wachsen wie Blattgrün, Kohlrabi, Gurken usw. und „unterirdische“ Sorten wie Möhren, Sellerie und Topinambur.

Nüsse, über Nacht eingeweicht, sind sättigend und gehaltvoll (keine Angst: Fett macht nicht fett!4), dickflüssig gelöffelte grüne Smoothies mit Wildkräutern, Karottengrün, Spinat, Mangold und etwas Äpfel oder Birnen sind ein wunderbarer Alternativpudding.
Sprossen, Weizen-, Gersten- und Kamutgrassäfte sind die besten Energie- und Nährstofflieferanten. Sie sind pure Sonnenenergie und helfen, die süßen Gelüste abzulegen – und zwar ohne das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen.
Mit den wärmenden Gewürzen Zimt, Ingwer, Chili, Pfeffer, Muskatnuss, Vanille und Kardamon verzaubern Sie Ihre Salate, Smoothies und liebe Mitmenschen in der Winterzeit.

Fermentierte Lebensmittel wie veganer Nusskäse, Gedörrtes wie Rohkost-Brote und -Kräcker geben viel Wärme und vermindern Heißhunger auf Milchprodukte und Getreidegerichte. Eine auf 40°C erwärmte Kürbissuppe knüpft an das Gefühl einer warmen Mahlzeit an.

Tipp: Besonders im Winter wenig Südfrüchte und Trockenobst essen, denn beides hat eine kühlende Wirkung. Bereits 50 Gramm Vogelmiere entsprechen in etwa dem Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen, noch besser sind frische Hagebutten und Sanddornbeeren.

Wildkraeuterfruehstueck_Sanddorn_01_Mark_Weiland

Mehr als Essen: Über den Speiseplan hinaus können Sie sich mit weiteren Maßnahmen nachhaltig wärmen: barfuß durch den Schnee laufen, kalt duschen, regelmäßig und ausreichend schlafen, am besten bei geöffnetem Fenster, bewusst essen, viel kauen und täglich Sport treiben, am besten an frischer Winterluft.

Seelennahrung zuführen: Es ist aber vor allem das Verlangen nach Geborgenheit, weshalb wir an kalten Tagen warme Speisen vorziehen. Statt auf die Ersatzbefriedigung sollten Sie besser auf das Seelennahrungs-Original setzen: Liebe leben, Freundschaften pflegen, sich Zeit für die Familie nehmen, Ruhe genießen, Spaziergänge in der Natur machen, tanzen, lesen, Kunst und Musik gestalten.

Mark Weiland


1 =Adenosintriphosphat, ein biochemischer Energiespeicher
2 Wildkräuterwanderungen gibt es im Winter von Heidemarie Fritzsche und Mark Weiland
3 Bei den rund 25.000 Moos-Arten wurden bisher noch keine giftigen entdeckt.
4 Körperfett wird nicht aus dem Fett in der Nahrung aufgebaut, sondern aus Kohlenhydraten.


Opium fürs Volk Teil 3: Zucker – Widerstand zwecklos?

Zucker ist lebensnotwendig und ein wichtiger Energielieferant, ganz besonders für unser Gehirn. Zucker trägt aber auch maßgeblich zu Karies, Akne, Übergewicht, Diabetes Typ II, Knochenerkrankungen, Depression, Hyperaktivität, Angstzuständen, Schlafstörungen usw. bei und macht süchtig. Wie kann die Natur nur solch einen Widerspruch hervorbringen? Erst einmal: Zucker ist etwas ganz Natürliches – gespeicherte Sonnenenergie. Pflanzen wandeln Sonnenlicht, CO2 und Wasser mittels der Photosynthese in Zucker um. Des weiteren verwandeln sie die anorganischen Mineralstoffe und Spurenelemente aus der Erde in organische Verbindungen und stellen Vitamine und Enzyme her, die für unseren Zuckerstoffwechsel wichtig sind. Mutter Natur hat eben mitgedacht.

Zucker_Herz_ErdbeereBei der industriellen Herstellung von ­Zucker hingegen entsteht ein chemisch reines Isolat, frei von diesen physiologischen Wirkstoffen. Durch den Verzehr von isolierten Kohlenhydraten wie Haushalts-, Frucht-, Trauben-, Milch- und Vollrohrzucker, Weißmehl, Sirup, Fruchtsäften usw. setzen wir eine ganze Kettenreaktion an Problemen in Gang: Kalzium- und Vitamin-B-Entzug, Darmflorastörungen, Bauchspeicheldrüsenreizung, Dopaminausschüttung, schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels, vorzeitige Geschlechtsreifung1 u. v. a. m.

