Die Sage als Überlieferung früher Himmelskunde

Vom Kampf gegen den Wasservogel und über den Drachenstich

Heimatforschung in Niederbayern

Die Sonne ist unser Lebensgestirn. Sie gibt Licht und Wärme und auf diese Weise die Nahrung und alles, was die Menschen zum Leben brauchen. In frühester Zeit wurde die Sonne deshalb als das göttliche Gestirn verehrt. Ihr alljährlicher Gang wurde am Horizont mit Steinen markiert: die Auf- und Untergänge der Winter- und Sommersonnenwenden, die Tag- und Nachtgleichen. Das waren die Stationen der Sonne. All dies wurde phantasievoll in der Kunst dargestellt mit Pferden, die den Sonnenwagen über den Himmel ziehen. Die Sonne war diesen Menschen, unseren Vorfahren, nicht nur der Ursprung des Lebens, aus dem alles entstanden ist. Sie war ihnen nicht nur der Motor des Lebens, der alle Kreisläufe in Bewegung hielt. Ihnen war die Sonne der sichtbare Ausdruck der Schöpferkraft, die ihnen alles gab, was sie zum Leben und zu ihrem Glück brauchten. Und sie gaben ihr dafür Ehrfurcht und Dank. Alle Kulte der Frühzeit, die Rituale und Kultspiele stellen den Gang der Sonne dar durch die vier Stationen des Jahres: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Sonnenreligion war d i e Religion der Frühzeit.

Aber die Sonne hat im M o n d einen Gegenspieler. Auch der Mond durchläuft vier Stationen in seinem monatlichen Gang um die Erde: zunehmender Halbmond, Vollmond, abnehmender Mond und Neumond. Der Mond durchläuft diese Stationen in einer viel auffälligeren Weise als die Sonne. Er macht in zwei Wochen z. T. größere Sprünge als die Sonne im halben Jahr. Der Vollmond steht der Sonne gegenüber. Während er im Sommer tief am Himmel steht, ist er im Winter ganz oben. Der Vollmond ist der Beherrscher des Winterhimmels ! Bedenken wir, daß im Polarkreis im Winter die Sonne wochenlang nicht aufgeht und im ganzen nördlichen Kulturkreis die Nächte sehr lang sind. Und in dieser Zeit ist der Vollmond der L i c h t b r i n g e r . Dieses wechselhafte Geschehen haben die Vorfahren aufmerksam beobachtet und in ihren Geschichten, Erzählungen – phantasievoll ausgekleidet – der Jugend weitergegeben.

Der Sommervollmond steht ganz tief am Himmel. Von Monat zu Monat steigt er höher, erreicht bei Herbstbeginn die Ekliptik (die scheinbare Bahn der Sonne) und gelangt danach ü b e r die Sonne und erreicht zur Wintersonnenwende seinen Höchststand. Dies bedeutete für die Menschen, daß der Lichtbringer der langen Nächte sich über das göttliche Gestirn erhob. In der bildhaften Denkweise empfand man den Aufstieg des Mondes als eine Anmaßung, die „bestraft“ werden mußte durch den Sturz nach seinem Höchststand am Himmel. Die Überlieferung (z.B. die Apokalypse) berichtet von „Luzifer“ als dem Lichtbringer und Gegenspieler Gottes und von seinem Sturz: „Und es war Kampf im Himmel … mit dem Drachen“. Das entspricht dem astronomischen Geschehen, das noch durch das allmonatliche Auf und Ab des Mondes (das Ringen mit der Sonne) dramatisiert wurde. – Im Volk wurde es Brauch, diese bedeutende Wende des Mondoberlaufes durch einen Kampf und mit einem Helden darzustellen. Das war der Drachentöter, der gegen das Ungeheuer (Drachenmond) kämpft oder Herkules oder der hl. Michael, der ewige Streiter für Gott. Nach der Wintersonnenwende geht es mit dem Vollmond wieder abwärts, bei Frühlingsbeginn gelangt er wieder unter die Ekliptik. Im Volksbrauch wurde der Sieg der unbesiegbaren Sonne in der Vertreibung des Winters gefeiert: der Drache (= Mond) wird getötet, Luzifer (= Mond) wird in die Tiefe gestoßen.

