Opium für’s Volk – Teil 1: Getreide: Unser täglich Brot, eine Droge?

bread-230134_640Zum Sattwerden reichen eigentlich Linsen, Kohl und Karotten völlig aus. Was aber füllt unsere Einkaufswagen wirklich? Nudeln, Brot, Wurst, Käse und Schokolade. Die Abkehr von einer gesund-natürlichen Ernährung ist allerdings keine neuzeitliche Erscheinung. Eine erste Veränderung der Nahrungsmittelzusammenstellung beim Menschen gab es bereits vor 10.000 Jahren mit Beginn der Sesshaftigkeit1: Statt Früchten, Nüssen, Gemüse, Wildkräutern, Wurzeln, Knollen und mancherorts auch Fleiscereals-98256_640ch übernahm nun das neu angebaute Getreide die Herrschaft über den steinzeitlichen Speisezettel. Was aber hatte das Getreide den Menschen Besonderes zu bieten? Die überraschende Antwort: Es macht nicht nur satt, sondern auch glücklich – weil es eine Droge ist. Das Gluten im Getreide, das Klebereiweiß, ist ein sogenanntes Exomorphin, ein waschechtes Opiat mit Suchtpotential. Diese Stoffe gleichen körpereigenen Substanzen, den Endorphinen (zum Beispiel Serotonin), die für Glücksgefühle und Schmerzlinderung vom Körper ausgeschüttet werden, beispielsweise bei Verletzungen, Extremsport und beim Fasten2. Gluten macht uns glücklich, entspannt und zufrieden, wirkt frust- und angstlösend und lässt eine angenehme Schläfrigkeit aufkommen. Wer kann da schon widerstehen?

Pharmakologisches Trostpflaster

Wie auch der Reis beglücken uns Getreidespeisen als pharmakologisches Trostpflaster beifood-4509_640körperlichem und seelischem Schmerz, so die Ernährungswissenschaftlerin Andrea Fock3. Zugleich ist die abhängig machende Wirkung der Exorphine als Sucht auf Brot und Pasta spürbar. Da bekommt der „gläubige“ Wunsch „Unser täglich Brot gib uns heute“ eine völlig neue Bedeutung.
Die „Droge“ macht nicht nur süchtig, sondern hat auch gesundheitliche Folgen. Das Enzym Amylase im Mundspeichel verwandelt die Stärkemoleküle von Schrippen und Gebäck in Einfachzucker. Der durch die Erhitzung beim Backen und Kochen entstandene Getreide-Kleister wird jedoch kaum noch ­verwandelt. Im Magen und Darm entstehen dann  durch die Gärung Kohlensäure und Alkohol. Die Folgen sind Kopfdruck, Schmerzen, Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut und Beeinträchtigung von Hirn- und Nerventätigkeit.

Instinktumgehung

bread-83242_640Nur: Warum schmeckt uns das, was uns so schadet, so unverschämt lecker? Das hängt vermutlich mit der primär positiven psychischen Wirkung zusammen. Was uns glücklich macht, das schmeckt auch gut, weil unsere Suchtstruktur „Nachschub“ haben will und uns dann clever einen Wohlgeschmack vorgaukelt. Unser Instinkt wird dabei nicht nur psychisch ausgetrickst, sondern kann auch auf der rein materiellen Ebene gekochte oder gebackene Getreideprodukte nicht als schädlich erkennen, weil durch die Erhitzung auf über 42°C die Molekülstrukturen verändert werden. Durch diese Veränderung entstehen teilweise völlig neue Stoffe, an die der menschliche Stoffwechsel sich im Laufe der letzten 10.000 Jahre – eine relativ kurze Zeit für die Evolution – noch nicht hat anpassen können.

Tipp: Probieren Sie einfach mal Brot aus Eicheln, Quinoa-Bananen-Pudding oder die Gourmet-Zucchini-Spaghetti von Boris Lauser (DVD „Die leckeren 12“ Teil 2).

„Flüssiges Glück“
(im Selbstversuch mehrfach getestet …)

70 g Cashewkerne in Rohkostqualität, z. B. von Keimling
3 Medjohl-Datteln in Rohkostqualität, z. B. von Keimling
1 gehäufter TL Bourbonvanille
0,5 l Wasser
zum Veredeln:
ein kleines Stück frischen Ingwers
1-2 EL Kokosmus von Dr. Goerg

In den Mixer. Mixen. Fertig. Lecker.
Genießen Sie es in Glückseligkeit


Quellen:
1 = Neolithische Revolution
2 Fasteneuphorie ist eine Folge von Endorphin-ausschüttung und nicht von Entschlackung.
3 EU.L.E.n-Spiegel, 6/2008 1/2009

Weiterführende Literatur:

Dr. med. Max Otto Bruker: Der Murks mit der Milch
Dr. Lutz: Leben ohne Brot
EU.L.E.n-Spiegel, Ausgabe 6/2008 1/2009
Guy-Claude Burger: Die Rohkosttherapie
Greg Wadley u. Angus Martin: Die Ursprünge der Landwirtschaft – Eine biologische Sichtweise und eine neue Hypothese, Australian Biologist, 1993

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Opium fürs Volk Teil 2 – Die Milch macht’s! Eine Milchmädchenrechnung?