Zucker belohnt ohne Leistung

Der Verzehr von Zucker aktiviert zudem das Belohnungssystem im Gehirn. Es reagiert genauso wie bei Alkohol, Heroin oder anderen Drogen und schüttet den Botenstoff Dopamin aus. Das Hormonsystem wird dabei in einen Zustand ständiger Überreizung versetzt. Und ein hoher Zuckerkonsum hat auf Dauer sogar molekulare Umbauten an den Synapsen2 zur Folge. Das Gehirn wird also ganz auf Zucker eingestellt. Auch das schnelle Absenken des Blutzuckerspiegels unter den Ausgangswert ruft ein suchtähnliches Verlangen nach dem Zucker hervor.3 Die begleitenden biochemischen Mechanismen sind die Basis des Suchtverhaltens.

Die Zuckersucht wird jedoch nur in Verbindung mit Industriezucker und isolierten Kohlenhydraten ausgelöst. Mit einer Banane passiert das nicht. Wer jedoch bereits aufgrund seiner bisherigen süßen Genusses süchtig nach Zucker ist und dann seine Ernährung teils oder ganz auf Rohkost umstellt, befriedigt seine Sucht oft weiterhin und ohne es zu wissen mit Agavensirup, Kokosblütenzucker, Honig und/oder einem Übermaß an Trockenfrüchten. Auch diese Produkte sind nicht mehr naturbelassen, sondern verarbeitet und in Bezug auf Zucker schon mehr oder weniger stark konzentriert. Darmflora und Insulinspiegel reagieren darauf ähnlich wie auf anderen Zucker.

Ein Nebenprodukt des Zuckerkonsums ist übrigens die alkoholische Gärung, die Entstehung von Alkohol im Darm. Na, dann Prost!

Untermieter mögen’s süß

Während allein der meist in der Kindheit durch Bonbons und Schokolade erlernte Belohnungs-Mechanismus durch den Industriezucker ausreicht, um zum Wiederholungstäter zu werden, gibt es noch eine andere Ursache für das süße Verlangen.

sugar-cube-258116_640Füttern wir unsere in Blut und Darm lebenden Mikroorganismen mit Industriezucker, Fleisch, Alkohol usw., wachsen und gedeihen Bakterien und Pilze, die uns schaden und die natürliche Darmflora verdrängen. Und mehr noch: Diese „Untermieter“ erschaffen einen Nährboden für Viren, Bakterien, Prionen (organische Gifte mit virusähnlichen Eigenschaften), Parasiten und andere Erreger4 und lösen ein Verlangen – zum Beispiel nach Süßem – aus, da sie sich in diesem Umfeld am besten vermehren können. Widerstand zwecklos? Natürlich gibt es Abhilfe, unter anderem mit Hilfe einer natürlichen Ernährung ohne Industrieprodukte.

Tipp: Drei Zutaten habe ich gebraucht, um mich von der Zuckersucht zu befreien: 1. die Entscheidung, gesünder leben zu wollen, 2. die Disziplin, besonders am Anfang, nicht in alte Gewohnheiten zurückzufallen, und besonders 3. jeden Tag reichlich Blattgrün in Form von Wildkräutern, grünen Salaten und grünen Smoothies. Da lässt man schon nach kurzer Zeit die Schokolade einfach links liegen, ohne das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Wohl bekomm’s!

 


Quellen:

1 Bruker, S. 168f
2 Umschaltstellen zwischen zwei Nervenzellen
3 Ziegler, S. 23
4 Müller-Burzler, S. 342f

Opium für’s Volk – Teil 1: Getreide: Unser täglich Brot, eine Droge?

bread-230134_640Zum Sattwerden reichen eigentlich Linsen, Kohl und Karotten völlig aus. Was aber füllt unsere Einkaufswagen wirklich? Nudeln, Brot, Wurst, Käse und Schokolade. Die Abkehr von einer gesund-natürlichen Ernährung ist allerdings keine neuzeitliche Erscheinung. Eine erste Veränderung der Nahrungsmittelzusammenstellung beim Menschen gab es bereits vor 10.000 Jahren mit Beginn der Sesshaftigkeit1: Statt Früchten, Nüssen, Gemüse, Wildkräutern, Wurzeln, Knollen und mancherorts auch Fleiscereals-98256_640ch übernahm nun das neu angebaute Getreide die Herrschaft über den steinzeitlichen Speisezettel. Was aber hatte das Getreide den Menschen Besonderes zu bieten? Die überraschende Antwort: Es macht nicht nur satt, sondern auch glücklich – weil es eine Droge ist. Das Gluten im Getreide, das Klebereiweiß, ist ein sogenanntes Exomorphin, ein waschechtes Opiat mit Suchtpotential. Diese Stoffe gleichen körpereigenen Substanzen, den Endorphinen (zum Beispiel Serotonin), die für Glücksgefühle und Schmerzlinderung vom Körper ausgeschüttet werden, beispielsweise bei Verletzungen, Extremsport und beim Fasten2. Gluten macht uns glücklich, entspannt und zufrieden, wirkt frust- und angstlösend und lässt eine angenehme Schläfrigkeit aufkommen. Wer kann da schon widerstehen?