Die Vorgänge am (oder „im“) Himmel sind zum Teil sehr kompliziert. Erst wenn wir diese Vorgänge durch eigene Beobachtungen verstehen gelernt haben, können wir die Überlieferung und somit die Sagen, Märchen und das Brauchtum unserer Vorfahren verstehen. Es sind vier verschiedene Bewegungen zu beachten, die zusammenwirken, und das Geschehen am Himmel zunächst so schwer verständlich machen:
1. die tägliche Umdrehung der Erde
2. die monatliche Umkreisung des Mondes um die Erde
3. die Bewegung von Erde und Mond um die Sonne
4. der langsame Umlauf der Mondknoten (=die Schnittpunkte der Mondbahn mit der Ekliptik) um die Erde in 18,6 Jahren.

Das alles geschieht gleichzeitig. Es vermischen sich also kurz-, mittel- und langfristige Veränderungen der Mondstellungen. Und dieses Rauf und Runter, Vor und Zurück wiederholt sich jeden Monat. Der Mond wurde in früher Zeit als Drache (Ungeheuer) dargestellt, weil er beim Überschreiten der Ekliptik die Sonne verdecken kann (Sonnenfinsternis). In der Bildsprache der Vorfahren „frißt“ das Ungeheuer das Göttliche (die Sonne). Deshalb bezeichnet man diese Schnittpunkte der Mondbahn mit der Ekliptik (die Mondknotenpunkte) als Drachenknoten. Die Astronomie hat das Zeichen des Drachens übernommen. Der Drache ist das Zeichen für den Mond.

In Furth im Walde (Bay. Wald) wird alljährlich das „älteste deutsche Volksschauspiel“ geboten mit dem „Drachenstich“. Die Einheimischen verbinden historische Reminiszenzen aus der schlimmen Zeit der Hussitenkriege mit Sagenhaftem. Hierin aber verbirgt sich die Darstellung des Mondes in seinem dramatischen Gang durch den Jahreskreis. Der Drachenstich bedeutet das Ende des Drachenmondes im Frühling. Die Einheimischen wissen aber nichts mehr über den astronomischen Bezug zur Sage. Vielleicht wurden diese Vorgänge beobachtet über die drei Berggipfel in der Nähe: die Mitte Burgstall (976 m), im Nordosten der Hahnenberg (555 m) und im Nordwesten über die „Further Senke“ der Dachsriegel (826 m).

S c h i l d t h u r n (bei 84367 Zeilarn/Ndb.) ist ein Heiligtum der drei Bethen: Einbeth, Warbeth und Wilbeth. Sie sind die christianisierte Fassung der germanischen drei Nornen. Diese Schicksalsgöttinnen sind Sinnbilder der drei Zeitbegriffe: Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Schildthurn war schon lange vor dem Kirchenbau ein Ort der Zeitmessung und ein bedeutender, astronomischer Bezugspunkt. Von dort aus bestehen die Visuren (= Auf- und Untergangspunkte am Horizont) des Mondes zur Großen Mondwende nach Zimmern (mit der Kirche des Drachentöters), nach Wurmannsquick (mit dem Wappen des Drachenmondes) und der Kleinen Mondwende nach Kreuzhäusl-Thurnöd, die der Mond alle 9,3 Jahre abwechselnd einnimmt. Erst viel später wurden auf diesen heiligen, heidnischen Plätzen die christlichen Kirchen gebaut. Auch der Name gibt vielleicht Hinweis auf den Zusammenhang: „Wurm“ als die Schlängellinie des Mondes am Himmel. Durch genaue Angaben des Vermessungsamtes Pfarrkirchen und durch astronomische Berechnungen haben sich diese Zusammenhänge erwiesen. Wurmannsquick ist die Mondstadt, ähnlich wie in Frankreich Luneville („Mondstadt“ von lat. luna = der Mond) oder Lüneburg (die Mondburg mit der Mondsichel im Stadtwappen).

