Walnüsse
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Immer wieder taucht die Frage auf: Was ist mit der Milch ? So wurde ich auf der Tagung in Freudenstadt gefragt, warum lehnen Sie die Milch so energisch ab, da doch der Wert der Milch

Immer wieder taucht die Frage auf: Was ist mit der Milch ? So wurde ich auf der Tagung in Freudenstadt gefragt, warum lehnen Sie die Milch so energisch ab, da doch der Wert der Milch auch von den Lebensreformern und Naturheilbeflissenen so sehr empfohlen wird und doch kaum aus der Ernährung des Volkes wegzudenken ist.

Alle mit der Milchwirtschaft zusammenhängenden Fragen werden immer wieder erörtert und werden von immer neuen Gesichtspunkten aus betrachtet und die Milch wird mehr und mehr empfohlen. Aber an eines hat man dabei nicht gedacht. Die Milchfrage ist doch nicht nur eine gesundheitliche Angelegenheit der Ernährung, sondern sie ist das bestimmende Moment der volkswirtschaftlichen Grundlage aller Kulturvölker. Es haben Menschen Jahrtausende auf Erden gelebt, ohne daß uns über ihre Kultur und Lebensweise auch nur das geringste bekannt ist. Man versucht durch Ausgrabungen an vorgeschichtlichen Wohnstätten, die heute als unterste Kulturschicht ausgegraben werden, oder durch Erforschung der Moorfunde und Urnengräber sich ein Bild zu machen, wie diese Menschen wohl gelebt und wie sie sich ernährt haben. Wissen tun wir modernen Menschen über diese ganzen Zusammenhänge trotz aller Forschungsarbeiten so gut wie nichts. Erst mit dem Erscheinen des Rindes und der Kuh beginnt sich das Geheimnis der menschlichen Kultur vergangener Zeiten für uns zu lüften. Mit der Kuhzucht zur Fleisch- und Milcherzeugung beginnt die Geschichte der Kulturvölker von der Antike bis heute. Sie läßt sich kurz und bündig in den 5 Worten der Überschrift ausdrücken. Wer einige Phantasie und kulturgeschichtliche Kenntnisse hat, wird sich leicht einen Vers aus dem Zusammenhang der Worte machen können: Wald – Axt – Kuh – Pflug – Wüste. Es ist der Weg der Kulturvölker, die da glauben, ohne Fleisch und Milch, d.h. ohne Viehzucht, nicht auskommen zu können.

Was sich vor der Entwicklung der Viehzucht zur Fleisch- und Milcherzeugung unter den Menschen abgespielt hat und welche Katastrophen im Erdenleben die zu der damaligen Zeit lebenden Menschen aus innerer Gewissensangst zwang, den Zustand der natürlichen Lebensfreudigkeit mit dem Zustand der inneren Angst vor möglichen Gefahren zu vertauschen, das können wir wohl ahnen, aber niemals erforschen. Nur die Geschichte der fortlaufenden Entwicklungsstufen der Erdenbewohner unter dem Einfluß des jeweils herrschenden Sternzeitalters gibt uns die notwendigen Hinweise, die in diesen Schriften immer wieder als der innere Ursprung der Geschichte der Kulturvölker aufgezeigt wurden. Das Unheil begann zu der Zeit, als im großen Weltenjahr vor nunmehr wohl 10- bis 12-tausend Jahren ein Ereignis über die Erde hereinbrach, durch das alles vorher Bestehende ausgelöscht wurde und alles Leben von neuem beginnen mußte. Die Urgeschichte der Menschheit deutet diese Katastrophe an als die alles Leben vernichtende Flut. Wenn diese Andeutung stimmt, dann können wir uns wohl eine Vorstellung davon machen, in welcher Angst, in welcher schrecklichen Furcht vor einer Wiederholung dieses unerwarteten und unbegreiflichen Unheils die Überlebenden gestanden haben müssen. Von nun an wurden zur Abwendung kommenden Unheils Zwiesprachen in der Form von Gebeten oder Beschwörungen gehalten je nachdem, ob man die guten “Götter zum Beistand bitten möchte oder die bösen “Geister” abzuhalten oder zu vertreiben suchte. Aus dieser Angst entwickelte sich der religiöse Opferkult.

