Walter Sommer Special

Walter Sommer (1887-1985)
Revolutionär, Vorbild und erster veganer Rohköstler

"Ich hatte das Glück 9 Jahre mit einem Mann arbeiten zu können, den ich als mein Vorbild und – rückblickend – als einen der bedeutendsten Denker schätze." schreibt Karlheinz Baumgartl "Keiner der bekannten Philosophen oder Reformer hat das Leben und dessen ständige Bedrohung durch Irrtum und Lüge so gründlich und umfassend angesprochen wie dieser Mann: Walter Sommer. November 1985. Geboren als Sohn eines Bauunternehmers in Rendsburg (Holstein), verbrachte er dort seine Kindheit und Jugend. Wegen falscher Ernährung und aufgrund eines Impfschaden durch seine Erstimpfung war er ein schwächliches Kind und in der Schule galt er als geistig gehemmt. Im Alter von 12 Jahren erkrankte er an Enzephalitis (Gehirnfieber), kurz nach seiner Zweitimpfung. Nach mehrtägiger Bettlägerigkeit erholte er sich wieder und auch seine schulischen Leistungen verbesserten sich enorm. Er wurde Klassenbester.

Walter Sommer mit 40 (Zeichnung)

Walter Sommer mit seinem Hauptwerk "Das Urgesetz der natürlichen Ernährung"

Walter Sommer mit seiner Frau Hanna, September 1980

Seine Ausbildung zum Elektrotechniker schloß er mit dem Technikum in Rendsburg ab.
Viele gesundheitliche Einschränkungen machten ihm das junge Leben sehr schwer: Schwächeanfälle durch seinen niedrigen Blutdruck, brüchige Zähne, Haarausfall, Hämorrhoiden, Becken- und Rückgradschäden, sowie ein Leistenbruch in Folgen eines Berufsunfalls und schließlich ein Herzinfarkt mit 22 Jahren. Blutarmut und Bleichsucht (Anämie durch Eisenmangel) suchten ihn stets im Frühjahr heim. Seine berufliche, seelische und gesundheitliche Unzufriedenheit war groß. Nach einer schweren beruflichen Enttäuschung hatte er eine Entrückungs- und Berufsvision. So begann er sich neben den gesundheitlichen Themen auch mit ethisch-religiösen Inhalten zu beschäftigen. Nach einer Begegnung mit dem Theologieprofessor Adolf Schlatter in Tübingen, der ihm in seiner väterlichen Güte rät, sich in den USA zum Prediger ausbilden zu lassen, bereiste er 1908 als Prediger die Vereinigten Staaten und beschäftigte sich in Chicago mit den Schriften der Rohkostpioniere Arnold Ehret (1866-1922), Louis Kuhne (1835-1907), Adolf Just (1859-1936) und Arnold Riki. Er schloß daraus, dass die natürliche menschliche Nahrung aus Früchten, Gemüse, Nüssen und Samen besteht. Sofort begann er mit dem Selbstexperiment und schon nach 3 Wochen verschwanden seine Hamorrhoiden und nach einem halben Jahr auch sein angeborenes Rückenmarksleiden. Aber er magerte auf 50 kg (bei 1,62cm Körpergröße) ab und sah sehr kränklich aus.

Er hat es in Amerika weder zum Millionär, noch zum Priester geschafft. Doch erlangte er viele wichtige Erkenntnisse für sein ganzes Leben. Die wirtschaftliche Situation in den USA wurde sehr schwierig und Walter Sommer erhielt die Nachricht, dass sein Vater schwer erkrankt war. Er beschloss daher nach Deutschland zurück zu kehren. Als er im Sommer 1927 wieder in seiner Heimat war, stieß er auf das Buch von Dr. George J. Drews: "Unfired Food and Tropho-Therapy". Darin entdeckte er den "Stein der Weisen" in Sachen Ernährung, den Bibelvers Genesis 1,29-1,30: "Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch gegeben alles samenbringende Kraut, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an welchem samenbringende Baumfrucht ist: es soll euch zur Speise sein; und allem Getier der Erde und allem Gevögel des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in welchem eine lebendige Seele ist, habe ich alles grüne Kraut zur Speise gegeben." In diesem Bibelvers erkannte Sommer das "Urgesetz der natürlichen Ernährung" und im Fleischverzehr sah er den Sündenfall. Er formulierte seine Kernaussage daraus:

Originaltext Walter Sommers

„Der Mensch ist ein Geisteswesen, ausgestattet mit geistig-schöpferischen Fähigkeiten. [...] Der Mensch ist ein Lebewesen, aus Sonnenlicht, Luft, Wasser und ein wenig Erde erschaffen. Dieses Lebewesen kann in strahlender Gesundheit nur erhalten werden, durch eine lebenskräftige nicht durch Hitzeeinwirkung zerstörte Naturkost aus gartenmäßiger Erzeugung. Diese wird dem Menschen auf dem ganzen Erdenrund in reicher Menge bei wenig Arbeit dargeboten in der üppig wuchernden Pflanzenwelt. Diese Welt der Pflanzen wurde wie der Mensch erzeugt als ein Gebilde aus Licht, Luft, Wasser und ein wenig Erde. Diese Art der Nahrung wächst heran unter der Einwirkung von Sonnenschein und Regen in Form von krautigen Blattgewächsen und saftigen Wurzelgemüsen, von Beerenobst, Früchten und Nüssen aller Art. Das ist die uns von Gott und der Natur zugedachte Nahrung." Quelle:Walter Sommer Hausnachrichten Nr. 114