Die Überlieferung hat das Wissen – wenn auch bruchstückhaft und verworren – erhalten: so wird berichtet von einem historischen Spiel des „Wasservogel“ in Wurmannsquick, der in „einem Kampf in den Wassergraben gestoßen“ wird. Dieses Volksfest ist letztmalig 1953 veranstaltet worden. Das ist eine interessante Überlieferung, die vermischt wurde mit dem Pfingstritt und historischen Ereignissen (Hunnen- und Ungarneinfälle). Wenn man das davon trennt, kommt der „Drachenstich“ in veränderter Form zum Vorschein: das Ritual des Sturzes oder des Besiegens. Das Ungeheuer (der Wintervollmond) wird hier „Wasservogel“ genannt, weil es als „Vogel“ sich über die Sonne erhoben hat, aber im Kampf in den Wassergraben (in die Tiefe) gestoßen wird. Auch die Einheimischen in Wurmannsquick haben das Wissen darüber verloren. Sie wissen nichts von dem Bezug nach Schildthurn. Und sie verstehen nicht den komplizierten Gang des Mondes. Deshalb haben sie ihr Fest des Wasservogels vergessen.

Die Himmelskunde ist die älteste Wissenschaft. Sie ist die Wurzel unserer Kultur. In Europa stehen die ältesten Sternwarten der Erde (z.B. Stonehenge in Südengland). Es darf uns also nicht wundern, wenn wir astronomische Zusammenhänge aus der Frühzeit in unserer Heimat finden wie hier in Schildthurn-Wurmannsquick. Es gibt viele Hinweise auf Mondvisuren in unserem Land: z.B. der Wurmberg (bei Braunslage), Wurmberg (Württbg), Wurmlingen, Würmtal (die drei Bethen), Worms (die drei Frauen), Wormbach (die drei Jungfrauen Ambede, Worbede, Wilbede). Aber auch die vielen Orte des hl. Michael und die des St. Georg sind uralte Mondheiligtümer. Sie zeugen von Europas uralter, selbstgewachsener Kultur.

Literatur:

1) Ralf Koneckis „Mythen und Märchen“, Franckh- Kosmos-Verlag Stuttgart 1994 2) Heinz Kaminski „Sternstraßen der Vorzeit“, Bettendorfsche Verlagsanstalt München 1995 3) Karlheinz Baumgartl „Das Geheimnis der Schwarzen Madonna“, 1987, Kopie aus „Rätsel der Heimat“ im Eigenverlag

Über den Vegetarismus 2.Teil: Pecus – Pecunia

Der Vegetarismus ist eine beachtenswerte Lebensanschauung. Vegetarisch zu leben heißt zunächst auf Produkte vom getöteten Tier zu verzichten. Diese Einstellung wird verschieden begründet.

1) Der gesundheitliche Gesichtspunkt Ursprünglich war der Mensch Vegetarier. Er lebte von Pflanzen, Früchten, Samen, Wurzeln. Sein Gebiß und seine Organe sind in Jahrmillionen auf diese Ernährungsweise ausgerichtet. Zum Raubtier (Fleischgenuß) fehlen dem Menschen die Voraussetzungen. „Vegetabil“ heißt belebend. Der radikale Vegetarismus lehnt auch erhitzte (gekochte, gebackene) Nahrung ab, weil diese dadurch biologisch entwertet („inaktiviert“) wurde und somit nicht mehr optimal beleben kann.

2) Der ethische Vegetarismus Demnach hat der Mensch kein Recht Tiere auszubeuten und zu töten. Es besteht hierzu auch keine Notwendigkeit. Die Tiere gehören genauso in eine ökologische Ordnung wie alles in der Natur einschließlich der Menschen. Die Schlachthöfe und Tierversuchsanstalten sind Stätten der Grausamkeit gefühlloser und gedankenloser Menschen. Kein Kind würde solche Grausamkeit ertragen. Deshalb zeigen die fleischessenden Erwachsenen ihren Kindern solche Stätten nicht. Auch die Schulen meiden diese.

3) Der ökonomische Vegetarismus Merkwürdigerweise wird dieser Gesichtspunkt meistens ignoriert. Die Vegetarier selber stellen diesen Sachverhalt hintenan oder ignorieren ihn einfach. Der Grund dafür ist die politische Brisanz, die dieser Gedanke enthält. Davon soll hier besonders die Rede sein. Die Fleisch- und Viehwirtschaft ist die unwirtschaftlichste Form der Volkswirtschaft. Der Vegetarismus ist die wirtschaftlichste Form: von der Landfläche, die eine Kuh ernährt, kann man 10 Menschen ernähren. Rechnet man sich diesen Gedanken durch, dann kommt man zu dem verblüffenden Ergebnis, daß allein aus der Landfläche Bayerns g a n z D e u t s c h l a n d ausreichend und gesund ernährt werden könnte (!). Bedenkt man dazu die bessere gesundheitliche Verfassung der Menschen bei vegetarischer Lebensweise, so erkennen wir die ungeheure T r a g w e i t e für die Zukunft der durch Hunger und Krankheit bedrohten Menschheit. Der Vegetarismus ist eine echte Alternative, und man muß sich fragen, warum diese naheliegende Lösung nicht weltumgreifend angestrebt wird.