Mit dem Fortschreiten der zeitlichen Entwicklung im Weltenumschwung des Fortschreitens der Equinoxe (Äquinoktien = die Tag-und-Nachtgleichen im Jahreskreis, d.Hg.) kam der Geist der Menschen unter den Einfluß des Weltzeitalters im Zeichen der Zwillinge. In dieser Zeit bauten die Menschen ihre Vorstellungswelt über den Einfluß der “bösen und der guten Götter” als Dualismus weiter aus und töteten Menschen als Opfer zur Umstimmung der Götter und Geister, die in der dualistischen Weltanschauung unter dem Einfuß der “Zwillinge” für alles Unheil verantwortlich gemacht wurden. Auch diese dualistischen Vorstellungsgebilde haben sich im religiösen Erbgut des menschlichen Geistes erhalten und können auch unter hoch entwickelten Kulturvölkern immer wieder beobachtet werden.

Fortschreitend kam die Menschheit unter den geistigen Einfluß des Stierzeitalters. In dieser Zeit beginnt die uns bekannte Geschichte der Kulturvölker im Zeichen des Stieres im Umschwung des großen Weltenjahres, das durch eine kreisende Bewegung der Pole der Erdachse bestimmt wird und sich jeweils in einer Zeit von ca. 25.800 Jahren vollendet. Dieser Himmelsumschwung ist bekannt als die “Progression der Equinoxe”. Wir wissen aus vorliegenden spärlichen Berichten, daß zu Beginn dieses Zeitabschnittes in der Geschichte der Menschheit die Oberfläche der Erde mit Ausnahme weniger Gegenden von dichtem, teilweise undurchdringlichem Baumwuchs, von Wäldern mit dichtem Unterholz bedeckt war. In den Lichtungen der Wälder siedelten die Menschen, die dann in besonders fruchtbaren Flußtälern zu geschlossenen Völkerschaften heranwuchsen. Sie lebten und ernährten sich wie ihre Vorfahren von den Früchten der Bäume und Sträucher und den süßen Gemüsen und Wurzeln, die sie entdeckten und sammelten und nach und nach in gärtnerischen Anlagen anbauten. Im Zeichen des Stieres aber wechselten die Opferbräuche, wie oben gezeigt. Der Stier wurde das heilige, den Göttern geweihte Tier. Dieser heilige Stier wurde statt der Menschen im Zeichen der Zwillinge den Göttern geopfert, um Vergebung für begangene Sünden zu erhalten und dadurch kommendes Unheil abzuwehren. Im religiösen Kult der Israeliten und der später folgenden Juden bis zur Zeit Jesu wurden am großen Versöhnungstage im Tempel vier makellose Stiere geopfert. Aus der sumerischen, der syrisch-babylonischen und auch der ägyptischen Geschichte sind uns zudem die Altäre mit den Darstellungen der Stieropfer und die Standbilder der heiligen Stiere bekannt. Vom Opfer aber aß der Oberpriester, seine Beigeordneten und seine Tempeldiener, die das Schlachten der Tiere besorgten. Aus dem Opfermahl entwickelte sich dann der Glaube an die kraftgebende und geisterhebende Ernährung vom Fleisch der geheiligten Stiere.

Der Stierkult entwickelte sonderbare Blüten im Morgenland, der Wiege der modernen Kulturvölker, deren Kultur sich auf Ackerbau und Viehzucht gründet. So stellten sich zu der Zeit die Kulturvölker des Orients die Erde als Stier vor, auf dessen Rücken sich das Leben abspielte. Aus dem Fell resp. aus den Haaren erwuchs das Getreide, und alles andere wurde irgendwie sinnbildlich in das Leben und die Gestalt des Stieres hineingedacht. Mit anderen Worten: Die ganze Kultur der dort lebenden Völker und der aller anderen Völker auch (die heiligen Kühe Indiens) erwuchs aus dem religiösen Opferkult der damaligen Zeit und der Glaube an die kraftgebende Wirkung der zum Nutzen der Menschen geopferten Stiere, d. h. der Rinderkult beherrschte das Geistesleben der Völker. Das Fleisch der Rinder und die Milch der Kühe wurde die begehrte Speise der Menschen. Um das Rind drehte sich im Sternzeitalter des Stieres der Geist der Menschen. Damit begann die Viehzucht und besonders die Rinder und Kuhzucht.