Pharmakologisches Trostpflaster

Wie auch der Reis beglücken uns Getreidespeisen als pharmakologisches Trostpflaster beifood-4509_640körperlichem und seelischem Schmerz, so die Ernährungswissenschaftlerin Andrea Fock3. Zugleich ist die abhängig machende Wirkung der Exorphine als Sucht auf Brot und Pasta spürbar. Da bekommt der „gläubige“ Wunsch „Unser täglich Brot gib uns heute“ eine völlig neue Bedeutung.
Die „Droge“ macht nicht nur süchtig, sondern hat auch gesundheitliche Folgen. Das Enzym Amylase im Mundspeichel verwandelt die Stärkemoleküle von Schrippen und Gebäck in Einfachzucker. Der durch die Erhitzung beim Backen und Kochen entstandene Getreide-Kleister wird jedoch kaum noch ­verwandelt. Im Magen und Darm entstehen dann  durch die Gärung Kohlensäure und Alkohol. Die Folgen sind Kopfdruck, Schmerzen, Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut und Beeinträchtigung von Hirn- und Nerventätigkeit.

Instinktumgehung

bread-83242_640Nur: Warum schmeckt uns das, was uns so schadet, so unverschämt lecker? Das hängt vermutlich mit der primär positiven psychischen Wirkung zusammen. Was uns glücklich macht, das schmeckt auch gut, weil unsere Suchtstruktur „Nachschub“ haben will und uns dann clever einen Wohlgeschmack vorgaukelt. Unser Instinkt wird dabei nicht nur psychisch ausgetrickst, sondern kann auch auf der rein materiellen Ebene gekochte oder gebackene Getreideprodukte nicht als schädlich erkennen, weil durch die Erhitzung auf über 42°C die Molekülstrukturen verändert werden. Durch diese Veränderung entstehen teilweise völlig neue Stoffe, an die der menschliche Stoffwechsel sich im Laufe der letzten 10.000 Jahre – eine relativ kurze Zeit für die Evolution – noch nicht hat anpassen können.

Tipp: Probieren Sie einfach mal Brot aus Eicheln, Quinoa-Bananen-Pudding oder die Gourmet-Zucchini-Spaghetti von Boris Lauser (DVD „Die leckeren 12“ Teil 2).

„Flüssiges Glück“
(im Selbstversuch mehrfach getestet …)

70 g Cashewkerne in Rohkostqualität, z. B. von Keimling
3 Medjohl-Datteln in Rohkostqualität, z. B. von Keimling
1 gehäufter TL Bourbonvanille
0,5 l Wasser
zum Veredeln:
ein kleines Stück frischen Ingwers
1-2 EL Kokosmus von Dr. Goerg

In den Mixer. Mixen. Fertig. Lecker.
Genießen Sie es in Glückseligkeit


Quellen:
1 = Neolithische Revolution
2 Fasteneuphorie ist eine Folge von Endorphin-ausschüttung und nicht von Entschlackung.
3 EU.L.E.n-Spiegel, 6/2008 1/2009

Weiterführende Literatur:

Dr. med. Max Otto Bruker: Der Murks mit der Milch
Dr. Lutz: Leben ohne Brot
EU.L.E.n-Spiegel, Ausgabe 6/2008 1/2009
Guy-Claude Burger: Die Rohkosttherapie
Greg Wadley u. Angus Martin: Die Ursprünge der Landwirtschaft – Eine biologische Sichtweise und eine neue Hypothese, Australian Biologist, 1993

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Opium fürs Volk Teil 2 – Die Milch macht’s! Eine Milchmädchenrechnung?

Trinken Sie gern Mich? Kennen Sie den Jieper auf würzigen Käse? Läuft Ihnen das Wasser im Mund zusammen, wenn Sie an einen käseüberbackenen Auflauf denken? Sie werden überrascht sein, was hinter dieser Gier nach Milchprodukten steht.