Die in roher Nahrung gebundene Sonnenkraft, der "Charakter der Feinstofflichkeit der Nahrung", geht nach Sommer durch die Einwirkung von Hitze verloren und die organisch gebundenen Mineralien werden durch Erhitzung ausgefällt. Sie bilden dann im Kochwasser "harte unlösliche Salze" und können die Zellmembranen schlechter passieren.
Nach den Angaben Drews aß er Früchte und Gemüse nicht mehr zusammen in einer Mahlzeit, kombinierte aber grüne Blattsalate sowie Wurzelgemüse mit Nüssen jeglicher Art. Diese neue Kombination der roh verzehrten und veganen Lebensmittel brachten Walter Sommer Gesundheit und Lebensfreude in einem Maße, das er schon nicht mehr für möglich gehalten hatte. Motiviert von seinen positiven Erfahrungen am eigenen Körper, übersetzte er das Buch von Drews ins Deutsche mit Ergänzung der eigenen Erfahrungen. Und so erschien 1927 das Werk "Die natürliche Ernährung. Licht, Luft, Sonne und natürliche Ernährung bringen dem Menschen dauernde Gesundheit, Lebensfreude, Kraft und Schönheit. Der Kochtopf bringt den Tod!"

Bereits 1925 gründete Walter Sommer ein Versandgeschäft, mit dem er Äpfel und Birnen, Nüsse und Samenfrüchte, Speiseöle und aufgrund der starken Nachfrage seiner Feunde auch Honig, sowie seine Hausnachrichten verkaufte. Bis 1940 brachte er monatlich noch die Zeitschrift "Lichtheilgrüße" mit tiefgründigen Aufsätzen zu der fragwürdigen Ernährung der Menschen heraus. Weitere Werke waren "Das Spiegelbild der Weltgeschichte aus göttlicher Sicht", "Die Gottesbotschaft der Schöpfungsgeschichte vereint mit dem Entwicklungsgesetz der Kulturvölker", "Die Jungmühle – Das Bad der Blutwäsche durch die Dauerbrause".

Walter Sommer in Zeilarn/Oberhaus am 1. Januar 1979

Walter Sommer zum 90jährigen
Geburtstag 1977

Walter Sommer 1976 in Ahrensburg

Nach dem zweiten Weltkrieg brachte er die Walter-Sommer-Nachrichten heraus. Darin ging es im wesentlichen um den Versand seiner Artikel. 1952 erschien dann endlich sein Hauptwerk, das Buch "Das Urgesetz der natürlichen Ernährung". Darin beschreibt er, dass der menschliche Körper nicht dazu in der Lage sei, gekochte Nahrung zu verarbeiten. Rohkost sei die "grundlegende Voraussetzung für die Gesundheit des Volkes," die "niemals durch andere gesundheitliche Maßnahmen ersetzt werden kann." (Quelle: Walter Sommer: Das Urgesetz der natürlichen Ernährung, 6. Auflage, 1991)
Tierische und erhitzte Produkte, sowie gekochte Getreidespeisen und Brot sieht Walter Sommer als gesundheitsschädlich an. Die einzigen zulässigen Heilmittel sieht er in lebensfrischer, natürlich gewachsener Nahrung, frischem Wasser, Sonnenlicht, frischer Luft, sportlicher Betätigung und ausreichend Schlaf.

Walter Sommer
Das Urgesetz der natürlichen Ernährung
eBook

Walter Sommer
Brot und Getreidenahrung
Die Milch als Ware
Audio-CD

Karlheinz Baumgartl
Der erste Schritt aus dem Teufeldkreis
Broschüre

Als seine Frau Elisabeth 1967 im Alter von 75 Jahren starb, sieht Walter Sommer im langjährigen Verzehr von Brotgetreide die Todesursache.
Walter Sommer selbst starb im Alter von 98 Jahren am 22. November 1985.

Er war weder finanziell noch durch einen akademischen Abschluss abgesichert, doch dadurch bewahrte er sich seine Unabhängigkeit und Kompromisslosigkeit. Er war der radikalste unter den Vegetariern, er ging den Dingen wahrlich auf den Grund und formulierte die unpopulärsten Konsequenzen. Er entwarf das erste vegane Lebenskonzept, als noch niemand daran dachte. Auch Walter Sommer, wie viele Vertreter von Rohkost-Ernährungsformen, sieht in dieser Nahrungsweise eine Möglichkeit für eine positive geistig-seelische Veränderung und für "Friede, Freude und Geselligkeit." (Quelle: Walter Sommer: Das Urgesetz der natürlichen Ernährung, 6. Auflage, 1991) Walter Sommer war mehr als nur ein Vordenker, er war Vorbild in geistiger und in gesundheitlicher Ganzheitlichkeit. Mit seiner 60jährigen Naturkost hat er gezeigt, dass der Mensch ohne erhitzte Nahrung und tierische Proteine gute leben kann.

Walter Sommer
Das Urgesetz der natürlichen Ernährung
eBook