Die politische Brisanz dieses Gedankens wird offenbar: unser Grund und Boden wird weitgehend fehlgenutzt durch Anbau von Viehfutter und für die Nutzung als Weideland. So gesehen liegen die größten Teile der nutzbaren Flächen b r a c h und das seit langer Zeit. Nur ein winziger Teil der Bodenfläche wird intensiv für Gartenbau genutzt. Damit werden die Behauptungen der Politiker von „notwendigem Lebensraum“ oder von notwendigen Spenden für die Gebiete von Hungersnöten ad absurdum geführt. Die Nöte auf der Erde sind unnötig. Die Politiker täuschen uns bzw. sie verschweigen die Ursache, weil die meisten ohnehin am Fleischtopf hängen, oder weil sie wirtschaftliche Interessen verfolgen (z.B. die Banken, die Industrien). Die Ursache dieser skandalösen Fehlnutzung liegt in dem falschen B o d e n r e c h t . Und genau da liegt die politische Brisanz des Gedankens.

Mit dem Vieh wurde von je her das große und schnelle Geld gemacht. Durch das viele Fleisch, das man vermarkten konnte mit den vielen Folgeartikeln aus der Viehvermarktung wurden riesige Landflächen benötigt. Dafür wurde Wald gerodet, der Mensch und Tier Schutz geben könnte. Und damit wurden die Reichen immer reicher. Der Grundbesitz konzentrierte sich mit der Zeit auf immer weniger Menschen, die zu Großgrundbesitzern wurden. Und wer viel Grund hatte, der hatte die Macht. Und wer die Macht hatte, der übte Macht aus … ungeachtet vernünftiger und menschenwürdiger Lösungen. Pecus (lateinisch) heißt: das Vieh. Pecunia (lat.) heißt: das Geld.

Mit dem Tier wird auch heute das schnelle Geld gemacht. An der Fleisch- und Viehwirtschaft hängt ein ganzes Bündel von Industrien. Die gesellschaftliche Entwicklung führte zu einer Differenzierung. Mit der Technik wurden die Produktionen effektiver. Durch die Arbeitsteilung wurden die Verhältnisse undurchsichtig. Das Geldwesen erlaubte die Geldanlage im Grundbesitz. Die Großgrundbesitzer mit ihren eigenen Jagden und Verpachtungen benötigten nicht mehr unbedingt den Viehreichtum, praktischer für sie wurde nun die B ö r s e . Die Aktie ersetzte den Viehbesitz. Die Verhältnisse wurden immer verwickelter, aber die Basis ist geblieben: die Völker ernähren sich von Tierprodukten. Die daraus entstehenden Krankheiten werden behandelt mit pharmazeutischen Produkten, die durch Tierversuche (Vivisektion) entwickelt worden sind. Ein Riesengeschäft ! Dieser Mißstand ist inzwischen durchgreifend und hat Industrie und Gesellschaft geprägt. Man spricht kaum über den industrialisierten Tiermord, kaum über das Leid der Tiere, Schlachthöfe sind tabu, und man ignoriert den skandalösen Mißbrauch von Grund und Boden. Man schaue sich gründlich um in der Gesellschaft, wer mit was das Geld macht, woher das viele Fleisch kommt, und wohin die Subventionen fließen. Das unsagbare Leid der Tiere und die daraus resultierende Not der Menschen, … wen interessiert das ?