Trinken Sie gern Mich? Kennen Sie den Jieper auf würzigen Käse? Läuft Ihnen das Wasser im Mund zusammen, wenn Sie an einen käseüberbackenen Auflauf denken? Sie werden überrascht sein, was hinter dieser Gier nach Milchprodukten steht.

Milch_01Bereits vor rund 8.000 Jahren, mit Beginn der Sesshaftigkeit1, haben Menschen nachweislich erstmals die Muttermilch anderer Spezies als Nahrung auf ihren Speisezettel gesetzt. Die Beliebtheit dieses Nahrungsmittels lag und liegt jedoch nicht nur im Sättigungswert: Wie das Getreide liefert die Muttermilch, auch die von Kühen, Ziegen, Schafen usw., ein Exomorphin – das Casomorphin. Es macht uns glücklich, entspannt und zufrieden, wirkt schmerzlindernd, frust- und angstlösend und lässt eine angenehme Schläfrigkeit aufkommen (Übrigens entsteht bei der Fleischfäulnis im Darm ebenfalls ein Exorphin, u. a. Xanthin2,3. Es ist dem Koffein und Nikotin verwandt, was die Suchtwirkung bei Fleischessern erklärt).

Von der Stillzeit bis zum Quarkjunkie

Das Wort „stillen“ beschreibt es also ganz richtig: Säuglinge werden mit Muttermilch beruhigt und oft schlafen sie gleich an der Mutterbrust ein. Auch wer als Erwachsener  Milchprodukte isst, genießt dabei das wohlige Gefühl des Geborgenseins. Entzugserscheinungen bei Drogenabhängigen lindert – dank des Casomorphins  – besonders Magerquark.4 Dem unbewussten Verlangen sei Dank!

Warum also darauf verzichten?

Dafür gibt es diverse Gründe: Während die Muttermilch ohne Luft- und Wärmezufuhr für den Aufbau des jungen Körpers  geeignet ist, kommt die artfremde Kuhmilch, ultrahocherhitzt, ­homogenisiert usw. mit  dem Luftsauerstoff in Berührung und hat kaum noch Enzyme, Vitamine oder organisch gebundene Mineralien.5 Nach dem Rohkostpionier Walter Sommer werden sogar folgende, angeblich unvermeidliche Kinderkrankheiten durch Milchkonsum verursacht: Milchschorf, Masern, Windpocken, Diphtherie, Scharlach, Pocken und Furunkulose.

Milch enthält Kalzium, ohne Zweifel. Und direkt der Mutterbrust entnommen, kommt der Nährwert natürlich voll zur Geltung. Das Kalzium der tierischen, also artfremden Milch wird allerdings von der in der Milch freiwerdenden Phosphorsäure gebunden, ja, Kalzium wird sogar dem menschlichen Körper noch entzogen, um diese Säure zu neutralisieren.6 Daher ist Milch ein Kalzium-Räuber und kein -Lieferant. Bei Milchkonsum steigt also das Osteoporoserisiko, auch Diabetes wird damit in Verbindung gebracht.

Des Weiteren ist zum Einbau von Kalzium in die Knochen Vitamin D notwendig. Während dieses Vitamin recht hitzestabil ist, reagiert es empfindlich auf Sauerstoff und Licht. Da Milch schon bei der Produktion mit dem Luftsauerstoff in Berührung kommt und im Milchshake oder anderen Zubereitungsarten nochmals eine „Sauerstoffdusche“ bekommt, sinkt der Gehalt an Vitamin D und trägt kaum zur Kalzium-Aufnahme bei.

Das Hervorheben dieses einen Mineralstoffs, des Kalziums, ist also nur ein Versuch der Milchwerbung, ein Alleinstellungsmerkmal zu erzeugen. In der Werbung bleiben allerdings die Wirkungslosigkeit des Milchkalziums und die schädliche Wirkung von artfremder und industriell verarbeiteter Milch – wenig erstaunlich – unerwähnt…french-cheese-217058_640

Fazit: Alles Käse! Milch schadet mehr, als dass sie nutzt. Sie macht abhängig und simuliert dabei frühkindliche Gefühle der Geborgenheit.

Tipp: Eine ganz einfache Milch-Alternative auf pflanzlicher Basis ist die Mandelmilch. Eine Handvoll Mandeln in Rohkostqualität, zum Beispiel von Keimling, auf einen halben bis ganzen Liter Wasser geben, mixen, fertig. Zum Süßen können Medjohl-Datteln in ­Rohkostqualität (auch von Keimling), Bananen oder anderes süßes Obst ­verwendet werden. Mit einem Teelöffel Bourbon-Vanille steigt der Glücksfaktor noch etwas mehr. Bon Appetit!

Mark Weiland


Quellen:
1 Greg Wadley u. Angus Martin: Die Ursprünge der Landwirtschaft
2 Urs Hochstrasser: Und wenn die Sucht uns heimsucht
3 Xanthin kommt auch in Wein, Kaffeebohnen, Kartoffeln, Teeblättern vor.
4 EU.L.E.n-Spiegel, Ausgabe 6/2008 1/2009
5+6 Walter Sommer: Die Milch als Ware