Nun beachten wir bitte: Die Erde war überzogen von einer dicken Decke grüner Wälder mit teilweise dichtem Unterholz. Alle Berge und Hügel waren bis an die Schneegrenze von Bäumen und grünendem Gewächs bedeckt, so daß die Sonne nirgends mit ihren brennenden Strahlen den Boden selbst erreichen konnte. In diesen Wäldern aber konnte die Rinderzucht nicht vorangetrieben werden, die mit der wachsenden Bevölkerung Schritt halten mußte und immer weiter ausgebaut wurde. So mußte der Wald fallen. Der Schlag der Äxte dröhnte durch den Wald und die stürzenden Bäume fielen mit krachendem Klageruf zur Erde. Der gerodete Wald wurde zur wunderbaren Weide für das Vieh und ernährte seinen Mann. Das Holz der Wälder aber diente zum Bau der Häuser und Wohnstätten und später zum Bau der Paläste und Tempelheiligtümer. Der Wald wich der Axt, damit die Kuh fette Weide fand. Aber bald genügte die Weide allein nicht mehr, es fehlte oft in den schlechten Jahreszeiten an Futter und man begann in der Voraussicht auf Mangelzeiten, Futter anzubauen. Das war der Beginn der Ackerkultur mit Pflug und Egge zur Fortführung der Viehzucht und damit auch zur Milchgewinnung.

Wir müssen uns an den Ursprung in der Vorstellungswelt der Menschen zurückdenken, um den ungeheuerlichen Anachronismus des Glaubens der Kulturvölker an die kraft- und gesundheitgebende Wirkung der Fleisch- und Milchnahrung zu versetzen. Diesen Anachronismus des Glaubens im Geist der Menschen gilt es zu überwinden, wenn es wieder einen wirklichen Frieden auf Erden geben soll, nicht einen Frieden der vorübergehenden Waffenruhe, sondern einen wirklichen Gottesfrieden, unter deren Schutz jeder sein friedliches Auskommen hat und der Krieg und jede Gewaltanwendung ihren Sinn verloren haben werden.

Wo die Axt den Wald vernichtet und die Fruchtbarkeit des Landes der Viehzucht geopfert wird, da beginnen die sengenden Strahlen der Sonne die Erde auszudörren und das Grundwasser sackt ab. Solange nun das Vieh in reiner Weidewirtschaft gehalten wurde, solange blieb wenigstens die grüne fest verwachsene Grasnarbe erhalten. Aber die Weidewirtschaft genügte auf die Dauer nicht, und so kam es zur Ackerbaukultur zur Erlangung von Viehfutter. Hand in Hand mit der sich schnell entwickelnden Viehzucht und der Ackerbaukultur zur Erlangung der begehrten scheinbar kraftgebenden Fleischspeise und der nicht mehr wegzudenkenden Milch ging eine immer größer werdende Verachtung der bisher üblichen, aus der ursprünglich gesammelten Waldnahrung entwickelten Gartenkultur mit ihrem reichen Segen an Gemüsen aller Art und ihren Baumund Beerenfrüchten. Die Enge des Gartens mußte der Weite der Viehweiden und der weitflächigen Ackerkultur weichen.

Der Garten wurde mit seinen wunderbaren, dem Menschen in natürlicher Weise angepaßten Gemüsen und Früchten verkleinert zu Gunsten der Ackerkultur und der Viehzucht. Mit der Ackerkultur entdeckten die Menschen die Tatsache, daß gewisse Gräser besonders große Körner hervorbrachten. Diese wurden als Speise probiert. Aber sie erwiesen sich als zu hart. So zerstieß und vermahlte man die Körner zwischen zwei Steinen, vermischte das entstehende Mehl mit Wasser und ließ den Teig erst in der Sonne und später im mit Holz geheizten Ziegelofen backen. So entstand als Folge der Viehzucht die Brot- und Getreidenahrung. Mit dieser Neuentdeckung einer scheinbar guten Ergänzung der begehrten Fleischspeise und der Milch in Form von Brot und von oft in Milch gekochten Getreidespeisen begann das Geschick der Menschen die Wendung ins Verderben zu nehmen. Der Fluch, der auf dem Acker liegt, begann sich mit der wachsenden Bevölkerung immer verhängnisvoller auszuwirken. Je mehr Fleisch und, Milch verlangt wurde, desto mehr Wald mußte geschlagen werden, um die Weide- und Ackerfläche vergrößern zu können. Mit dem dadurch versickernden Grundwasser und der auf den abgeernteten Acker brennenden Sonne verlor die Erde in der immer wieder aufgebrochenen Ackerfurche ihre ursprünglich unversiegbare Fruchtbarkeit, und immer mehr Waldland mußte gerodet werden, um Fleisch, Brot und Milch erzeugen zu können. Damals entdeckte man dann zur Anregung der Fruchtbarkeit den Tiermist, aber der einseitig versäuernd wirkende Tiermist konnte auf dem mehr und mehr ausgelaugten Ackerland die Mineralstoffe des Bodens nicht ersetzen, die ohne die rege Bodengare des Waldes und des Gartens nicht aufzuschließen sind. So versteppte der Acker, und bald brachte er keine ausreichenden Ernteerträge mehr. Das auf die Berge und Hügel sich ausdehnende Weideland aber ließ unter den brennenden Strahlen der Sonne die Höhenzüge mehr und mehr verkarsten, und der Orient verwandelte sich unter dem Pflug des Ackerbauers und der Viehzucht Im Laufe der Jahrhunderte in eine wasserlose Wüste, in der weder Mensch noch Tier leben konnten.