Milch_01Bereits vor rund 8.000 Jahren, mit Beginn der Sesshaftigkeit1, haben Menschen nachweislich erstmals die Muttermilch anderer Spezies als Nahrung auf ihren Speisezettel gesetzt. Die Beliebtheit dieses Nahrungsmittels lag und liegt jedoch nicht nur im Sättigungswert: Wie das Getreide liefert die Muttermilch, auch die von Kühen, Ziegen, Schafen usw., ein Exomorphin – das Casomorphin. Es macht uns glücklich, entspannt und zufrieden, wirkt schmerzlindernd, frust- und angstlösend und lässt eine angenehme Schläfrigkeit aufkommen (Übrigens entsteht bei der Fleischfäulnis im Darm ebenfalls ein Exorphin, u. a. Xanthin2,3. Es ist dem Koffein und Nikotin verwandt, was die Suchtwirkung bei Fleischessern erklärt).

Von der Stillzeit bis zum Quarkjunkie

Das Wort „stillen“ beschreibt es also ganz richtig: Säuglinge werden mit Muttermilch beruhigt und oft schlafen sie gleich an der Mutterbrust ein. Auch wer als Erwachsener  Milchprodukte isst, genießt dabei das wohlige Gefühl des Geborgenseins. Entzugserscheinungen bei Drogenabhängigen lindert – dank des Casomorphins  – besonders Magerquark.4 Dem unbewussten Verlangen sei Dank!

Warum also darauf verzichten?

Dafür gibt es diverse Gründe: Während die Muttermilch ohne Luft- und Wärmezufuhr für den Aufbau des jungen Körpers  geeignet ist, kommt die artfremde Kuhmilch, ultrahocherhitzt, ­homogenisiert usw. mit  dem Luftsauerstoff in Berührung und hat kaum noch Enzyme, Vitamine oder organisch gebundene Mineralien.5 Nach dem Rohkostpionier Walter Sommer werden sogar folgende, angeblich unvermeidliche Kinderkrankheiten durch Milchkonsum verursacht: Milchschorf, Masern, Windpocken, Diphtherie, Scharlach, Pocken und Furunkulose.

Milch enthält Kalzium, ohne Zweifel. Und direkt der Mutterbrust entnommen, kommt der Nährwert natürlich voll zur Geltung. Das Kalzium der tierischen, also artfremden Milch wird allerdings von der in der Milch freiwerdenden Phosphorsäure gebunden, ja, Kalzium wird sogar dem menschlichen Körper noch entzogen, um diese Säure zu neutralisieren.6 Daher ist Milch ein Kalzium-Räuber und kein -Lieferant. Bei Milchkonsum steigt also das Osteoporoserisiko, auch Diabetes wird damit in Verbindung gebracht.

Des Weiteren ist zum Einbau von Kalzium in die Knochen Vitamin D notwendig. Während dieses Vitamin recht hitzestabil ist, reagiert es empfindlich auf Sauerstoff und Licht. Da Milch schon bei der Produktion mit dem Luftsauerstoff in Berührung kommt und im Milchshake oder anderen Zubereitungsarten nochmals eine „Sauerstoffdusche“ bekommt, sinkt der Gehalt an Vitamin D und trägt kaum zur Kalzium-Aufnahme bei.

Das Hervorheben dieses einen Mineralstoffs, des Kalziums, ist also nur ein Versuch der Milchwerbung, ein Alleinstellungsmerkmal zu erzeugen. In der Werbung bleiben allerdings die Wirkungslosigkeit des Milchkalziums und die schädliche Wirkung von artfremder und industriell verarbeiteter Milch – wenig erstaunlich – unerwähnt…french-cheese-217058_640

Fazit: Alles Käse! Milch schadet mehr, als dass sie nutzt. Sie macht abhängig und simuliert dabei frühkindliche Gefühle der Geborgenheit.

Tipp: Eine ganz einfache Milch-Alternative auf pflanzlicher Basis ist die Mandelmilch. Eine Handvoll Mandeln in Rohkostqualität, zum Beispiel von Keimling, auf einen halben bis ganzen Liter Wasser geben, mixen, fertig. Zum Süßen können Medjohl-Datteln in ­Rohkostqualität (auch von Keimling), Bananen oder anderes süßes Obst ­verwendet werden. Mit einem Teelöffel Bourbon-Vanille steigt der Glücksfaktor noch etwas mehr. Bon Appetit!

Mark Weiland


Quellen:
1 Greg Wadley u. Angus Martin: Die Ursprünge der Landwirtschaft
2 Urs Hochstrasser: Und wenn die Sucht uns heimsucht
3 Xanthin kommt auch in Wein, Kaffeebohnen, Kartoffeln, Teeblättern vor.
4 EU.L.E.n-Spiegel, Ausgabe 6/2008 1/2009
5+6 Walter Sommer: Die Milch als Ware