Heute ist der größte Grundbesitzer der westlichen Welt die Organisation, die man unter der Bezeichnung „römisch-katholische Kirche“ versteht. Die Männerbünde von Rom hatten sich zum Ziel gesetzt, ganz Europa zu missionieren. Und wer Europa beherrschte, der hatte die Weltmacht. Unter dem Deckmantel der christlichen Ideologie breitete sich der Kapitalismus aus, das Geldwesen und später das Bankenwesen. Der Anfang war der Viehreichtum und damit der übermäßige Anspruch auf Grundbesitz zum Nachteil der seit Generationen bodenständigen Gärtner und Bauern. Schon im 5. Jahrhundert war der Bischof von Rom der größte Grundbesitzer. Und über den Großgrundbesitz entwickelte diese Organisation mit der Zeit ihre Macht. Die Kirche und ihre Könige herrschten im Mittelalter willkürlich aus dieser Machtposition. Die Großgrundbesitzer „verliehen“ ihr Land gegen hohe Abgaben. Die eigentlichen Bearbeiter des Bodens, die Bauern, wurden zu Leibeigenen, zu Sklaven. Dieses Bodenrecht war ein römisches Recht, von Rom her war es importiert worden. Und das römische Bodenrecht ist die Grundlage der Versklavung der Völker.

Im alten Germanien hat es nie eine Sklaverei gegeben. Es gab das freie Bodennutzungsrecht, das den jungen Menschen kostenfrei das Land ermöglichte, aus dem sie das Lebensnotwendige erwirtschaften konnten. Die germanischen Markgenossenschaften verstanden sich nicht als Eigentümer an Grund und Boden, sondern nur als Verwalter (praktiziert noch im „Eiderstedter Landrecht“ auf Eiderstedt und den nordfriesischen Inseln bis zur Landvermessung 1872/73). Dieses bewährte, freie Bodennutzungsrecht wurde mit der Zeit geändert in das römische Bodeneigentumsrecht. Jetzt konnte man sich zwar Land kaufen, geriet aber dadurch in die Abhängigkeit der geldherausgebenden Mächte. Fast die ganze europäische Geschichte des Mittelalters stand unter der Gewalt der römischen Männerbünde. Sie entwickelten das Privileg des Bodeneigentums, das sie mit Waffengewalt verteidigen ließen. „Privileg“ kommt von lateinisch privare = berauben, stehlen und lat. lex, legis = das Gesetz. Privileg heißt demnach „gesetzliches Stehlen“. Den Unternehmen zur Anhäufung von Reichtum wurde ein religiöses Mäntelchen umgehängt. Die Menschen wehrten sich gegen das neue Bodenrecht. Überall in Europa kam es zu Bauernaufständen: in Rußland, Ungarn, Österreich, Deutschland, Frankreich, Niederlande, England, … und überall wurden diese brutal zusammengeschlagen, ihre Anführer umgebracht. Der Bauernkrieg ging letztlich verloren. Im 30-jährigen Krieg fiel der letzte Rest altgermanischer Siedlungsordnung. – Heute ist das römische Recht festgeschrieben.

Diese wichtigen Zusammenhänge werden allgemein ignoriert. Die Machtverhältnisse lassen die Vernunft nicht zu. Schon im „Dritten Reich“ wäre es möglich gewesen, sich darauf zu besinnen. Statt „Lebensraum“ im Osten zu fordern, wäre ein ökonomisch-vegetarisches Programm revolutionär-menschlich und vor allem realisierbar gewesen. Stattdessen hat man mit dem größten Grundbesitzer konkordiert, mit der römisch-katholischen Kirche. – Die Zeit nach den Kriegen ist erstrecht nicht an einer Bodenreform interessiert. Auch die politisch „Grünen“ ignorieren das gerechteste und gesündeste Wirtschaftssystem. Und wie steht es um die Frauenbewegung, die doch allen Grund hätte, natürliche Lebensgrundlagen zu fordern? Abgesehen von speziellen Forderungen der Frauen (z.B. das Recht auf Abtreibung ungeborenen Lebens) eifern die meisten Frauen nur den Männern nach und fördern damit den allgemeinen Irrsinn. Es geht ihnen um Geld und um Karriere. Es ist die volle Machtentfaltung der Männerbünde, die inzwischen alle Einrichtungen beherrschen, wo Geld gemacht wird, notfalls auch mit Hilfe der Frauen. Wir leben in einer Diktatur des Geldes !

Literatur:

1) Walter Sommer „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung, 1972, 512 S., Bezug hier (DM 52,50) 2) Karlheinz Baumgartl „Der erste Schritt aus dem Teufelskreis“, 1978, 41 S. (Kurzfassung von oben) 3) Infos 22, 30, 31, 32, alles hier zu beziehen.