Das ist in kurzen Worten das Geschick der orientalischen Kulturvölker. Während dieser langen Entwicklungszeit von der Gartenkultur inmitten waldreicher Gebiete, die sich bis auf die Berge hinzogen und die Erde bedeckten, bis zur Wüstenbildung der einst fruchtbaren Landschaften erwuchsen die Scheinkulturen und die Blütezeiten der Kulturvölker mit ihrem hochgetriebenen Egoismus, mit der Verherrlichung des Reichtums an Rindern und mit ihren Kriegen und Verbrechen am Volke, um mehr Land zur Rinderzucht beherrschen zu können. Es entwickelten sich aus dieser Kultur und ihrer Ernährungsgrundlage die Krankheiten und Gebrechen, an der ganze Völkerschaften zu Grunde gegangen sind, mit all den Torheiten, den Beschwörungsformeln und der Fetischanbetung in dem Versuch, die Krankheiten zu heilen und ihnen die Schrecken zu nehmen. Das Zeichen all dieser Kulturen aber ist bis auf den heutigen Tag die vollständige Fehlentwicklung in gesundheitlicher Beziehung. Ist es doch bekannt, daß mit der Scheinblüte der Kulturentwicklung die Vermehrung der Krankheiten und Gebrechen Hand in Hand geht, und die Krankheitserscheinungen mehr und mehr unheilbar werden.

Aber die Zeit schreitet weiter, der Frühlingsanfangspunkt im Himmelsumschwung wandert weiter und erreicht das Zeichen des Widders, und wieder ändert sich die Geisteshaltung der Menschen. Der Widder oder das Lamm wird zum heiligen Opfertiere. Aber- dieses Zeichen gewinnt nicht die Kraft, die Geisteshaltung, unter dem Zeichen des Stieres zu brechen, so geht denn der Kuhkult weiter, ergänzt durch Schafzucht. In dieser Zeit beginnen die orientalischen Kulturvölker nach dem Überschreiten ihrer Hochblüte dem Untergang entgegenzugehen und zu verfallen. Die mittelmeerländischen Kulturvölker beginnen die Orientalen abzulösen. Diese übernehmen mit der Kuhkultur auch die nur im Weidegang mögliche Schafzucht von den Orientalen. Die Entwicklung nimmt deshalb den gleichen Verlauf.

Die nach neuen Wohnsitzen suchenden Eindringlinge aus dem Norden, die hellen Nordgermanen, die über Süddeutschland zur Landsuche aufgebrochen waren, überwinden die Urbewohner der Balkanhalbinsel mit Waffengewalt und erniedrigen diese zu Heloten, d. h. zu Pächtern und Bearbeitern des Landbesitzes, den die Eroberer unter ihre führenden Familien verteilen. Sie übernehmen die Kuhkultur von den Orientalen und ergänzen diese durch die im Weidegang gehaltenen Schafherden.
Das bedeutet wiederum die Vernichtung der Wälder und Gärten zugunsten der großflächigen Weide- und Ackerkultur. Zu Beginn dieser aufgehenden Blütezeit der Hellenen oder Griechen der Antike hausten in den Wäldern genau so wie auf der Apeninnen-Halbinsel, dem heutigen Italien, und im ganzen Mittelmeergebiet Löwen, Tiger und Raubkatzen, Bären und Wölfe, die sich an dem Wildreichtum gütlich taten. In der Blütezeit der Antike besingt Homer zwar noch die rauschenden Eichenwälder Griechenlands, aber dann setzt der Kampf um Nahrung und Erhaltung gegen die persischen Heere ein und der Wald wird ein Opfer zugunsten des Baues der Kriegsflotte. Auf Grund dieser Flotte wird Griechenland zum Handelsvolk, um der beginnenden Nahrungssorgen bei wachsender Bevölkerung und absinkender Fruchtbarkeit der entwaldeten Landschaft Herr zu werden. Es kommt, wie es kommen muß: Aus den Bürgerkriegen sich befehdender Stadtstaaten erzwingt der makedonische Fürst das Königtum, doch mit dem Siegeszug des jugendlichen Alexander endet die Blütezeit der Hellenen. Die Verkarstung und Verödung des Landes als Folge der Rinder- und Schafzucht läßt das Land verarmen, und die nicht wieder erreichte Entwicklung von Kunst und Wissenschaft beginnt zu veröden.

Eine ganz ähnliche Entwicklung sehen wir in Rom. Auch dort beginnt der geschichtliche Werdegang mit der Eroberung des Landes durch nordische Eindringlinge, die mit der Rinderzucht Bekanntschaft machen und die Weidewirtschaft und den Ackerbau der Orientalen übernehmen. Das römische Staatswesen nimmt seinen Anfang mit der Festsetzung der Acker- und Landbesitzrechte der Eroberer, die ursprünglich im Orient entwickelt wurden. Der Waldreichtum der Apeninnen-Halbinsel war damals noch unermeßlich, ja selbst als Hannibal mit seinem Heere über die Alpen vorstieß, um die beginnende Herrschaft der fühlbar werdenden Nebenbuhler im Mittelmeergebiet zu überwinden, mußte er sich durch den undurchdringlichen Urwald der Po-Ebene seinen Weg bahnen. Aber schon einige Jahrhunderte später, zur Zeit der Christenverfolgungen, zeigten sich die Folgen der Entwaldung. Sie hatten damals schon derartige Ausmaße erlangt, daß Getreide und Ackerbau nicht mehr möglich war. Das Land wurde unter der Herrschaft der Latifundienbesitzer im goldenen Zeitalter der Cäsaren nur noch im Werdegang genutzt, bis auch das kaum noch möglich war, da die verkarstenden Gebirgszüge mit der Zeit ganz verödeten. Sie sind in diesem Zustand bis heute geblieben. Der Glaube an die Kraft und Weisheit gebende Wirkung des Fleisches der Rinder und der Milch der Kühe wirkt sich im Fluch über den Acker immer in der gleichen Weise aus.

Wald – Axt – Kuh – Pflug – Wüste … sind die Wege der Kulturvölker, die im Anachronismus ihrer Zeit am religiösen Aberglauben des Stierzeitalters hängen geblieben sind und es sogar noch fertig bringen, diesem Glauben eine wissenschaftliche Grundlage anzuhängen. Inzwischen ist die Zeit vorangeschritten, das Zeitalter des Lammes wurde überwunden durch die Zeit der Fische im großen Weltenumschwung. Im religiösen Leben der Menschheit wurde der Fisch die geheiligte Fastenspeise der Christenheit. Aber der Anachronismus im Glauben an die Segnungen des Rindfleisches und der Kuhmilch geht weiter und fordert täglich seine Opfer. Die Menschen sind inzwischen blind und taub geworden gegen die Verwüstung ihrer Gesundheit und die Vernichtung der Fruchtbarkeit der Mutter Erde durch ihre sinnlos gewordene Ernährung.

Weiter schritt der Zeitenumschwung im Weltall. Mit dem heraufkommenden Sternzeichen des Wassermannes erschließen sich dem Menschen die Quellen der Tiefe in seinem Gewissen und in seinem Geistes- und Glaubensleben. Er sieht wohl den Anachronismus der übernommenen, in Satzung und Dogma geprägten Glaubenslehren der Kirchen und Sekten, aber er findet sich noch nicht hinein in die neue Zeit. Sein Geistesleben wird zur Zeit zu sehr geblendet von den Errungenschaften der Technik und der Industrialisierung, die mit dem Umschwung der Zeiten im Sternzeichen des Wassermannes ermöglicht wurde. Er weiß noch nicht, wie diese Industrialisierung sein körperliches und geistiges Leben auszuhöhlen im Begriff ist, das zudem durch seine anachronistische, allen Naturgesetzen hohnsprechende Ernährung gesundheitlich schwer geschädigt wird. Die Nahrungsnot aber wird mit der wachsenden Bevölkerung bei Fortsetzung der Acker- und Weidewirtschaft als Kulturgrundlage trotz aller technischen Errungenschaften nicht mehr zu überwinden sein.

Wann wird der moderne Mensch des Wassermannzeitalters hellfühlig genug werden, um sich aus dem Blendwerk der technischen Industrialisierung zu retten und seine mehr als altertümliche Ernährungsweise mit Rindfleisch, Milch und Schweinefleisch, ergänzt durch Brot und Dosengemüse, als das zu erkennen, was sie in Wirklichkeit ist, nämlich der Zerstörer seiner Gesundheit und der Vernichter der Fruchtbarkeit der Erde, von der er leben und sich ernähren muß ? Wie lange noch werden die “ethischen Vegetarier” mit ihrer “lacto-vegetabilen” Kost der Kuhzucht und damit der Zerstörung der Fruchtbarkeit der Mutter Erde Vorschub leisten ?

[ssba]
Walter Sommer

Walter Sommer

Walter Sommer (1887 - 1985) war als veganer Rohköstler der stringenteste und nicht beirrbare unter den Vegetariern. Er ging den Dingen wahrlich auf den Grund und formulierte die unbequemsten Konsequenzen einer vegan-rohköstlichen Ernährung. „Schaff Dir einen eigenen Garten an!“ war stets sein Leitmotiv. Sein Werk ist uns in Form seines berühmten Buches “Das Urgesetz der natürlichen Ernährung” und seinen beiden kritischen Vorträgen “Brot- und Getreidenahrung” und “Die Milch als Ware” überliefert worden. Walter Sommer, der schon als Kind kränkelnd war und sich seelisch unzufrieden fühlte. Doch so sehr sein Thema auch die natürliche Ernährung mit Rohkost war, es ging ihm um viel mehr als nur um‘s Essen. Ihm lag auch die geisti ge Gesundheit am Herzen, denn „Es kann auf Dauer kein gesunder Geist in einem kranken Körper wohnen.“ Zudem war Sommer auch Germanenforscher und beschäft igte sich mit dem römischen Bodenrecht, das bis heute Bestand hat. Er wies immer weider auf die Bedeutung des Bodennutzungsrechts in Zusammenhang mit der Selbstversorgung hin. Pionier der Reformbewegung Keiner der bekannten Philosophen oder Reformer hat das Leben und dessen ständige Bedrohung durch Irrtum und Lüge so gründlich und umfassend angesprochen wie dieser Mann. Nur wenige Menschen kennen ihn und sein Werk. In „Der Vegetarier” (1/1977) schrieb Dr. A. Skriver: „Walter Sommer war der radikalste Reformer unter den Vegetariern. Er entwarf schon ein Vegan-System, als noch keiner von uns daran dachte.” „Nach der Überwindung des Kannibalismus und der Verwerfung des Menschen- und Tieropfers muß die Abschaffung der gesamten barbarischen Fleisch-, Milch- und Futterwirtschaft im Sinne von Walter Sommer die nächste Stufe sein”. Walter Sommer gründete 1924 in Ahrensburg/Holstein einen Verlag für Schriften zur Lebensreform und ein Versandgeschäft für Früchte, Nüsse, Honig und ähnliche Produkte. Seither verschickte er regelmäßig die „Lichtheilgrüße”. Seine Lieferlisten beinhalteten immer auch tiefgründige Aufsätze über die fragwürdige Lebensweise der Menschen mit durchaus realisierbaren Vorschlägen. „Schafft Euch einen Garten an, und Ihr werdet frei !”, mahnte er. - Seit 1950 folgten die Monatshefte und die „Hausnachrichten”, die er bis 1981 veröffentlicht hat. Sein Hauptwerk ist „Das Urgesetz der natürlichen Ernährung“. So hat er vielen Menschen zu Gesundheit und Lebensglück verholfen.

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